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// Europa-Tour 2002
Mein Heimatkaff nervte mal wieder tierisch, meine Kreativität hatte
sich inzwischen auf dem Nullpunkt eingependelt und überhaupt wollte
ich einfach mal wieder raus. Grund genug mal 'nen Monat (viel zu kurz!)
Urlaub zu machen und durch die Lande zu ziehen.
Erste Planungen sollten mich anfangs nach Spanien führen, wurden
jedoch relativ bald aufgrund von Geldmangel und zu langen Fahrtzeiten wieder
über den Haufen geworfen und durch Italien, genauergesagt der Insel
Elba ersetzt. Los ging's dann endlich am 30.06. um 06°° Uhr in
der Früh mit 'nem Kumpel und einem vollbepackten Opel Astra Kombi
richtung Süden. Die Fahrt an sich war eigentlich recht unspektakulär.
Ein bis zwei kleinere Pausen, eindeutig zu viele Kippen und viel zu hohe
Maut- und Fährengebühren später kamen wir endlich auf Elba
an. Nach einer kurzen Irrfahrt über die Insel wurde dann auch doch
relativ schnell der Campingplatz entdeckt und gut 10 Stunden nach Abfahrt
waren wir endlich am Ziel der Träume angelangt. Der Stellplatz war
geil ohne Ende: direkt unter dichten Bäumen im Schatten, etwas höher
gelegen als die meisten restlichen und ziemlich nah am Meer. Zelt aufgebaut,
Klappstühle rausgezerrt und erstmal geflackt. Das sollte dann eigentlich
auch die Hauptbeschäftigung der nächsten Woche werden.
Am ersten und zweiten Tag machten wir uns noch ziemlich motiviert auf
um die Umgebung ein bißchen zu erkunden und über die Felsen
an der Küste zu klettern, sowei ein bißchen zwischen den Algen
im Meer rumzuschwimmen. Von da an war, bis auf an einem Tag an welchem
eine Inselrundfahrt unternommen wurde, mehr oder weniger konstantes rumliegen,
faulenzen und in der Sonne braten angesagt. Ab und zu das eine oder andere
Buch gelesen, sogar mal Beachvolleyball mitgespielt, aber überwiegend
einfach nur geflackt.
Was mir schon gleich negativ auffiel waren die unverschämt hohen
Preise. Ich schaffte es sogar einmal für eine 0,33 Liter Flasche Beck's
sensationelle 4,- € auf den Tisch zu legen, was mich dann doch etwas
zum schlucken brachte. Zur Folge hatte dies, dass wir überwiegend
Konservenfutter aus dem Supermarkt über'm Gaskocher erhitzten und
so mit Fertignudeln und Baked Beans versuchten unsere kulinarischen Bedürfnisse
zu stillen.
Die Nachbarn auf dem Campingplatz waren an und für sich ziemlich
ruhig und angenehm. Ein paar HipHop-Punx (?) weiter unten hauten zwar immer
wie die Geistesgestörten mit Kampfstöcken auf ihr Zelt ein, aber
ansonsten war das auch nicht weiter tragisch. Unmittelbar über uns
fand sich dann noch ein junges englisches Paar ein, welches mit ihrer schlechten
Soundbeschallung (Linkin' Park etc.) und ihren interessanten und auch dementsprechend
laut durch die Gegend gebrüllten Gesprächsthemen ("Hey man, you
smell like shit today!") und Spieleabenden (Karten und Würfel so laut
wie möglich auf den Tisch dreschen, haha ...) mitten in der Nacht
zwar etwas nerven konnte, aber was solls - war ja schliesslich Urlaub!?
Alles in allem ein, in meinen Augen nahezu perfekter und unstressiger Urlaub.
Jetzt trug es sich aber zu, dass sich mein Mitstreiter bei unseren
Kletteraktionen leicht am Fuss verletzte. An und für sich ja noch
kein Problem, aber irgendwie schien sich die Wunde mehr und mehr zu verletzen
und er konnten immer weniger den Fuss belasten. Da er auch so keine wirklichen
Böcke mehr hatte (nimm das näxte mal lieber Bücher mit die
dich auch interessieren! hehe ...) beschlossen wir uns irgendwann abends
wieder in Richtung Deutschland zu fahren. Nach Abbau des Zelts und nochmaligem
Schwimmen im Meer gings dann gegen 19°° Uhr in Elba los. Gerade
noch die Fähre erwischt und rüber auf's Festland. Dort fuhr dann
mein Mitstreiter noch ca. ein bis zwei Stunden, war aber dank seines kaputten
Fusses immer weniger dazu in der Lage, weshalb wir dann Fahrerwechsel machten
und ich die restlichen acht bis neun Stunden fahren durfte. Wäre auch
an und für sich auch kein Problem gewesen, wären nachts nicht
unerhört viele LKWs auf italienischen Autobahnen unterwegs, welche
unverschämt rasant und kreuz und quer, chaotisch vor sich hinberserkern
würden!? Da wurde überholt, kurz vor mir rausgezogen, mit Dauerlichthupe
gefahren und einfach nur Chaos veranstaltet. Kurz hinter Bologna beruhigte
sich dann die Situation und die weitere Fahrt war relativ ruhig und angenehm.
