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Auf den folgenden Seiten haben wir versucht ein paar
Tips zu Tuning und anderen Modifikationen an Eurem Roller zusammenzufassen.
Da die meisten unserer Mitglieder PX Fahrer sind, beschränkt sich
der Inhalt auch hauptsächlich auf PX und T5. Natürlich
können wir keine Garantie für unsere Daten und Tips geben, aber
sie können Euch sicher helfen ein paar Anregungen zu finden. Allgemein muß gesagt werden, daß mit höherer Leistung des Motors seine Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit eingeschränkt wird und mehr Wratung erforderlich ist. Durch richtige Einstellung und Abstimmung kann aber auch ein getunter Motor hoher Leistung fast die Alltagstauglichkeit eines originale erreichen. Als Basis jeden Motors nehmen wir den Zylinder, da er durch Hubraum, Steuerzeiten, Kompression und Kanalführung den größten Anteil an der Mehrleistung bringt. Grundsätzlich kann gesagt werden, daß auf Basis des Originalzylinders keine sinnvolle Leistungssteigerung erzielt werden kann. Auch der Anbau von Rennauspuffanlagen oder Rennwellen am Originalzylinder bringen keine nennenswerte Mehrleistung, lediglich eine Veränderung der Motorcharakteristik. Auf ihn wird dann der Rest abgestimmt. Vorsicht: Die Einstellungen beeinflussen sich gegenseitig! Es werden Grauguß- bzw. Aluzylinder angeboten. Die Graugußzylinder sind billiger, sind aber nicht so beständig wie Aluzylinder. Dafür ist es beim Aluzyl., dessen Laufbahn mit Nikasil beschichtet ist, nicht möglich einen Übermaßkolben einzubauen, nachdem man ihn ausschleifen ließ. Da die Überströme bei manchen Tuningzylindern größer sind als die des Originalzylinders, kann durch Erweitern der Kanäle mehr Leistung erreicht werden. Weiter Leistung bringt die Verlängerung der Einlaßsteuerzeit durch Bearbeitung der Kurbelwelle und des Einlaß oder die Verwendung eines Membranansaugstutzens. Zur Bearbeitung findet Ihr unter "Tino`s Motor" ein paar Bilder. Der nächste Schritt ist das Austauschen des Vergasers. Die SI Vergaser haben einen zu geringen Gasdurchfluß und werden dadurch zu heiß. Die Alternative ist ein größerer Trommel- oder Flachschiebervergaser(z.B. Dell`Orto, Mikuni). Drehschieberansaugstutzen haben den Vorteil, daß eine Rückrüstung auf den Origialvergaser möglich bleibt und billiger sind. Der ausschlaggebende Vorteil des Membranansaugstutzens besteht darin, daß die Steuerzeit variabel ist. Ein sehr langer Drehschiebereinlaß, der gut für hohe Drehzahlen ist, läßt bei niederen Drehzahlen einen Teil des Gemisches wieder zurückschlagen, was einen starken Leistungsverlust im unteren Drehzahlbereich zur Folge hat. Bei Membran, die praktisch wie ein Ventil funktioniert ist dies nicht möglich, da sie die eingelassene Gemischmenge über den Unterdruck im Kurbelgehäuse steuert. So wird ein besserer Füllungsgrad erreicht. Der Nachteil der Membran ist allerdings die Erhöhung des Totvolumens im Kurbelgehäuse. Deshalb sollte sich die Membran so dicht wie möglich an der Kurbelwelle befinden. Außerdem kann man versuchen den Raum im Kurbelgehäuse wieder zu verkleinern indem man mit Kaltmetall kleine Mulden oder die originalen Überströme verschließt.Aufschweißen ist natürlich noch besser. Der hohe Gasdurchsatz führt natürlich zu höherem Benzinverbrauch, das ist immer so bei mehr Leisung. Zum Anpassen der Überströmkänale des Motorgehäuses eignet sich entweder ein kleiner Fräder, den man in die Bohrmaschine einspannt, oder man benutzt verschiedene Feilen, was aber etwas mühsam ist. Beim Fräsen ist zu beachten, daß an manchen Stellen leicht Löcher entstehen können. Am Besten man läßt vorher schon an den Risikostellen aufschweißen! Überströme: Als erstes legt man die Fußdichtung des Tuningzylinders auf die Motorhälften und zeichnet die größeren Kanäle an. Bevor man dann mit fräsen beginnt, sollte man dafür gesorgt haben, daß keine Späne in die Lager oder ins Getriebe kommen können. Am besten man baut alles komplett aus. Um denVerlauf der Kanäle nach hinten richtig zu machen sollte man den Zylinder hin und wieder in die Motorhälften stecken um die Form des Kanals zu kontrollieren. Einlaß Beim Drehschiebereinlaß muß auch der Übergang von Ansaugstutzen zu Block überarbeitet werden, da oft Fehler der Produktion entfernt werden müssen. Der Einlaß in das Kurbelgehäuse kann seitlich nur ein wenig vergrößert werden. Dabei ist darauf zu achten, daß noch genug Matreial da ist, damit der Drehschieber noch richtig dichtet. In der Länge kann an beiden Enden um ca. 3-5 mm vergrößert werden. Rennwelle: Um die Steuerzeiten eines Drehschiebereinlaß zu verlängern kann eine schärfere Rennwelle eingebaut oder die Originalwelle bearbeitet werden. Je nach Motor lohnt sich eine Verlängerung der Einlaßsteuerzeit zwischen 10 und 20 mm (Zylinderangaben beachten). Dazu benötigt man eine Eisensäge. Bei der Bearbeitung ist es wichtig, daß keine Späne in das untere Pleullager gelangen. Um das Lager zu schützen wickelt man am besten mehrere Lagen Klebeband um das untere Ende. Man sollte etwas schräg zur Mitte hin sägen, da der Gasstrom in die Mitte der Kurbelwelle geleitet werden soll. Danach sollte man noch mit einer Schlichtfeile für eine etwas glattere Oberfläche sorgen. Anschließend sollte man die Kurbelwelle wieder wuchten. Ohne Wuchten fährt der Roller aber auch. Bei einem Membraneinlaß wird die bisherige Drehschiebersteuerung überflüssig, vielmehr stört sie jetzt, da der Membraneinlaß je nach Drehzahl wesentlich länger offen ist. Deshalb muß die Öffnung ins Kurbelgehäuse so erweitert werden, daß immer Gemisch ins Innere gelangen kann. Der Anschluß an den Ansaugstutzen muß natürlich genau stimmen,d.h. es dürfen keine Kanten zum Motorblock zurückbleiben. Der Einlaß selbst muß längs der Kurbelwelle, also in Richtung Zylinder und in die andere Richtung trichterförmig erweitert werden. Außerdem muß er noch zum Kurbelwelleninneren erweitert werden, dies ist leider nur mit vorherigem Aufschweißen oder stark begrenzt möglich. Die Verwendung einer Vollwangenwelle ist nur ratsam, wenn wirklich ein großer Kanal ins Gehäuse gezogen wurde um genug Gemisch an der Kurbelwelle vorbei zu bringen. Ob dann noch ein höherer Unterdruck als mit Originalwelle und kleinerem Kanal erreicht wird ist fraglich. |
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