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Mein Heimatkaff nervte mal wieder tierisch, meine Kreativität hatte sich inzwischen auf dem Nullpunkt eingependelt und überhaupt wollte ich einfach mal wieder raus. Grund genug mal 'nen Monat (viel zu kurz!) Urlaub zu machen und durch die Lande zu ziehen.
Erste Planungen sollten mich anfangs nach Spanien führen, wurden jedoch relativ bald aufgrund von Geldmangel und zu langen Fahrtzeiten wieder über den Haufen geworfen und durch Italien, genauergesagt der Insel Elba ersetzt. Los ging's dann endlich am 30.06. um 06°° Uhr in der Früh mit 'nem Kumpel und einem vollbepackten Opel Astra Kombi richtung Süden. Die Fahrt an sich war eigentlich recht unspektakulär. Ein bis zwei kleinere Pausen, eindeutig zu viele Kippen und viel zu hohe Maut- und Fährengebühren später kamen wir endlich auf Elba an. Nach einer kurzen Irrfahrt über die Insel wurde dann auch doch relativ schnell der Campingplatz entdeckt und gut 10 Stunden nach Abfahrt waren wir endlich am Ziel der Träume angelangt. Der Stellplatz war geil ohne Ende: direkt unter dichten Bäumen im Schatten, etwas höher gelegen als die meisten restlichen und ziemlich nah am Meer. Zelt aufgebaut, Klappstühle rausgezerrt und erstmal geflackt. Das sollte dann eigentlich auch die Hauptbeschäftigung der nächsten Woche werden.
Am ersten und zweiten Tag machten wir uns noch ziemlich motiviert auf um die Umgebung ein bißchen zu erkunden und über die Felsen an der Küste zu klettern, sowei ein bißchen zwischen den Algen im Meer rumzuschwimmen. Von da an war, bis auf an einem Tag an welchem eine Inselrundfahrt unternommen wurde, mehr oder weniger konstantes rumliegen, faulenzen und in der Sonne braten angesagt. Ab und zu das eine oder andere Buch gelesen, sogar mal Beachvolleyball mitgespielt, aber überwiegend einfach nur geflackt.
Was mir schon gleich negativ auffiel waren die unverschämt hohen Preise. Ich schaffte es sogar einmal für eine 0,33 Liter Flasche Beck's sensationelle 4,- € auf den Tisch zu legen, was mich dann doch etwas zum schlucken brachte. Zur Folge hatte dies, dass wir überwiegend Konservenfutter aus dem Supermarkt über'm Gaskocher erhitzten und so mit Fertignudeln und Baked Beans versuchten unsere kulinarischen Bedürfnisse zu stillen.
Die Nachbarn auf dem Campingplatz waren an und für sich ziemlich ruhig und angenehm. Ein paar HipHop-Punx (?) weiter unten hauten zwar immer wie die Geistesgestörten mit Kampfstöcken auf ihr Zelt ein, aber ansonsten war das auch nicht weiter tragisch. Unmittelbar über uns fand sich dann noch ein junges englisches Paar ein, welches mit ihrer schlechten Soundbeschallung (Linkin' Park etc.) und ihren interessanten und auch dementsprechend laut durch die Gegend gebrüllten Gesprächsthemen ("Hey man, you smell like shit today!") und Spieleabenden (Karten und Würfel so laut wie möglich auf den Tisch dreschen, haha ...) mitten in der Nacht zwar etwas nerven konnte, aber was solls - war ja schliesslich Urlaub!? Alles in allem ein, in meinen Augen nahezu perfekter und unstressiger Urlaub.
