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Nachdem wir's schon nicht auf's Para Raio geschafft hatten musste eben
das Zoro-Festival in Leipzig dran glauben. Der ganzen Aktion ging ein einwöchiger
mega-gigantischer Zivi-Lehrgang in der Weltstadt Spiegelau (im Bayerischen
Wald) mit dem kulturellen Höhepunkt "Kuacha-Stüberl" voraus,
auf welchem ich von lauter "Zu-den-Nutten-in-die-Tschechei"-Fahrer umgeben
war, kotz!
Am Freitag traf ich mich mit Forrest, seiner Freundin und 'ner Freundin
der Freundin in Regen (wobei ich auf dem Weg dorthin erstmal lecker mein
Auto in den Graben setzte und von drei kräftigen Männchen wieder
rausgeschleppt werden musste) und nach einigen Wartereien, Komplikationen
und Alzheimer bedingten Ausfällen ging's dann endlich gegen 16°°
Uhr richtung Sachsen.
Und da das was eigentlich nicht hätte kommen sollen trotzdem eintrat
reihten wir uns nach kurzer Fahrt bei Regensburg erstmal in 'nen fetten
Stau ein. Dank Forrest's "Abkürzung" quer durch Regensburg (wo wir
übrigens in 'nem noch fetteren Stau standen!) brauchten wir dann nochmal
ca. 'ne halbe Stunde länger und irgendwie rechnete niemand damit noch
halbwegs rechtzeitig (zu ROT) in Leipzig anzukommen. Etliche Pisspausen
und stop-and-go Rasereien später kam dann endlich etwas Schwung in
die Sache und wir schafften es tatsächlich fliessend vor uns hinzufahren!
Yeah! Danach verging die Zeit wie im Flug (naja, nicht wirklich!), wir
lauschten bedächtig einigen sächsischen Geschichten über
Dickdarmentzündung, Blähungen und Stuhlgang und tuckert gemütlich
immer weiter richtung Ostzone.
Nach sensationellen sieben bis acht Stunden Fahrt (!) wurde dann endlich
das Ziel der Träume erreicht und voller Vorfreude betraten wir das
gigantisch geile Zoro um gleich einen imaginären Schlag in die Fresse
zu bekommen: ROT hatten gerade eben gespielt und wir kamen gerade noch
rechtzeitig um ihnen beim Abbau zuzusehen. Die Stimmung dementsprechend
geknickt warteten wir also auf den Rest der Bands (zwei sollten noch spielen)
und hofften noch ein paar gute Sachen mitzubekommen.
Als erstes enterten BELLI COSI aus Italien die Bühne und beim
Anblick des Sängers war ich eher wenig zuversichtlich überwältigend
coolen Sound zu hören zu bekommen - aber ich sollte schnell belehrt
werden. Die Italiener spielten astreinen, geilen und schnellen HC-Punk,
wobei ich hier und da sogar ganz leichte CRIPPLE BASTARDS Parallelen in
die Sonx interpretierte. Die Leute gingen gut ab, pogten durch die Gegend
und ich staunte nicht schlecht über die riesige Masser an coolen Leuten.
Die Band auf der Bühne gab alles, was ich von uns nicht behaupten
kann - viel zu fertig von der ganzen Fahrerei hockten bzw. standen wir
eher am Rand des Geschehens und konnten uns mehr als ein bißchen
Im-Takt-wippen nicht mehr entlocken. Schade eigentlich, denn BELLI COSI
rockten wirklich ziemlich durch die Gegend!
Als letzte Band an dem Abend (zuvor hatten wohl schon ROT, 60 STORIES
und HANDS OF DEATH gespielt!) kamen dann die megageilen IDLE YOUTH aus
dem Amiland. Schneller, wütender und abwechslungsreicher HC-Punk /
Thrash mit weiblichem Gesang, verdammt viel Energie und absolut mitreissendem
Sound. Zwischendrin immer wieder schnell und plötzlich gesetzte Breaks,
die dann aber immer wieder mindestens genausoschnell in gewohnt schnelles
Geprügel ausbrechen. IDLE YOUTH können teilweise vielleicht entfernt
ein bißchen mit alten (und schnelleren) HARUM SCARUM verglichen werden
- auch wenn's die Sache nicht so wirklich trifft, zumindest wisst ihr aber
in welche richtung das Ganze geht! Wie gesagt: absolut geil - wenn sie
mal in eurer Nähe spielen unbedingt ansehen!!! Nach 'nem (wie so oft)
zu kurzen Gig ging's dann endlich zu unseren Pennplätzen wo wir nach
ein paar Käsebroten auch ziemlich schnell wegkackten.
