Home // Live-Reviews // Idle Youth
 

Nachdem ich IDLE YOUTH bereits auf dem Zoro-Fest in Leipzig bewundern durfte und sie kurz darauf auch nochmal in München spielen sollten und ich eh noch nichts besseres vorhatte beschloss ich, mich gegen 20°° Uhr auf den Weg in's Kafe Kult zu machen. Waren diesmal nur zu zweit da der Rest vom Gesocks zu luschig bzw. zu faul war oder auch einfach nur 'ne Schulung vorzog.
Wie dem auch sei, wir kamen gegen 21°° Uhr am Ort des Geschehens an, holten uns 'n Bier und durften auch nach einigem Small- aber auch tiefsinnigerem Talk gleich die erste Band auf der Bühne rumstehen sehen. Wenn ich da jetzt nix verwechsle schimpft sich diese HIRAMEKI HI FI und ist aus England. Musikalisch ging's in Richtung FUGAZI und mir eher ziemlich auf den Sack. Der Schlagzeuger schaute immer völlig überfordert obwohl er eigentlich eh nur total langsame Trommelparts vor sich klopfte, der Sänger stand eher gelangweilt vor seinem Mikro, nur im Publikum sprangen zwei Mädels auf und ab, vor uns zurück, wobei sich später rausstellen sollte, dass sie das bei allen drei Bands machten - egal welche Stilrichtung. Wir hockten uns irgendwann im Gang auf den Boden und schautem dem Ende entgegen, welches zum Glück auch relativ bald kam.
Nächste Band war dann die, für die ich eigentlich den langen, beschwerlichen Weg überhaupt erst angetreten hatte: IDLE YOUTH aus Philadelphia / USA. Nach dem kurzen verspulten Intro ging's dann auch gleich mächtig zur Sache und es wurde einem schneller, vertrackter und hektischer Thrash / HC durch's Trommelfell geblasen. Die Sängerin ging bei den Songs immer tierisch ab, pogte durchs Publikum, rannte irgendwelche Leute um, stürmte aus dem Konzertsaal auf den Gang um da 'nen völlig überrumpelten Typen anzubrüllen und pogte wieder zurück in die Menge. Hab echt noch nie so viel Energie und Leidenschaft bei 'ner Band erlebt wie bei IDLE YOUTH. Völlig gigantisch ... nach leider viel zu kurzer Zeit (obwohl mir der Schlagzeuger hinterher sagte, dass sie eh doppelt so lang wie normal gespielt hätten) und zwei Zugaben war dann Sense und die Amis verliessen relativ fertig die Bühne um den Weg für ERASE ERRATA (ebenfalls aus den USA) freizumachen.
Diese fingen dann leider auch irgendwann an und spielten völlig verspultes Gedudel mit welchem sie uns nach ca. fünf Minuten auch erfolgreich vertreiben konnten. Insgesamt trotzdem 'n absolut lohnender Abend, einzigst und allein wegen IDLE YOUTH und ihrer gigantischen, energiegeladenen Thrashattacke. Nächstes Jahr wollen sie wohl wieder auf Tour kommen und ich kann nur jedem empfehlen sich die Band unter allen Umständen anzusehen - keine Ausreden!