Jetzt trug es sich aber zu, dass sich mein Mitstreiter bei unseren Kletteraktionen leicht am Fuss verletzte. An und für sich ja noch kein Problem, aber irgendwie schien sich die Wunde mehr und mehr zu verletzen und er konnten immer weniger den Fuss belasten. Da er auch so keine wirklichen Böcke mehr hatte (nimm das näxte mal lieber Bücher mit die dich auch interessieren! hehe ...) beschlossen wir uns irgendwann abends wieder in Richtung Deutschland zu fahren. Nach Abbau des Zelts und nochmaligem Schwimmen im Meer gings dann gegen 19°° Uhr in Elba los. Gerade noch die Fähre erwischt und rüber auf's Festland. Dort fuhr dann mein Mitstreiter noch ca. ein bis zwei Stunden, war aber dank seines kaputten Fusses immer weniger dazu in der Lage, weshalb wir dann Fahrerwechsel machten und ich die restlichen acht bis neun Stunden fahren durfte. Wäre auch an und für sich auch kein Problem gewesen, wären nachts nicht unerhört viele LKWs auf italienischen Autobahnen unterwegs, welche unverschämt rasant und kreuz und quer, chaotisch vor sich hinberserkern würden!? Da wurde überholt, kurz vor mir rausgezogen, mit Dauerlichthupe gefahren und einfach nur Chaos veranstaltet. Kurz hinter Bologna beruhigte sich dann die Situation und die weitere Fahrt war relativ ruhig und angenehm. Gegen 05³° Uhr in der Früh kamen wir dann endlich wieder daheim an, wo ich noch ein bißchen Zeitung las, frühstückte und dann erstmal in einen tiefen Winterschlaf, mitten im Sommer verfiel.
Nach einigen Tagen Wäsche waschen und rumgammeln sollte es dann am Samstag, den 14.07. auch schon wieder weiter gehn. Wir wollten uns gegen 06°° Uhr zu Viert am Bahnhof treffen, letztendlich waren wir dann aber nur zu zweit, weil sowieso erstens alles anders kommt und zweitens als man denkt. Die Vorgeschichte hierzu ist, dass zwei Leute (Lorenz und Jürgähn) ihr Zeug bei der dritten Person (Gepi) gebunkert hatten um dann am nächsten Tag gleich zusammen zum Bahnhof zu kommen. Da aber diese besagte Person die Nacht über verschollen war kam es zu der Situation, dass zwei Leute gar nicht erschienen und der Lorenz die ganze Nacht am durchsaufen war und jetzt ohne sein Zeug auch keinen Bock hatte mitzufahren.
Also fuhr ich allein los und durfte mir auch gleich ein Wochenendticket kaufen, da ich nicht schnell genug beim Schnorren war. Toll! Nach 11,5 Stunden kam ich dann endlich in Trier an, wo ich von Clausi Rotten auch schon am Bahnhof erwartet wurde. Erstmal in seine WG um die anderen Leute zu treffen, danach irgendwann nach Belgien zu 'nem HC-Konzert gefahren. Naja, hat mich nicht gerade umgehaun. Hab mir nur MÖRSER wirklich ein bißchen angeschaut, aber die waren an dem Abend auch nicht wirklich der Bringer, insofern seh ich von 'nem ausführlichen Konzertbericht mal ab (zumal ich eh nicht viel zu sagen könnte ...). Vorzeitig zurückgefahren, an der Tanke noch 'n bißchen mit Futter eingedeckt und danach in der WG noch ein bißchen gesoffen und gepennt.
Am näxten Tag war dann erstmal lecker Falafel angesagt und gegen 17°° Uhr traf ich mich dann auch schon mit Gepi, Lorenz und Jürgähn in Koblenz am Bahnhof um weiter nach Holland zu fahren. Da Jürgähn sich zuvor beim in den Zug einsteigen dummerweise seinen Knöchel gebrochen hatte stieg er bereits in Köln wieder aus und verliess somit unsere Reisegruppe. Gepi freundete sich auf der Weiterfahrt noch mit einem netten, sympathischen Schwulen an, welcher ihn auch gleich kräftigst bearbeitete, wir anderen lachten uns inzwischen den Arsch ab und machten uns ein bißchen über unseren Männerschwarm lustig, hehe ... in Venlo (NL) angekommen versuchten wir dann nach vergeblicher Suche nach irgendwelchen offenen Läden erstmal zwei bis drei Stunden im Regen richtung Amsterdam zu trampen, gaben das dann aber wieder auf und zogen es vor im bzw. nach Schliessung desselben vor dem Bahnhof zu übernachten.
