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Am Samstag den 27.07.2001 sollte in Landshut eine Demo gegen den örtlichen Naziladen (Patria-Versand) - vom Antifa-Sofa Landshut organisiert - stattfinden. Getroffen wurde sich schon gegen 15°° Uhr (teilweise noch früher) in der Altstadt, in der erste Vorbereitungen getroffen und Infotische zum Thema aufgestellt wurden. Da die Sonne ziemlich vor sich hinbrannte und ich z.Zt. auch sonst eher vorrübergehend demotiviert bin fand ich mich damit ab, so 'ne kleine, peinliche, den ach so hohen Wichtigkeitsgrad meiner Person anzeigende Ordnerbinde um meinen Oberarm zu fesseln und mich hinter den schattenspendenden Lautiwagen zu verbarrikadieren. Um 16°° Uhr sollte dann offiziell die Veranstaltung losgehen, was jedoch auf Grund von mangelnder Beteiligung erstmal noch ein bißchen vor sich hingeschoben wurde: Musik wurde abgespielt um in den Leuten Interesse und Motivation bei solch einer Bullenhitze zu wecken. Ca. 'ne halbe Stunde später trat dann unser Kasi an's Mikro und eröffnete die Demo offiziell, worauf er dann vom ersten Redner abgelöst wurde. Dieser fasste sich ziemlich kurz und gab ein knappes, aber alles Wichtige enthaltendes Statement zur Situation in Landshut ab, worauf dann einem Mitglied des Stadtrats (Ute Kubatschka, SPD) die ca. 1000 gesammelten Unterschriften gegen den Naziladen mit der Aufforderung etwas zu unternehmen und nicht ständig nur wegzuschauen, unter Beifall überreicht wurde. Danach machte sich dann der Demozug mit ca. 80-100 Menschen auf in Richtung Naziladen, dessen Betreiber Franz Glasauer erst am 20.07.2001 wegen der Verbreitung von Propagandamaterial verfassungswidriger Organisationen (z.B. S-Runen) zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Auf dem Weg schlossen sich dann erheblich mehr Menschen (bis zu 300) dem Demozug an und skandierten die obligatorischen Sprüche wie "Ob Ost, ob West - nieder mit der Nazipest", "Nazis raus", "Hoch die internationale Solidarität", "Wo kann man über Nazis brausen - in Kumhausen" (dort wurde ein paar Monate zuvor ein Landshuter Nazi von einem Auto tödlich überfahren, da er besoffen auf einer Einfahrt rumlag) etc. Am Laden angekommen warteten 50-80 Naziglatzen auf den Zug und kackten ihren geistigen Dünnschiss wie "Wie wollen euch bluten sehn", "Ha-ha Antifa", "Hier marschiert der nationale Widerstand" aber auch anderen verfassungswidrigen und teils judenfeindlichen Schwachsinn durch die Gegend. Selbst bei eindeutigen Straftaten wie dem Zeigen des Hitlergrusses auf Seiten der unangemeldeten Gegendemo griff die Polizei nicht ein und verletzte somit ihre Dienstpflichten, worauf sie sich logischerweise Sprüche wie "Deutsche Polizisten schützen die Faschisten" etc. anhören durften. Auf dem Weg zum Naziladen wurde ein Mitglied des VVN bereits dazu gezwungen seinen Film vom Fotoapparat zu zerstören, wobei die Nazis ungestört fotografieren konnten. Langsam wurde es Zeit für den nächsten Redner: dieser stammte aus Dorfen und zog eine Parallele zwischen den gut ein Jahr zurückliegenden Vorfällen dort (von Rechtsradikalen angezündete Häuser mit ausländischen Menschen) und den immer stärker auftretenden Nazis in Landshut. Der Polizei machte er den Vorwurf, dass sie ihre Dienstpflichten nicht ernstnehmen würden und dass die Duldung der Gegendemo nicht hinnehmbar sei. Unter tosendem Applaus verliess er den Lautiwagen. Nun fogte noch ein Landshuter Redner, welcher auch auf die aktuellen Vorfälle in Genua einging und dann ebefalls über die Situation in Landshut sprach. Nach kurzer Umbaupause folgte nun noch ein Konzert der politischen und unkommerziellen Münchner HipHop Band BRUTKASTEN, welche die Massen zu begeistern wusste. Im Anschluss folgte noch eine Party mit Raggae/Dancehall-Soundsystem im Infoladen Landshut, zu der ich allerdings wegen des MALIGNANT TUMOUR Konzerts in München erst wieder gegen 01°° Uhr hinzustiess. Auf alle Fälle soll der Infoladen wohl noch nie so voll gewesen sein, was sich auch daran bemerkbar machte, dass bereits um 01°° Uhr das Bier so gut wie ausverkauft war. Wir setzten uns dann also erst noch ein bißchen auf die Dachterasse des Ladens, welche sich dann aber auch nach kurzer Zeit ziemlich lichtete, womit wir dann die Innenräume vorzogen. Dort auf der Couch gemütlich gemacht wurde erstmal ein bißchen Bierchen gesoffen und über den bewaffneten Kampf und gewaltlose Hooligans (haha) diskutiert und dann erstmal von 'nem Kumpel und mir lecker Nudeln in Pilz-Käse Sauce gekocht. Die bereits pennende Fraktion wurde standesgemäss bemalt und danach wurde weiter fleissig vor sich hingesoffen. Nachdem wir eigentlich noch durch die Stadt latschen wollten blieben wir dann doch lieber beim letzten halben Kasten Bier und latschten dann gegen 05°° Uhr richtung Heim (bzw. alle in's selbe Heim eine Kumpels, hehe). Alles in allem war sowohl Demo als auch Party trotz verböckter Werbung wohl durchaus ein Erfolg und selbst die konservative Presse war auf unserer Seite. Ob der Naziladen nun jedoch geschlossen wird bleibt im Moment noch mehr als fraglich - aber die Demo musste ja nicht die letzte Aktion bleiben, oder!?