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Also ich bin von Beruf Brauer und Mälzer (armer Lehrling) und schreibe
jetzt was übers Bier bzw. übers selber machen (DIY Punk Bier).
Ja dann schmeißt in einen Topf Wasser ein bißchen Malz und
Hopfen rein und macht den Deckel drauf und fettich ist das Superbräu.
Ich hab' die Erfahrung gemacht, dass viele Leute den Job nicht Ernst nehmen
und wirklich so denken. OK, Ihr habt ja recht!
Kommen wir mal zu den Zutaten. Du brauchst für ca. 10 Liter Sprit
(helles Exportbier) 2,3 kg helles Malz. Am besten direkt Schrot, weil man
das Malz noch zerkleinern muss. Womit wir beim Problem Nr. 1 sind. Woher
die Zutaten? Die grossen Brauereien wie z.B. im Pott stellen sich voll
scheisse an mit den kleinen Mengen, die man so braucht. Zuviel Aufwand
und so...wenn Ihr 'ne kleine Brauerei kennt, um so besser. Also wenn Ihr
nur Malz bekommt, dann das Malz nicht klitzeklein hauen, sondern am besten
so dass die Spelzen (Hüllen) noch ein bißchen erhalten bleiben.
Dann brauchst Du ca. 15-20 g Hopfen und eine grosse Kaffeetasse Hefe. Dann
geht's los. Du brauchst mindestens 2 grosse Töppe, die das Sudhaus
(in der Brauerei die Kupfer- und Edelstahlgefäße) darstellen.
Den ersten Topp mit 7 Litern Wasser füllen und auf ca. 52°C erhitzen
und das Malzschrot langsam unter rühren dazugeben. Dann ca. 10 Minuten
Rast und immer kräftig weiter rühren. Dann ca. 10 Minuten weiter
erhitzen auf ca 62°C und wieder 15 Minuten Rast. Damit Ihr auch richtig
was inne Schläuche kriegt und Euch das näxte Fitneßstudio
sparen könnt: Rühren!!! Danach erhitzen auf 72°C und ca.
20 Minuten Rast. Es geht jetzt zum Abläutern, d.h. die festen Bestandteile
müssen von den flüssigen getrennt werden und die Nachgüsse
(nein, leider noch nicht in den Hals) finden statt. Also Ihr müsst
was haben wo die festen Sachen drauf liegen bleiben (Gardinen, Babywindel
(frische) oder sonst was). Dann wenn Ihr das Zeug (auch Würze genannt)
durchgefiltert habt, 10 Liter ca. 76°C heisses Wasser über die
festen Bestandteile kippen damit das noch mal richtig ausgelaugt wird (und
Du später auch). Jetzt die Plörre einfach 1½ Stunden kochen
und zu Kochbeginn ca. 10 g Hopfen und nach einer Stunde den Rest dazu geben.
Danach haben wir die Stammwürze, die auch bei manchen Pullen auffem
Etikett steht. Ihr habt ca. 12½ % Extrakt (grösstenteils Zucker)
vorhanden. Wäre praktisch wenn Ihr das feststellen könntet, mit
einer Bierspindel oder einer Öchslewage (40 Öchsle = 10% Stammwürze),
wenn nicht dann nicht. Jetzt müsst Ihr die Plörre auf ca. 10°C
abkühlen. Bei obergäriger (Alt-, Kölsch- und Weissbierhefe)
reicht es wenn Ihr die Würze auf 15-20°C abkühlt. Jetzt einfach
dazugeben und warten. Die Gärung dauert ca. eine Woche. Da das in
der Flasche noch weitergären soll, damit's schön sprudelt, verteilt
Ihr das schon nach ca. 5 Tagen auf die Pullen. Ich schätze mal Ihr
wollt das nachher auch aus der Pulle saufen. Da könnt Ihr am besten
Bügelverschlussflaschen nehmen, aber vorher gut sauber machen und
am besten noch desinfizieren (nach dem Waschen am besten bei ca. 100°C
eine halbe Stunde in den Ofen legen). Also alles schön gleichmässig
verteilen (wenn Ihr obergärige Hefe nehmt vorher abschöpfen)
und 3 Wochen stehen lassen (Pulle vorher zu machen). Und dann? Am besten
das tun waste mit anderem Bier auch den ganzen Tag tust. Die Finne an den
Hals halten. Prost und 1-2-3 g'suffa. Das ist jetzt alles ziemlich ungenau
(Anm. des Schreibers: Stimmt!!!), aber vielleicht klappt es ja.
Phillipp Brokamp
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