Am näxten Morgen nahmen wir dann den ersten Zug nach Amsterdam und rannten dort den Rest der Zeit von einem Coffeshop zum nächsten um eben ein bißchen Kaffee zu trinken. Irgendwann abends trafen wir uns mit Leuten aus meiner ex-Schule die gerade auf Klassenfahrt in Amsterdam waren und fanden dort im Hotel einen umsonsten Schlafplatz auf dem komfortablen Fussboden. Nächster Tag dasselbe Spiel, jedoch wurde uns offenbart, dass wir nicht mehr im Hotel schlafen konnten, da unser Zeug (plus ein Joint, welcher zwar nicht von uns war, aber von der kompletten Schulklasse auf uns geschoben wurde!) von der Putzfrau entdeckt wurde. Diejenige, in deren Zimmer wir nächtigen konnten wurde ebenfalls rausgeschmissen und durfte sich von den Lehrern noch anhören, dass sie sie vorher über uns hätte informieren müssen, wobei die Lehrer ihr dann eh schon abgeraten hätten sich mit uns zu treffen, da wir grundsätzlich Ärger und Stress fabrizieren, haha ... naja, wir fanden auf jeden Fall abends dann ein paar nette Amis, die zufälligerweise in Trier wohnten und sich in Amsterdam ein Haus gemietet hatten und uns anboten die Nacht bei ihnen zu verbringen. Das namen wir auch dankend an, was sogar noch jedem von uns ein Bett bescherte. Zuvor jedoch besuchten wir noch eine kleine Kneipe mit Infoladen in 'nem Squat in der Spuitstraat und tranken dort ein paar Bierchens. Sehr geil und gemütlich da drin! Näxter Tag lief wieder gleich ab: rumflacken, in der Sonne sitzen und Kaffee trinken, sowie wieder die Squatterkneipe besuchen. Abends wollten wir dann unser Gepäck vom Bahnhof holen, dieser war jedoch schon zugesperrt, worauf zumindest ich in kurzen Hosen mitten in der Nacht in Amsterdam auf der Strasse sass. Also zurück zu besagtem, von den Amis gemietetem Haus und nach zwei Stunden in der Kälte warten nochmal nach 'nem Schlafplatz gebettelt. Ging auch wieder klar, diesmal allerdings nur auf der Couch, weil die Leute mittlerweile zu acht waren.
Am näxten Tag brachen wir dann richtung Berlin auf. In zwei Zweiergruppen losgetrampt, u.a. von 'nem Grossdealer mitgenommen worden, welcher uns Heroin und Koks andrehen wollte und irgendwann nachts um 02°° Uhr endlich in Berlin. Dort erstmal in 'ne Sparkasse und dort auf dem Boden genächtigt. Die anderen beiden (Gepi und die von den Lehrern in Amsterdam ebenfalls entlassene, haha ...) hatten die Nacht bereits in der Köpi verbracht in der wir uns auch trafen. Dort sassen wir ziemlich lang rum, schauten uns noch in 'nem Plattenladen in der Oranienstrasse um, tranken das eine oder andere Bier und gingen abends dann in die hauseigene Kneipe der Köpi und kickerten mit ein paar polnischen Punx, wobei wir hoffnungslos abkackten.
Am Tag darauf fuhren dann zwei Leute ab wobei nur noch ich und Gepi übrig blieben. Wir verliessen dann die Köpi erstmal und riefen bei der sXe-Göttin Zorroschmidt an um uns mit ihr zu treffen. Den Nachmittag noch mit 'ner Horde türkischer Kinder Fussball gespielt und abends dann nach Alt-Moabit zu Zorro, jedoch nicht ohne davor noch beim Schwarzfahren erwischt zu werden, juche! Abends wurde dann nicht mehr viel gemacht, ausser persisch essen gegangen wobei es lecker gebratenen Spinat für mich, Salzgürkchen auf Dillspitzen für Zorro, sowie einen bunten Teller (dessen Inhalt immernoch keiner so wirklich identifizieren konnte, haha ...) für Gepi.
Am Sonntag machten wir uns dann erstmal daran ein paar Flohmärkte zu besuchen, wobei wir grundsätzlich einer Gewitterwolke vorausfuhren, welche uns auch zweimal derbst erwischte - zum Glück fand sich jedoch immer was geeignetes zum unterstellen. Abends war dann endlich mal 'n Konzert im Subversiv angesagt.
Der nächste Tag wurde dann mit lange schlafen und Wäsche im Waschsalon waschen verbracht. Abends dann zu 'n paar Kumpels von Zorro besuchen, wo es lecker Gemüsesaft gab und ich vergeblich versuchte mein Können auf der hauseigenen Heimorgel unter Beweis zu stellen. Gegen 21°° Uhr machten wir uns dann auf zum K17, wo REGURGITATE, ENTRAILS MASSACRE und SUPPOSITORY musizieren sollten. Geiler Abend mit noch geileren Bands!
