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Der bayerische Wald sollte beben und genau das tat er auch am 18.06. beim ersten 'We'll keep hating'-Festival im Jugendcafé zu Zwiesel. Mit dabei waren RIGHT FOR LIFE aus Regensburg, TRAPDOOR FUCKING EXIT aus Schweden, MARA'AKATE aus den USA, MY OWN LIES aus Mannheim und THE NOW-DENIAL aus Münster.
Angekommen und gleich zum Teil seit längster Zeit nicht mehr gesehene Gestalten getroffen, getratscht und sauleckeres veganes mexikanisches und indisches Futter vertilgt. Perfekter Start also. Um 19°° Uhr sollte es pünktlich losgehen, also fing die erste Band frühestens gegen 20°° Uhr an zu spielen - wie sollte es auch anders sein?! Davor noch ein 'Kanal B'-Video über den revolutionärsten 1. Mai und den musikalischen Anfang machten die angeblich schon seit Jahren aktiven RIGHT FOR LIFE (welche selbst in der Regensburger Szene offenbar völlig unbekannt waren) mit ihrem Feinrip-Unterhemd Euro Poser HC. War leider absolut nicht mein Ding (auch wenn die Jungs an sich ganz nett zu sein schienen!), also wieder raus in die kaum vorhandene Sonne wo ich mich dann auf eine stundenlange Diskussion über Anarchie, Selbstverwaltung und Toleranz einließ und deshalb zumindest eine Band, TRAPDOOR FUCKING EXIT, verpasste, welche das Haus mit ihrem rockigen Hardcore-Punk angeblich ganz schön durch die Gegend fetzten. Hmpf!
Nun denn. Neue Band, neues Glück. Auf die Bühne stürmten die altbekannten MY OWN LIES und bolzten mit ihrem genialen HC-Thrash-Geballer durch die Gegend. Härter, schneller, kürzer! Die Meute war am feiern und tanzen und es reihten sich Hit an Hit, egal ob alt oder neu. Überzeugender Auftritt mit Turbospeed-Schlagzeug, aggressivem Gekreische und guter Stimmung - auf und vor der Bühne! Nach einer leider bei dieser Musik obligatorisch viel zu kurzen Spielzeit wurden dann Platz für MARA'AKATE gemacht, welche sich zum ersten Mal in deutschen Gefilden aufhielten.
Und auch die brachten das Fundament mächtig zum wackeln: rockiger HC mit vielleicht gaaaanz leichtem Emo-Touch der einem schön druckvoll in die Gehirnwindungen poltert. Auch hier "much fun" im ganzen Raum mit Getanze und Gefeiere, wie es sich nunmal gehört. Keine Ausfälle, dafür eingängige Melodien ohne jedoch dabei an Härte zu verlieren. Es kann sich wohl darauf gefasst gemacht werden, dass von dieser Band in Zukunft noch einiges zu erwarten ist.
Den Ende des Abends leiteten dann THE NOW-DENIAL ein, welche ich zu meiner Schande aus im nachhinein unerfindlichen Gründen bis zu diesem Zeitpunkt völligst ignoriert hatte. Umso härter traf mich ihr genialster HC in bester Portland-Manier mitten in die Fresse und legte mich innerhalb kürzester Zeit fast lahm. TRAGEDY styled HC mit crustigen Einflüssen und ungeahnter Energie, Wut und Aggression. Die Leute gingen ab wie Seuche, während zeitgleich an 'ner Videoleinwand auch noch Genua-Videos liefen und die Atmosphäre nochmal unterstützten und die Stimmung aufheizten. Hit an Hit an Hit und immer mit der nötigen Power vorgetragen. Auch hier kam mir der Autritt viel zu kurz vor und ich hätte wohl noch Stunden so weitermachen können ... doch irgendwann hat leider alles ein Ende und so auch dieses Konzert.
Es wurde noch ein bißchen geredet und getrunken, bis dann irgendein Wicht meinte Stress verursachen zu müssen und den Schweden sogar riet dahin zu gehen wo sie herkommen (und das angeblich mit Hitlergruß untermauerte!). Da ein TRAPDOOR FUCKING EXIT Mitglied jedoch schwedischer Kickbox-Meister ist war nicht viel mehr zu befürchten und er beförderte den Typen souverän, aber gewaltlos nach draußen. Alles in allem ein sehr cooler Abend der gezeigt hat, dass es auch im tiefsten bayerischen Wald Hardcore und Punk geben kann. Weiter so und nicht unterkriegen lassen - auch nicht von nörgelnden und fotografierenden Nachbarinnen, haha ...