Home // Live-Reviews // Tragedy


Nachdem sie ihre letzte Tour aufgrund einer Verletzung kurzfristig absagen mussten hatte es doch wenigstens dieses Mal geklappt: TRAGEDY, die von vielen als die momentan beste Hardcore/Punk Band gesehen werden, tourten durch Europa und machten am 24.10. zum Glück auch in München im Kafe Kult halt. Zwei weitere Bands standen auf dem Programm: die lokalen SHICKERIA DROPOUTS, sowie die ebenfalls allseits bekannten PARANOIA KEEPS CRAWLING.
Erstmal bißchen Bier gebechert und mit Leuten gequatscht. War im Kult wohl schon lange nicht mehr so voll, dementsprechend also schonmal gute Voraussetzungen für 'ne gigantische Party während den Bands. Den Anfang hier machten die Münchner, welche ich allerdings schonmal aufgrund einer ernsten Konversation mit Mr. Claus-Rotten verpasste. Hab erst im Nachhinein erfahren, dass das die neue Kapelle vom Tibor gewesen wäre, aber es gibt sicher noch öfter die Möglichkeit die live zu sehen. Gehen musikalisch wohl in die Richtung "düsterer HC mit Krusteneinschlag", aber will hier ja jetzt nicht inkompetent vor mich hinschwallen ...
Zweite Band des Abends waren dann PARANOIA KEEPS CRAWLING aus Ulm. Hatte ich auch schon länger nicht mehr gesehn und ich muss sagen, dass sie mir an dem Abend besser denn je gefielen. Brutale Mischung aus Screamo und HC, mit zwei kreischenden Chaoten am Gesang (wobei der eine immer so richtig schön leidend schauen kann ... echt herzzerreissend! hehe ...), fetter Gitarre und wüst prügelndem Schlagzeug. Kamen meiner Meinung nach dieses Mal wesentlich druckvoller, aber auch koordinierter und professioneller rüber als die Male an die ich mich noch erinnern kann. Äußerst energiegeladen rausgerotzt - so sollte es sein ... die Leute gingen auch hier schon gut ab und Partystimmung, aber auch die Spannung stieg.
Nach kurzer Pause stürmten dann die Jungs von TRAGEDY die Bühne und die Menge war nicht mehr zu halten. Von Anfang an wurde gepogt, gemosht und die ersten Leute ließen sich von der Menge durch den Saal tragen. Hunderte von Händen in der Luft, alle singen die Texte mit und fliegen nur noch wie wild durch den Raum. Schon lang nicht mehr sowas geiles gesehn. Dementsprechend gingen auch die Amis ab. Es reihte sich Hit an Hit: von 'The point of no return'  über 'The ending fight' bis hin zu  'No words' war alles dabei was auf einem echten TRAGEDY Konzert gespielt werden muss. Im Grunde ist die Stimmung und die Atmosphäre ziemlich unbeschreiblich. Stellt euch vor 200 Leute freuen sich seit Monaten auf das Konzert, zwängen sich gemeinsam in 'nen viel zu kleinen Raum und dann fängt die Band an und nichts kann sich mehr halten ... einfach gigantisch!
Völlig erschöpft und durch und durch nass tauch ich nach dem Konzert dann irgendwann wieder aus der Masse auf und muss mich erstmal total fertig hinflacken. Wer das Konzert verpasst hat ist wirklich selbst schuld ... eine der geilsten Shows auf denen ich seit etlicher Zeit war - nicht zuletzt aufgrund der wahnsinns Stimmung ...