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// Zeitbomben II
Jeder kennt doch diese Tage: egal wen man auch fragt, keinem fällt
irgendwas ein, was man tun könnte. So war's auch an diesem Freitagabend,
irgendwann Anfang des Jahres 2001. Tja, 'ne Lösung für das Problem
war schnell gefunden. Diese Lösung war genauso simpel, wie destruktiv.
Es wurde beschlossen sich mit 'n paar Bierchen von der Tanke in die doch
ziemlich warme Hypobank zu hocken um da Vatter Alkohol zu huldigen. Vorbereitungen
waren schnell getroffen und der Abend begann. Erst nüchtern und dann
immer schwankender und sich im Kreise drehend. Von der Stille der Anfangs
vier oder fünf Gestalten war nach ein paar Stunden schon nicht mehr
viel übrig. Die Hypobank sprach sich offenbar nun als Szenetreff rum
und wurde mit regem Durchgangsverkehr beglückt. Die einen kamen, die
anderen gingen und es waren teilweise wohl bis zu 15-20 Leuten in dem kleinen
Foyer - nicht, dass ich diese Leute gekannt hätte, sie waren halt
einfach da ... tranken entweder unser Bier weg, oder musterten uns schlicht
und ergreifend von oben bis unten. Ein Teil dieser Leute konnte dann wohl
nach einiger Zeit seinem Harndrang nicht mehr widerstehen - und anstatt
'n paar ordentliche Schluck 'Granu Fink' zu nehmen, wurden die Blasen einfach
entweder an den dekorativen Plastik(?)palmen, oder gleich am Geldautomaten
entleert. Einer dieser Reichmacher surrte dann auch irgendwann kurz auf
um danach im tiefen Reich der Computerträume zu versinken! Irgendwie
wurde das dann bald zu blöd - tauchten auch noch irgendwelche komischen
Gothic-Faschos auf - und schon kam ein rettender Engel, welcher uns Karten
für einen supertollen Realschul Abschlussball bescherte, welche natürlich
dankend - oder besser doch gröhlend!? - angenommen wurden. Leider
eine zu wenig, was allerdings im Endeffekt kein Hindernis darstellen sollte.
Tja, Sachen gepackt, die Hypobank mit lauter komischen Leuten, in chaotischem
Zustand alleingelassen und ab in richtung Nobelschuppen ... da wo man Bier
mit abgespreiztem, kleinen Finger trinkt, hehe! Tja, wie schon oben angedeutet
wollte eigentlich dort keiner so wirklich unsere Karten sehen ... allerdings
wollte uns anscheinend auch keiner sehen, wurden wir doch ziemlich skeptisch
beaugt, wobei dann aber bei genauerem Hinsehen der berühmt-verschämte
Blick zum Boden folgte. Rein in die Bude und erstmal Leute ausgelacht -
natürlich alle ziemlich edel, mit Anzug und Krawatte, bzw. noblem
Kleid ... wir dazwischen mit Bomberjacke, versifften Dreadz, zerfetzten
Klamotten und Springerstiefeln - muss eigentlich ein göttliches Bild
gewesen sein!? Da das Ganze zweistöckig war und man vom zweiten aus
besser auf die Tanzfläche spucken konnte wurde erstmal der Weg nach
oben eingeschlagen. Den sich auf der Tanzfläche befindenden Personen,
wurden erstmal die Getränke geleert, worauf sie dann mit irgendwelchen
komischen Sachen beschmissen (oder doch bespuckt? kein Plan!?) wurden.
Unser Alkoholpegel näherte sich weiterhin dem Maximum. Lichterketten
wurden gekappt und alle, bis auf die restlichen Anwesenden, freuten sich
des Lebens.
Irgendwann - wieder unten - kam es dann zum ersten Eklat. Eine Gestalt
unsererseits machte sich über die eigens und mühsam aufgestellten
Photowände her und wollte 'n bißchen Sightseeing betreiben.
Dabei torkelte er jedoch offensichtlich etwas zu derbe gegen die Holzgestelle,
so dass ein Teil von diesen mit grossem Getöse zu Boden gingen ...
mit unschuldigen Mienen machten wir uns lieber wieder nach drinnen zur
Tanzfläche, während draussen im Foyer ein paar aufgeregte Mütter
hysterisch durcheinanderliefen um die verstreuten Photos wieder einzusammeln.
Um uns etwas zu beruhigen setzten wir uns an 'nen eigentlich schon
besetzten Tisch und tranken gemütlich ein paar mitgebrachte Dosen
Bier, aus den bereits von den anderen Gästen zurückgelassenen
Gläsern, während die leeren Dosen auf wundersame Weise aus dem
Fenster flogen. Da meine Blase drückte wollte ich den Weg auf's Klo
erfragen, was mir mit einem "Geh doch bitte nach draussen vor die Tür
und bleib da!" quittiert wurde. Da mein Angebot, einfach auf die Tanzfläche
zu pissen offenbar nicht wirklich auf Gegenliebe stiess eröffneten
sich mir dann doch noch die heiligen Hallen ...
Zurück am Tisch, konnte ich dann einen meiner Mitstreiter dabei
erwischen, wie er gerade in die Tischdecke schnäutze, während
der andere vergeblich versuchte unter den Tisch zu pissen ... waren die
Hemmungen angesichts der vielen Leute aber anscheinend doch zu gross, hehe!
Da die Beschwerden über uns zunahmen kam jetzt sogar die Chefin
höchstpersönlich um uns zu disziplinieren ... wir hörten
aufmerksam zu, nickten brav mit den Köpfen und versprachen nach dem
Bier das Weite zu suchen. Kaum hatte sich die Gute umgedreht, konnte es
sich natürlich ein ganz Eifriger nicht mehr verkneifen ihr ein herzliches
"Verpiss dich, Alte!" nachzurufen, was sie dann doch leicht aus der Fassung
brachte.
Was sich dann ereignete könnte man getrost als einen Rausschmiss
bezeichnen ... jedoch einen der noch ordentlich Kohle brachte! Da ja die
meisten von uns Karten besassen, wollte sie natürlich auch das Eintrittsgeld
wieder haben ... und da die Veranstalter offenbar so verzweifelt waren,
dass sie alles getan hätten um uns los zu werden, wurde uns ohne zu
murren die jeweils 12,- DM (ca. 6,- €) zurückerstattet, woraufhin
wir uns freudig strahlend aus dem Staub machten.
Da der Abend wohl nicht mehr zu toppen war, beschlossen wir uns in
heimische Gefilde zurückzuziehen, wo schon ein gemütliches Bett
wartete. Ich würde sagen der Kater am nächsten Tag war's wert
... endlich mal wieder 'n geiler Abend: platt, destruktiv, assi und bei
allen verschissen! That's Punkrock (oder etwa doch nicht?), haha! |