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Endlich war's mal wieder soweit ... Samstag der 06.10.01 und nach langer Zeit stand mal wieder 'n geiles Konzert an. In's Dorfener autonome JuZ hatten wir REMAINS OF THE DAY aus Portland/USA, AUTORITÄR, die allseits bekannten und beliebten Crustköpfe aus der Reichshauptstadt, PARANOIA KEEPS CRAWLING, die HC/Emo-Schreihälse aus Günzburg, sowie INDIKATION mit ihrem HC/Crust Gebräue eingeladen. Der erste Stress fing an als ich um ca. 13°° Uhr angerufen und mir offenbart wurde, dass noch kein Essen für die Bands eingekauft war und ich jetzt noch Chauffeur spielen durfte, den Leuten in Dorfen allerdings versprochen hatte spätestens um 14°° Uhr dort anzukommen. Also Kumpel abholen, in die Stadt zum Asiashop zum Tofu kaufen, wieder zurück zum Kumpel, dort merken, dass dieser gar keinen Reis mehr hat, zurück in die Stadt zu seiner Mutter um 'n paar Säcke Reis zu holen und dann endlich auf nach Dorfen. Da wurden wir dann auch schon sehnsüchtigst erwartet! Erst nochmal zum Einkaufen um Frühstück für die Bands zu holen und dann ab in den ersten Stock um das dortige Kino in 'nen komfortablen Schlafsaal umzubauen. Nach 'nem lauwarmen Bier ging die Arbeit dann schon ein bißchen einfacher und wir machten uns an's Werk die ganze Backline nach unten zu schleppen: Mischpult, Hochtöner, Boxen, Schlagzeug, Mikros usw. Irgendwann traf dann auch Organisator Nummer Zwei ein und erteilte uns mit der Lieferung seines Woks den Startschuss für ein heiteres Kochduell, wobei ich die undankbare Rolle des völlig-versiffter-Topf Abspülers einnehmen durfte, haha. Danach dann nur noch kurz zum Wasserkocher und Stempel holen fahren und in Ruhe 'n Bierchen trinken. Jetzt war dann erstmal unendlich langes warten und essen angesagt. Leute von Indikation hatten sich irgendwie völlig verfahren (und das obwohl's eigentlich immer nur geradeaus geht!?) und von den anderen drei Bands fehlte sowieso jede Spur. Gegen 19°° Uhr trafen endlich Indikation ein und stopften sich erstmal mit lecker veganem Futter aus'm Wok voll bzw. erledigten ein paar Rationen Bier. Dann war weitere Warterei angesagt - und die erwies sich als ziemlich stressig, da der Beginn um 20°° Uhr angesetzt war und bis jetzt noch nicht mal der Mischer, geschweigedenn irgendwelche anderen Bands da waren!? Irgendwann dann zwischen 20°° und 21°° Uhr trafen dann hintereinander die restlichen drei Bands inklusive dem Mischmann ein. Alles fertig aufgebaut und endlich nach langem Warten und noch längerem Diskutieren der Spielreihenfolge konnte die erste Kapelle mit ihrem Krach den Reigen eröffnen: INDIKATION.
Geliefert wurde wieder mal 'ne gute und düstere Mischung aus Crust und HC, wobei teilweise auch die eine oder andere mal ein bißchen vor sich hingesludged wurde. Ein paar geile neue Songs, die bewährten alten Lieder, wobei v.a. wieder das kurz und bündig auf den Punkt gebrachte 'Beckstein' für Begeisterung sorgte und das erste mal ein Programm das über eine Stunde Sound lieferte. Nachdem sich die Jungens auf der Bühne völlig verausgabt hatten war ihnen die Erschöpfung danach deutlich anzusehen. Kotzattacken wurden unterdrückt und den Rest des Abends begnügte man sich mit warmen Tee und Kräuterkippen.
