Der Bund Naturschutz rief im Jahr
2001 in Bayern den Wettbewerb "Mehr Natur in Hof und Flur" ins Leben, um das Verhältnis zwischen
Naturschutz und Landwirtschaft zu verbessern und die Leistungen, die Bauern für den Naturschutz erbringen,
stärker in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Die BN-Kampagne geht heuer, 2003, in die dritte
Runde. An dem Wettbewerb können sich alle landwirtschaftlichen Betriebe beteiligen, die nicht mehr als zwei
Großvieheinheiten pro Hektar halten und keine gentechnisch veränderten Pflanzen anbauen. In den letzten
beiden Jahren beteiligten sich im Landkreis Landshut acht, beziehungsweise sieben Landwirte an dem BN- Wettbewerb.
Neben der Erzeugung von Nahrungsmitteln erbringt die Landwirtschaft auch kulturelle Leistungen. Viele Landschaften
sind erst durch bäuerliche Inkulturnahme in ihrem Erscheinungsbild und in ihrer Artenausstattung geprägt
worden. Nachdem jedoch in der Vergangenheit der Zwang zur Mehrproduktion eine Intensivierung nach sich zog, sind
viele naturnahen Elemente in der Feldflur verschwunden, was gleichzeitig einen Rückgang an Pflanzen- und Tierarten
bedeutet.
Der Bund Naturschutz will mit seinem Wettbewerb den Wert von bestehenden naturnahen Strukturen herausstellen, aber
gleichzeitig bei Landwirten das Interesse für den Ressourcen-, Biotop- und Artenschutz sowie für den
Aufbau der dafür notwendigen Strukturen in der Landschaft wecken und stärken.
Eine Jury aus Vertretern von Landwirtschaft und Naturschutz wird, wie schon in den beiden vorhergehenden Jahren,
die angemeldeten Höfe besuchen und bewerten. Positiv bewertet wird zunächst eine Wirtschaftsweise, die
Boden, Wasser und Luft möglichst wenig belastet, die nicht zu enge Fruchtfolgen wählt und die auch eine
artgerechte Tierhaltung aufweist. Daneben gibt es Pluspunkte für naturnahe Flächen in der Feldflur, wie
beispielsweise Raine, Hecken, Feldgehölze oder stufig aufgebaute Waldsäume. Auch extensiv bewirtschaftete
Wiesenflächen erhalten einen Bonus. Schließlich spielt bei dem Wettbewerb unter anderem das Erscheinungsbild
des Hofes ebenso eine Rolle wie auch der Einsatz regenerativer Energien.
Der Wettbewerb wird in diesem Jahr zum dritten Mal im Landkreis Landshut von der BN-Kreisgruppe ausgeschrieben.
An dem diesjährigen Wettbewerb können auch wieder Landwirte mitmachen, die schon in den vergangenen Jahren
teilgenommen haben. Die Ausschreibungsunterlagen und die Broschüre "Mehr Natur in Hof und Flur - ein
Leitfaden für umweltbewusste Landwirte" können bei der BN-Geschäftsstelle
Landshut angefordert werden. Anmeldeschluss ist der 15. April. Die Bewertung der Betriebe erfolgt durch die
Jurymitglieder in den Monaten Mai/Juni. Die Ehrung der Teilnehmer erfolgt im Herbst durch Landrat Josef Eppeneder
und BN-Kreisgruppenvorsitzendem Paul Riederer. |