Gegen 05³° Uhr in der Früh kamen wir dann endlich wieder
daheim an, wo ich noch ein bißchen Zeitung las, frühstückte
und dann erstmal in einen tiefen Winterschlaf, mitten im Sommer verfiel.
Nach einigen Tagen Wäsche waschen und rumgammeln sollte es dann
am Samstag, den 14.07. auch schon wieder weiter gehn. Wir wollten uns gegen
06°° Uhr zu Viert am Bahnhof treffen, letztendlich waren wir dann
aber nur zu zweit, weil sowieso erstens alles anders kommt und zweitens
als man denkt. Die Vorgeschichte hierzu ist, dass zwei Leute (Lorenz und
Jürgähn) ihr Zeug bei der dritten Person (Gepi) gebunkert hatten
um dann am nächsten Tag gleich zusammen zum Bahnhof zu kommen. Da
aber diese besagte Person die Nacht über verschollen war kam es zu
der Situation, dass zwei Leute gar nicht erschienen und der Lorenz die
ganze Nacht am durchsaufen war und jetzt ohne sein Zeug auch keinen Bock
hatte mitzufahren.
Also fuhr ich allein los und durfte mir auch gleich ein Wochenendticket
kaufen, da ich nicht schnell genug beim Schnorren war. Toll! Nach 11,5
Stunden kam ich dann endlich in Trier an, wo ich von Clausi Rotten auch
schon am Bahnhof erwartet wurde. Erstmal in seine WG um die anderen Leute
zu treffen, danach irgendwann nach Belgien zu 'nem HC-Konzert gefahren.
Naja, hat mich nicht gerade umgehaun. Hab mir nur MÖRSER wirklich
ein bißchen angeschaut, aber die waren an dem Abend auch nicht wirklich
der Bringer, insofern seh ich von 'nem ausführlichen Konzertbericht
mal ab (zumal ich eh nicht viel zu sagen könnte ...). Vorzeitig zurückgefahren,
an der Tanke noch 'n bißchen mit Futter eingedeckt und danach in
der WG noch ein bißchen gesoffen und gepennt.
Am näxten Tag war dann erstmal lecker Falafel angesagt und gegen
17°° Uhr traf ich mich dann auch schon mit Gepi, Lorenz und Jürgähn
in Koblenz am Bahnhof um weiter nach Holland zu fahren. Da Jürgähn
sich zuvor beim in den Zug einsteigen dummerweise seinen Knöchel gebrochen
hatte stieg er bereits in Köln wieder aus und verliess somit unsere
Reisegruppe. Gepi freundete sich auf der Weiterfahrt noch mit einem netten,
sympathischen Schwulen an, welcher ihn auch gleich kräftigst bearbeitete,
wir anderen lachten uns inzwischen den Arsch ab und machten uns ein bißchen
über unseren Männerschwarm lustig, hehe ... in Venlo (NL) angekommen
versuchten wir dann nach vergeblicher Suche nach irgendwelchen offenen
Läden erstmal zwei bis drei Stunden im Regen richtung Amsterdam zu
trampen, gaben das dann aber wieder auf und zogen es vor im bzw. nach Schliessung
desselben vor dem Bahnhof zu übernachten.
