 Ismael und
Ismaels Geheimnis
Gerade als Natur- und Umweltschützer stehen wir oft fassungslos vor der Frage: Wie kommt es, dass die Menschen
als einzige Spezies auf diesem Planeten drauf und dran sind, ihre Lebensgrundlagen zu zerstören? Ist dieses
Verhalten "ganz natürlich" für den Menschen? Oder ist der Mensch als Spezies nur ein "Fehler"
der Natur, den sie wieder beheben wird? Ist es nur mit diesem Expansionsdrang möglich, das Weltall zu erobern,
wozu wir "berufen" sind? Ist es gerade die uns auszeichnende Kreativität, die uns letztlich zu Grunde
richten wird? Seit wann versucht der Mensch bereits, sich über die Natur zu erheben? Gibt oder gab es eigentlich
auch Menschenvölker, die diesen Zerstörungsdrang nicht haben oder hatten? Handelt es sich dabei nur um
primitive Wilde? Und die wichtigste Frage: Gibt es Hoffnung?
Viele dieser Fragen haben sich Leser dieser Webseiten sicherlich schon gestellt, ohne sie schlüssig beantworten
zu können. Eine wirklich große Hilfe hierbei sind diese beiden Romane des ehemaligen Trappisten-Mönchs
Daniel Quinn, der diese Fragen entsprechend fachmännisch bis zu Kain und Abel zurück verfolgt und dabei
überraschende Zusammenhänge zu Tage fördert. Lesen Sie selbst! Die Zeit ist es wert!
Entsprechend dem "Kultstatus", dem diese Bücher zugeschrieben werden, gibt es auch eine WWW-Seite
für die Fans von "Ishmael" , wie er auf Amerikanisch heißt. Englisch-kundige Leser können sich dort u.A. nähere
Inhaltsangaben zu den Büchern ansehen.
In Deutschland sind die Bücher im Goldmann- Verlag erschienen unter den ISBN 3-442-42376-7 (Ismael; 1991;
DM 12,90) bzw. 3-442-44202-8 (Ismaels Geheimnis; 1997; DM 14,90), jeweils als Taschenbuch- Ausgabe. |
Unsere Welt - ein vernetztes System
Die unaufhörliche Störung und Zerstörung natürlicher Abläufe, auch durch gut gemeinte
Maßnahmen, beruht vielleicht zum Großteil an der linearen Denkweise in Kategorien von einfachen Ursache-
Wirkung- Beziehungen, in denen Planer und Ingenieure offenbar ausgebildet werden. Frederic Vester zeigt in seinem
Buch in einfachen verständlichen Worten mit zahlreichen Illustrationen auf, dass die Welt einfach nicht auf
diese Weise funktioniert. Die natürlichen Abläufe bestehen vielmehr aus einem Geflecht von einander verstärkenden
und abschwächenden Wechselbeziehungen, unter denen kein Anfang und kein Ende ausgemacht werden kann. Einfache
Eingriffe führen daher oft nur zu einem kurzfristigen Erfolg, der durch mittel- und langfristige Nachteile
mehr als kompensiert wird, wofür Vester einige eindrucksvolle Beispiele (Sahel-Zone, Assuan-Staudamm) aufzeigt.
Wir meinen: Auch das Kormoran-Dilemma ist ein typisches Beispiel für nicht erkannte kybernetische
Wechselbeziehungen. Wer Vesters Buch versteht, muss erkennen, dass der Abschuss von Kormoranen nichts bringt, wenn
weiterhin intensiv Besatz von Jungfischen betrieben wird.
Ein äußerst lesenswertes Buch auch für den ungeduldigen Leser, da Vester sich kurz fasst und sich
durch einen sehr anschaulichen Schreibstil auszeichnet.
ISBN: 3-423-30078-7 (dtv-Taschenbuch) |
Der Papalagi
...oder die nie gehaltenen Reden des Südseehäuplings Tuiavii aus Tiavea. Darin hält der Häuptling
unserer westlichen Zivilisation den Spiegel vor, indem er deren typische Verhaltensweisen in den Worten seiner
südseeinsulanischen Begriffswelt schildert. Der "Papalagi" ist der weiße Mann, der Europäer.
Obwohl in den 20-er Jahren entstanden, haben die Schilderungen kaum etwas von ihrer Aktualität eingebüßt.
Hier eine kleine Kostprobe:
"Denkt euch eine Tapamatte, dünn, weiss, zusammengefaltet, geteilt und nochmals gefaltet, alle Seiten
eng beschrieben, ganz eng – das ist die vielen Papiere, oder wie es der Papalagi nennt, die Zeitung. In diesen
Papieren liegt die grosse Klugheit des Papalagi. Er muss jeden Morgen und Abend seinen Kopf zwischen sie halten,
um ihn neu zu füllen und ihn satt zu machen, damit er besser denkt und viel in sich hat; wie das Pferd auch
besser läuft, wenn es viele Bananen gefressen hat und sein Leib ordentlich voll ist. Wenn der Alii (d. h.
der Herr) noch auf der Matte liegt, eilen schon Boten durchs Land und verteilen die vielen Papiere. Es ist das
erste, wonach der Papalagi greift, nachdem er den Schlaf von sich stiess. Er liest. Er bohrt seine Augen in das,
was die vielen Papiere erzählen. Und alle Papalagi tun das gleiche – auch sie lesen. Sie lesen, was die höchsten
Sprecher und Häuptlinge Europas auf ihren Fonos gesagt haben. Dies steht genau auf der Matte aufgezeichnet,
selbst wenn es etwas ganz Törichtes ist. Auch ihre Lendentücher, die sie anhatten, sind genau beschrieben,
was jene Alii gegessen haben, wie ihr Pferd heisst, ob sie selber Elephantiasis oder schwache Gedanken haben."
Mit 12,90 Euro ein Kultbuch zum Selberlesen und Verschenken. Denn wer dieses Büchlein gelesen hat, will es
unbedingt mit Anderen teilen.
ISBN 3-858-33600-9 (gebundene ausgabe, Oesch Verlag) |