Der Samstag begann irgendwann mittags mit lecker Kartoffelauflauf essen
und ging dann erstmal mit Autoradio-Boxen reparieren und in Connewitz shoppen
weiter. Nachdem alle mehr oder weniger pleite waren wieder in's Zoro um
dem ex-Inferno-und-jetzt-Wartoys-Zong beim Umgang mit 'nem echten Groupie
bzw. beim Autogramme-(nicht)-geben zu bewundern. Danach rauf, runter, links,
rechts, kurz zum lecker Falafel futtern und irgendwann endlich rein zur
ersten Band.
PHALANX aus Seattle machten an diesem Abend den Anfang und boten fetzen-geiles
Gekruste mit abwechselnd grunzenden und kreischenden Sängern. Rauher
und aggressiver Sound mit politischen bzw. system- und gesellschaftskritischen
Texten und mindestens genauso aggressiven Ansagen. Auch sie konnten restlos
überzeugen und bolzten ihren old-school Crustcore mächtig wütend
durch die Gegend. Die Leute wussten es zu würdigen und gingen dementsprechend
ab, also beide Daumen hoch!
Die näxte und damit zumindest für uns leider auch letzte
Band war POUNDA FLESH aus England und spielte dementsprechend typisch alten
UK-Hardcore-Punk wie wir ihn alle kennen (und einige unter uns auch lieben!).
Schneller, rotziger Pogopunk mit dreckigem, rauhen Gesang, schnellen, melodischen,
aber dennoch harten Riffs und 'nem superwitzigen und mindestens genauso
kleinen Gitarristen. Auch hier war der Saal übelst am Abgehen und
pogte wie wild von einem zum anderen Ende des Raums. Auch hier konnte ich
keine Mängel entdecken und dementsprechend kann ich auch diese Band
jedem empfehlen der auf alten old-school UK-HC-Punk steht!
Danach war die Sache wie gesagt für uns erledigt und wir mussten
uns leider auf den langen und beschwerlichen Heimweg machen. Gegen 24°°
Uhr kamen wir in Leipzig weg und ohne grossartige Komplikationen kamen
wir gegen 04³° Uhr in Regen an wo auch alle völlig erschöpft
in die Betten (bzw. ich auf die Couch) fielen und wegpennten. Ich durfte
mich dann noch die ganze Nacht (und den kompletten Vormittag) von den zwei
anwesenden Katzen verprügeln lassen, aber sonst war alles ok, haha!
Fazit des chaotischen aber geilen Wochenendes: absolut geniale Location,
supercoole Leute unter denen zumindest ich absolut keinen Stress mitbekommen
habe (und das bei der Masse!) und mindestens genausogeile Bands. Werd näxtes
Jahr auf jeden Fall schon am Donnerstag hoch- und auch erst am Montag morgen
wieder heimfahren. Lohnt sich zutiefst und wer das verpasst hat is selbst
schuld! Cheers und up the fucking punx!!!
Bands:
DONNERSTAG
Anaeroba (Crust aus Slowenien)
Counterattack (Anarcho-HC-Punk aus Belgien)
Undercroft (Deathmetal aus Chile)
Sinergia (Crust aus Spanien)
The Phantom Limbs (HC-Punk aus den USA)
Lost (Anarchocore aus Polen)
Twisted System (Crust aus Belgien)
Blazen (Noise aus Italien)
Mangenerated (Noise aus Belgien)
FREITAG
Rot (Grind aus Brasilien)
Belli Cosi (HC-Punk aus Italien)
60 Stories (Pop-Punk aus dem Amiland)
Hands Of Death (Grindcore aus Kanada)
Idle Youth (HC-Punk aus den USA)
SAMSTAG
Phalanx (Crust aus den USA)
Pounda Flesh (HC-Punk aus England)
Drum Extasy (Percussion & Bass aus Belarus)
Zeroid (New School)
SONNTAG
Lombego Surfers (Surf'n'Roll aus der Schweiz)
Der Gelbe Wahnfried (Industrial Rock aus Doofland) |