Am näxten Morgen nahmen wir dann den ersten Zug nach Amsterdam
und rannten dort den Rest der Zeit von einem Coffeshop zum nächsten
um eben ein bißchen Kaffee zu trinken. Irgendwann abends trafen wir
uns mit Leuten aus meiner ex-Schule die gerade auf Klassenfahrt in Amsterdam
waren und fanden dort im Hotel einen umsonsten Schlafplatz auf dem komfortablen
Fussboden. Nächster Tag dasselbe Spiel, jedoch wurde uns offenbart,
dass wir nicht mehr im Hotel schlafen konnten, da unser Zeug (plus ein
Joint, welcher zwar nicht von uns war, aber von der kompletten Schulklasse
auf uns geschoben wurde!) von der Putzfrau entdeckt wurde. Diejenige, in
deren Zimmer wir nächtigen konnten wurde ebenfalls rausgeschmissen
und durfte sich von den Lehrern noch anhören, dass sie sie vorher
über uns hätte informieren müssen, wobei die Lehrer ihr
dann eh schon abgeraten hätten sich mit uns zu treffen, da wir grundsätzlich
Ärger und Stress fabrizieren, haha ... naja, wir fanden auf jeden
Fall abends dann ein paar nette Amis, die zufälligerweise in Trier
wohnten und sich in Amsterdam ein Haus gemietet hatten und uns anboten
die Nacht bei ihnen zu verbringen. Das namen wir auch dankend an, was sogar
noch jedem von uns ein Bett bescherte. Zuvor jedoch besuchten wir noch
eine kleine Kneipe mit Infoladen in 'nem Squat in der Spuitstraat und tranken
dort ein paar Bierchens. Sehr geil und gemütlich da drin! Näxter
Tag lief wieder gleich ab: rumflacken, in der Sonne sitzen und Kaffee trinken,
sowie wieder die Squatterkneipe besuchen. Abends wollten wir dann unser
Gepäck vom Bahnhof holen, dieser war jedoch schon zugesperrt, worauf
zumindest ich in kurzen Hosen mitten in der Nacht in Amsterdam auf der
Strasse sass. Also zurück zu besagtem, von den Amis gemietetem Haus
und nach zwei Stunden in der Kälte warten nochmal nach 'nem Schlafplatz
gebettelt. Ging auch wieder klar, diesmal allerdings nur auf der Couch,
weil die Leute mittlerweile zu acht waren.
Am näxten Tag brachen wir dann richtung Berlin auf. In zwei Zweiergruppen
losgetrampt, u.a. von 'nem Grossdealer mitgenommen worden, welcher uns
Heroin und Koks andrehen wollte und irgendwann nachts um 02°° Uhr
endlich in Berlin. Dort erstmal in 'ne Sparkasse und dort auf dem Boden
genächtigt. Die anderen beiden (Gepi und die von den Lehrern in Amsterdam
ebenfalls entlassene, haha ...) hatten die Nacht bereits in der Köpi
verbracht in der wir uns auch trafen. Dort sassen wir ziemlich lang rum,
schauten uns noch in 'nem Plattenladen in der Oranienstrasse um, tranken
das eine oder andere Bier und gingen abends dann in die hauseigene Kneipe
der Köpi und kickerten mit ein paar polnischen Punx, wobei wir hoffnungslos
abkackten.
Am Tag darauf fuhren dann zwei Leute ab wobei nur noch ich und Gepi
übrig blieben. Wir verliessen dann die Köpi erstmal und riefen
bei der sXe-Göttin Zorroschmidt an um uns mit ihr zu treffen. Den
Nachmittag noch mit 'ner Horde türkischer Kinder Fussball gespielt
und abends dann nach Alt-Moabit zu Zorro, jedoch nicht ohne davor noch
beim Schwarzfahren erwischt zu werden, juche! Abends wurde dann nicht mehr
viel gemacht, ausser persisch essen gegangen wobei es lecker gebratenen
Spinat für mich, Salzgürkchen auf Dillspitzen für Zorro,
sowie einen bunten Teller (dessen Inhalt immernoch keiner so wirklich identifizieren
konnte, haha ...) für Gepi.
Am Sonntag machten wir uns dann erstmal daran ein paar Flohmärkte
zu besuchen, wobei wir grundsätzlich einer Gewitterwolke vorausfuhren,
welche uns auch zweimal derbst erwischte - zum Glück fand sich jedoch
immer was geeignetes zum unterstellen. Abends war dann endlich mal 'n Konzert
im Subversiv angesagt.
Der nächste Tag wurde dann mit lange schlafen und Wäsche
im Waschsalon waschen verbracht. Abends dann zu 'n paar Kumpels von Zorro
besuchen, wo es lecker Gemüsesaft gab und ich vergeblich versuchte
mein Können auf der hauseigenen Heimorgel unter Beweis zu stellen.
Gegen 21°° Uhr machten wir uns dann auf zum K17,
wo REGURGITATE, ENTRAILS MASSACRE und SUPPOSITORY musizieren sollten. Geiler
Abend mit noch geileren Bands!