Dienstag, unser letzter Tag in Berlin, wurde dann relativ ruhig. Nachmittags lief ich mit Gepi in der Stadt rum, während Zorro das Arbeitsamt verprügelte. Abends dann noch ein kurzer Abstecher in den A-Laden (anarchistischer Infoladen), bei Zorro eine Hörspielkassette mit irgend so 'nem Dinosaurier gehört und dann eigentlich schon relativ bald gepennt, bzw. zumindest versucht. Gepi bildete sich ein zum Einschlafen unbedingt noch eine Zorro-Hörspielkassette hören zu müssen was mich völlig aus dem Konzept brachte und zur Folge hatte, dass ich die halbe Nacht nicht einschlafen konnte (war bestimmt die Angst vor den bösen Gestalten die da vorkamen, haha ...).
Gegen 09°° Uhr am näxten Morgen standen wir dann auf und machten uns auf den Weg nach Trier, bzw. Gepi zurück nach Bayern. Schade eigentlich, zumal ich's in Berlin und bei Zorroschmidt doch ziemlich cool fand! Gegen 11°° Uhr standen wir dann an der Trampstelle vor dem Autobahnverteiler, um 09°° Uhr am nächsten Morgen kam ich endlich in Trier an. Allein bei Nürnberg musste ich über vier Stunden warten bis ich durch Glück wieder mitgenommen wurde. Scheissdreck verdammter! In Trier erstmal gepennt, abends ein bißchen gesoffen und gegen 23°° Uhr schon wieder pennen gegangen (was mir jetzt auch den ziemlich üblen Ruf eines Emo-Hippies in Trier eingebracht hat, wobei sie selbst aber auch nicht viel besser sind wie wir später beim Konzertbericht noch feststellen werden, hehe ...) und am Tag darauf eigentlich nur rumgegammelt und Falafel gefressen. Über den Tag verteilt fiel mir dann der Name DISRUPT nicht ein, ich erkannte 'nen DOOM Song nicht und ich verwechselte FUCK ON THE BEACH mit BOB MARLEY (hehehe ...), wonach mir nahegelegt wurde meine Domain doch lieber in HIPPIEPUNK.DE umzubenennen. *grinz*
Abends war dann Konzert im Ex-Haus Trier, wo LEWD PRANK zwei Tage lang ihr 10-jähriges Bandjubiläum feierten. Ein bißchen gefuttert, ein bißchen Bier gesoffen und 'ne gigantische Party gefeiert.
Am letzten Tag meiner Tour sollte es dann weiter nach Frankfurt gehen, wo ursprünglich auch QUATTRO STAGIONI 'nen Gig spielen sollten, dann aber aufgrund von Schüttelfrost des Gitarristen ganz emo-mässig absagten. Den Tag über noch rumgeflackt, wobei die ach so harte Trierer Fraktion doch ziemlich am ablullen war, hehe. Abends gings dann wie gesagt auf nach Frankfurt in's Cafe Exzess wo doch noch immerhin drei Bands am Start waren.
Am Sonntag fuhr ich dann in Adlers Auto mit nach Regensburg, wobei wir kurz hinter Würzburg natürlich gleich mal von Zivibullen auf einen Parkplatz gelotst wurden wo uns dann auch noch der Kühlerschlauch riss. Während die Bullen das Auto auf der vergeblichen Suche nach Drogen und Waffen auf den Kopf stellten und uns über Herkunft und Zielort ausfragten wurde erstmal der ADAC gerufen. Kurz darauf die nächste Bullenstreife welche u.a. ganz fachmännisch feststellte, dass wir wohl 'ne Panne hätten. Wow! Hätte ich ihnen gar nicht zugetraut, den Junx!? Irgendwann flickte der ADAC-Mann dann notdürftig den Schlauch und ich machte mich dann gegen 20°° Uhr von Regensburg mit dem Zug auf in mein Heimatkaff, wo ich jetzt hier sitze und diesen Bericht zu Ende tippe ...
Grüssen will ich zum Schluss nochmal alle Leute die ich in der Zwischenzeit wiedergetroffen bzw. neu kennengelernt habe und bei denen ich die Wochen über unterkommen konnte. War 'ne coole Flucht aus meinem alltäglichen Mief, die auch dringend mal nötig war. Cheers und Dissoap kann man eben doch nicht zum saufen schicken! =;o)