Als nächstes waren dann die Günzburger Paranoia Keeps Crawling an der Reihe, die auch gleich alles gaben und mit ihrem HC/Emo-Gekreische die Massen begeisterten. Drei Leute, Wechselgesang zwischen Gitarrero und Bassist und Sticheleien aus dem Publikum seitens des Münchner, haha! Schlagzeug prügelte teilweise auch ganz schön heftig vor sich hin und das Ganze konnte sich wirklich durchaus sehen lassen. Die Jungs haben ja auch gerade 'ne Platte mit STAGNATION's END (R.I.P.) auf 'Civilisation Rec.' veröffentlicht, also falls jemand auf solchen Sound steht unbedingt zugreifen!!!
Nach kurzer Pause stürmten dann endlich die Crustheroen von AUTORITÄR die Bühne und knüppelten und grunzten drauf los. Fliegende Haare, springende Körper und einfach nur genialster Crustcore wurden einem geboten. Hit reihte sich an Hit und die Masse war durchaus begeistert. Als kleinen Vorgeschmack auf das was kommen mag durfte dann auch schon das eine oder andere Mal jemand von REMAINS OF THE DAY mitgrunzen und die Stimmung sowohl vor, als auch auf der Bühne war super. Leider viel zu früh verliessen die Jungs dann nach 'ner lautstark in bayerischem Dialekt geforderten Zugabe die Bühne und räumten den Platz für das letzte Highlight des Abends: REMAINS OF THE DAY aus Portland/USA, die sich gerade auf lecker Europa Tour befinden.
Tja, es gibt aber anscheinend gewisse Personen die die Band nicht mögen und das dürfte auch der Grund sein weshalb plötzlich zwei kleine, grüne Männchen - auch 'Dein Freund und Helfer' geschimpft - vor der Tür des Jugendzentrums standen und behaupteten, dass 01°° Uhr zu spät sei um noch 'ne "Rockband" (O-Ton Bulle mit Schnautzer) spielen zu lassen. Es hatte sich wohl mal wieder ein ganz besonders netter Nachbar beschwert. Naja, Zuwiderhandlungen würden mit 'ner Anzeige geahndet, desweiteren wurde sich darüber beschwert, dass niemand vom JuZ-Vorstand da war usw. bla bla.
Naja, nach ca. fünf Minuten waren unsere freundlichen Helferlein wieder unterwegs in ihrer Mission weitere Verbrechen zu bekämpfen und selbst ein Blinder erkannte, dass das Publikum sich mit ihrer zuvor überbrachten Hiobsbotschaft wohl nicht so recht anfreunden konnte. Genau das dürfte auch der Grund für die lautstarke Forderung des Publikums zur Fortsetzung des musikalischen Teils des Abends gewesen sein. Naja und da wir ja in 'ner Demokratie leben wurde dieser Forderung dann auch nachgegangen. REMAINS OF THE DAY enterten die Bühne und boten eine geniale Show mit ihrem abwechslungsreichen HC-Sound, der durch den Einsatz einer Geigerin verfeinert wurde. Das noch anwesende Publikum war schwer begeistert und von Ermüdungserscheinungen aufgrund der doch schon fortgeschrittenen Stunde war nichts zu spüren. Leider wurde sich auf eine kleine Verkürzung des Programms geeinigt, so dass der Gig dann leider viel zu schnell zu Ende ging. Andererseits aber auch gerade rechtzeitig, da ein paar Minuten nach Spielende, die Bullen nochmal vorbeifuhren - wahrscheinlich um den Lärmpegel zu studieren!?
Alles in allem bleibt zu sagen, dass sich die Bands absolut gelohnt haben - sehr geiler Sound und gute Stimmung machten den Abend mal wieder zu 'nem richtig schönen Hörerlebnis, welches mir zwar leider, in finanzieller Hinsicht - dank spärlichen 50 zahlenden Gästen - 'nen ziemlichen Tiefschlag versetzte, aber das war's im Grunde wert.
Ob weiterhin Konzerte der härteren Sorte in dieser Form und Location stattfinden, oder ob man sich aufgrund mangelnder Zuschauerzahlen 'nen anderen Veranstaltungsort suchen muss bleibt noch offen. Geplant wird z.Zt. auf alle Fälle schon wieder ...
Ein spezieller Dank geht hier nochmal an den Labby, welcher sich quasi in letzter Sekunde noch dazu bereit erklärt hatte unseren abgesprungenen Mischer zu ersetzen und seinen Job auch verdammt gut machte!!!

07.10.01