Dienstag, unser letzter Tag in Berlin, wurde dann relativ ruhig. Nachmittags
lief ich mit Gepi in der Stadt rum, während Zorro das Arbeitsamt verprügelte.
Abends dann noch ein kurzer Abstecher in den A-Laden (anarchistischer Infoladen),
bei Zorro eine Hörspielkassette mit irgend so 'nem Dinosaurier gehört
und dann eigentlich schon relativ bald gepennt, bzw. zumindest versucht.
Gepi bildete sich ein zum Einschlafen unbedingt noch eine Zorro-Hörspielkassette
hören zu müssen was mich völlig aus dem Konzept brachte
und zur Folge hatte, dass ich die halbe Nacht nicht einschlafen konnte
(war bestimmt die Angst vor den bösen Gestalten die da vorkamen, haha
...).
Gegen 09°° Uhr am näxten Morgen standen wir dann auf und
machten uns auf den Weg nach Trier, bzw. Gepi zurück nach Bayern.
Schade eigentlich, zumal ich's in Berlin und bei Zorroschmidt doch ziemlich
cool fand! Gegen 11°° Uhr standen wir dann an der Trampstelle vor
dem Autobahnverteiler, um 09°° Uhr am nächsten Morgen kam
ich endlich in Trier an. Allein bei Nürnberg musste ich über
vier Stunden warten bis ich durch Glück wieder mitgenommen wurde.
Scheissdreck verdammter! In Trier erstmal gepennt, abends ein bißchen
gesoffen und gegen 23°° Uhr schon wieder pennen gegangen (was mir
jetzt auch den ziemlich üblen Ruf eines Emo-Hippies in Trier eingebracht
hat, wobei sie selbst aber auch nicht viel besser sind wie wir später
beim Konzertbericht noch feststellen werden, hehe ...) und am Tag darauf
eigentlich nur rumgegammelt und Falafel gefressen. Über den Tag verteilt
fiel mir dann der Name DISRUPT nicht ein, ich erkannte 'nen DOOM Song nicht
und ich verwechselte FUCK ON THE BEACH mit BOB MARLEY (hehehe ...), wonach
mir nahegelegt wurde meine Domain doch lieber in HIPPIEPUNK.DE umzubenennen.
*grinz*
Abends war dann Konzert
im Ex-Haus Trier, wo LEWD PRANK zwei Tage lang ihr 10-jähriges Bandjubiläum
feierten. Ein bißchen gefuttert, ein bißchen Bier gesoffen
und 'ne gigantische Party gefeiert.
Am letzten Tag meiner Tour sollte es dann weiter nach Frankfurt gehen,
wo ursprünglich auch QUATTRO STAGIONI 'nen Gig spielen sollten, dann
aber aufgrund von Schüttelfrost des Gitarristen ganz emo-mässig
absagten. Den Tag über noch rumgeflackt, wobei die ach so harte Trierer
Fraktion doch ziemlich am ablullen war, hehe. Abends gings dann wie gesagt
auf nach Frankfurt in's Cafe Exzess
wo doch noch immerhin drei Bands am Start waren.
Am Sonntag fuhr ich dann in Adlers Auto mit nach Regensburg, wobei
wir kurz hinter Würzburg natürlich gleich mal von Zivibullen
auf einen Parkplatz gelotst wurden wo uns dann auch noch der Kühlerschlauch
riss. Während die Bullen das Auto auf der vergeblichen Suche nach
Drogen und Waffen auf den Kopf stellten und uns über Herkunft und
Zielort ausfragten wurde erstmal der ADAC gerufen. Kurz darauf die nächste
Bullenstreife welche u.a. ganz fachmännisch feststellte, dass wir
wohl 'ne Panne hätten. Wow! Hätte ich ihnen gar nicht zugetraut,
den Junx!? Irgendwann flickte der ADAC-Mann dann notdürftig den Schlauch
und ich machte mich dann gegen 20°° Uhr von Regensburg mit dem
Zug auf in mein Heimatkaff, wo ich jetzt hier sitze und diesen Bericht
zu Ende tippe ...
Grüssen will ich zum Schluss nochmal alle Leute die ich in der
Zwischenzeit wiedergetroffen bzw. neu kennengelernt habe und bei denen
ich die Wochen über unterkommen konnte. War 'ne coole Flucht aus meinem
alltäglichen Mief, die auch dringend mal nötig war. Cheers und
Dissoap kann man eben doch nicht zum saufen schicken! =;o) |