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Es ist der 06.04. und es war geplant auf den Gig einer befreundeten 80er Jahre Punkband namens "Schwarze Witwe" und der unkommerziellen Deutschpunkkapelle "Tut das Not" zu fahren. Das ganze fand in München im Tröpfleinbad (oder wie heisst das?) statt. Irgendwann also mal die sieben Sachen gepackt und in's Auto gepflezt. Bis München war ja dann noch alles klar ... aber dann die ersten Probleme: vorgeschriebene Fahrtrichtungen, die nicht so wollten wie wir, eine offenbar veraltete Strassenkarte und allgemein recht wenig Plan. Ich kann mich noch erinnern, dass wir dreimal ungewollt durch eine gewisse Türkenstrasse gefahren sind und uns jedes mal einig waren, dass wir hier eindeutig nicht mehr hinfahren durften. Naja, einige Taxifahrerbelästigungen und Suchaktionen weiter kamen wir endlich an dem gewünschten Ort des Geschehens an. Haben dann sogar noch Glück gehabt: Schwarze Witwe hatten gerade erst angefangen und wir konnten frohen Mutes die Tanzfläche entern. Endlich auch mal wieder Leute getroffen, die man schon seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen hatte - muss sagen hat sich doch wirklich gelohnt. Jetzt mal zur Band: wie schon angedeutet boten sie wunderhübschen, altmodischen 80er Jahre-Punk, der so richtig sympathisch rüberkam. Sowas hört man heutzutage wirklich nicht mehr oft und so war die Stimmung auch schon mächtig am kochen. Und das beste war: quasi überhaupt gar keine Stumpfpunkassis zu sehn ... richtig schöne Partystimmung, yeah!!!!! Die Band spielte also brav ihr Set runter, die Leudls warn am rumhüpfen, -wippen oder auch einfach nur -sitzen und jeder schien rundum zufrieden. Zum Schluss wurde dann noch von der Dorfen-Crew das obligatorische Atomtot-Cover "Schwarz-Roter Widerstand" vorgetragen und das ganze Publikum war am singen bzw. gröhlen.
Nach kurzer Raucherpause gings dann auch schon mit den Stuttgartern von "Tut das Not" weiter. Sie spielten eher so intelligenten Deutschpunk, vielleicht marke "But alive" und Konsorten und wussten v.a. textlich zu begeistern. Die bringen wirklich das was sie sagen wollen kurz und knapp, ohne langes rumgefasel auf den Punkt. Musikalisch sicherlich recht gut, wobei ich eben mit diesem neu-Deutschpunk nicht grossartig was anfangen kann, weil man sowas einfach viel zu oft zu hören bekommt - wobei ich natürlich zugeben muss, dass sie aus dem Sumpf der Deutschpunk Kapellen meilenweit herausragen. Das einzige Lied was ich mitsingen konnte war das "Einheitsfrontlied"-Cover von Bert Brecht, was recht gut vorgetragen wurde und zum pogen liess ich mich schliesslich auch hinreissen. Hier muss noch gesagt werden, dass für ein Deutschpunk Konzi absolut fair getanzt wurde und der Pogo nicht in eine hirnlose Massenschlägerei ausgeartet ist. Doch, allgemeiner Eindruck war durchaus positiv. Die "Tut das Not" CD gab's für nur unglaubliche 5,- DM (womit jegliche Kommerzvorwürfe für ewige Zeiten vom Tisch sein dürften) und die Junx waren auch an und für sich sehr sympathisch.
Nachdem die Bands dann eingepackt hatten, sassen wir noch ziemlich lange saufend in der Gegend rum und hielten noch hier und da das eine oder andere Schwätzchen. Irgendwann zog's uns dann doch heim und wir machten uns vom Acker. Rückfahrt war dann weitaus weniger kompliziert, wobei ich dann glaub ich noch irgendwann friedlich eingepennt bin. Fazit: war schon ganz ok. Nicht unbedingt alles meine Musik, aber die Partystimmung war's allemal wert...