Mit 16 Jahren also 1991 wurde ich von meinem Freund Claus in die Rollerszene
eingeführt, da sein schon ein paar Jahre auf Treffen war. Für
mich stand von Anfang an fest, ich will einen PX 80, nicht wie er eine
V50. Es sind doch 27 km/h Unterschied!
Zwei Jahre und einige Treffen später, ich hatte die Volljährigkeit
erreicht, stand fest ich brauche mehr Leistung, und um möglichst gut
einzukaufen, entschloß ich mich für 200ccm. Ich bin heute immer
noch davon überzeugt, obwohl mich T5 Motoren schon versäbelt
haben. Hubraum ist nicht alles.
Zu meinem Glück hatte die PX BJ 82 schon einen 208 er Malossi
eingebaut, so daß mir die Zylinderwahl abgenommen wurde (das einzig
wahre!!).
Doch nach kurzer Zeit wollte ich mehr aus dem Motor herausholen . Also
habe ich einen Freund gefragt ob er mir nicht helfen könnte, da ich
bis dato keine Erfahrung auf dem Gebiet der Blockbearbeitung und Einstellung
hatte. Acht Stunden harte Arbeit später war mein Motor mit einer verstärkten
Kupplung, einem 30er Dell`Orto über Drehschieber, Rennkurbelwelle
und eben dem Malossi-Zylinder fertiggestellt. Die Kanäle waren angepaßt,
der Einlaß um je 2mm nach vorne und nach hinten gezogen und die Lager
erneuert.
Doch schon ein halbes Jahr später habe ich Bekanntschaft mit Alex
aus Weiden gemacht und so wurde ich in die Kunst des Extremtunings eingeführt.Seine
T5 lief damals ca. 20 km/h schneller. Heute nur noch 10km/h (siehe Roller
ALEX). Also beschloß ich einen Membranansaugstutzen von Malossi (
wegen des kürzeren Ansaugweges, der besseren Vorkompression und des
günstigen Preises im Vergleich zu MRB) und den Motorblock so zu bearbeiten,
ab jetzt in Eigenarbeit, um „brachiale“ Leistung zu erzielen. Brachial
ist übertrieben aber mit 125 - 130 km/h war ich damals ganz zufrieden.
Im Laufe der nächsten zwei Jahre wurden keine größeren
Veränderungen am Block mehr vorgenommen. Ich habe den Zylinderkopf
gegen einen von Taffspeed ausgetauscht, mich mit Zündungs- und Vergasereinstellung
gespielt. Im Laufe dieser Zeit habe ich einen Zylinder (Fresser), eine
Zündplatte, eine Schaltraste, vier Schaltkreuze, eine Primärübersetzung,
einen vierten Gang, einen dritten Gang und zwei Sätze Stehbolzen verbraucht
Stehbolzen, das Stichwort: Nachdem ich mein Moped 1995 zum zweiten Mal
zerlegt hatte weil sich die Stehbolzen in Richtung Zylindehaube verabschiedet
haben, habe ich nach M8 (außen M9), M8 (M10) zum Schluß M8
(M12) Gewindeeinsätze eingeschraubt. Diese haben die auftretenden
Kräfte endlich abtragen können. Zuletzt ist mir im Mai 97, eine
Woche vor der Bavarian Bike Show, für die ich angemeldet war, der
Block gebrochen.
Nun hatte ich noch einmal die Möglichkeit einen neuen Motor aufzubauen.Überströme
des Originalzylinders, die Außenwand des Gehäuses zur Vergrößerung
der Dichtfläche und hinter der Kupplung um den Einlaß sorgenlos
fräsen zu können (Seit einem Jahr hat sich Fräsen zu einer
meiner großen Leidenschaften entwickelt) ließ ich aufschweißen.
Der Einlaß, sowie der Kanal von Einlaß zu Zylinder verfolgen
das Ziel einen Durchmesser von 30 - 40 mm zu halten. Jetzt habe ich nur
noch den Kolben und den Zylinder bearbeitet. Dichtfläche am Zylinder
steht noch ca. 1mm, den Auslaß habe ich 1mm nach unten, ja nach unten,
das ist beim Malossi möglich, und 2mm nach oben vergrößert.
Den Zylinder habe ich an der oberen Dichtfläche um 1,5mm abdrehen
lassen um ihn mit Hilfe einer Dichtung für Langhubkurbelwellen um
1,5mm nach oben versetzten zu können. Am Kolben muß man sehr
vorsichtig sein was man bearbeitet, denn durch größere Gewichtsänderungen
kannsich das sehr schädlich auf Laufruhe und Stabilität auswirken
(lieber Finger davon lassen).
Mit 140 Sachen und einem akzeptablen Abzug dank meiner alten PSP bin
ich als schnellstes Clubmitglied recht zufrieden und fahre mit einer
135er Hauptdüse und 17° v.o.T. seit langem ohne Klemmer und Löcher
im Kolben.
