| Home // Live-Reviews // Guts Pie Earshot Nach knapp drei Jahren Abszinenz, fand am 03.08. endlich mal wieder ein Auftritt der genialen GUTS PIE EARSHOT statt. Sie spielten im Rahmen des '6 Antirassistischen Grenzcamp' in Köln auf den Poller Wiesen, auf einer kleinen Anhängerbühne in, auch noch nachts, brütender Hitze, aber dennoch vor etlichen Hundert Menschen. Es sei gleich mal vorne weg geschickt, dass GUTS PIE EARSHOT weiterhin ohne Sängerin sind, was doch schon einen kleinen Wehmutstropfen darstellt, da doch gerade auch der Gesang immer perfekt die durch den Sound entstehende Atmosphäre unterstützt hatte. Wie auch immer ging's am späten Abend dann endlich los und es wurde auch gleich heftig aufgespielt: wild, wirr und düster anmaßende Cello-Salven, extrem verzerrte und mitreißende Bassläufe, dazu ein hektisch vor sich hin prügelndes Schlagzeug und das alles zu einem atmosphärischen Ganzen zusammengefügt. War auch ohne Gesang äußerst imposant und mitreißend, fesselte die Leute von Anfang bis Ende und zog sie komplett in den Bann. Gespielt wurden viele alte, auch schon ursprünglich instrumentale, Sonx, etliche Neue, aber auch einige Hits wie bspw. 'Close to the distance', welche in den eigentlichen Versionen noch mit Gesang eingespielt wurden. Die Leute gingen ab, das Cello überschlug sich oft beinahe aufgrund der atemberaubenden Geschiwindigkeit um dann aber wieder langsam und leise in ruhige Klänge überzugehen. Alles in allem waren die Leute begeistert, forderten lautstark Zugaben und brachen nach jedem Song in lautes Gejohle aus. Cooler Auftritt, coole Band und auch ohne Sängerin durchaus noch wärmstens zu empfehlen! Den musikalischen Abschluss des Abends sollten dann die Junx von KARAMELO SANTO aus Argentinien machen, welche ich dieses Jahr nun schon zum dritten Mal live bewundern durfte. KARAMELO SANTO stehen für Party pur, spielen 'ne Mischung aus Latin Ska, Reggea, Salsa und noch einigen anderen lateinamerikanischen Klängen, füllen in ihrer Heimat ganze Fußballstadien und sind mit unter die Lieblingsband von MANU CHAO - und genauso könnte ihr Stil auch kurz und knapp beschrieben werden: MANU CHAO goes Ska! Die schon gut angetrunkenen Jungs enterten also die Bühne und legten sofort mit ihrem schnellen, obligatorischen Opener 'Negro' los und rissen sofort alle Leute in eine absolute Tanzwut. Wahnsinn wie leidenschaftlich und mitreißend die Band rüberkommt - sowas hab ich echt noch selten gesehen! Es wurde getanzt, gefeiert, gesoffen und wieder getanzt und der gesamte Platz war eine einzige Party. Mal schneller Ska, gepaart mit Cumbia, dann wieder ruhigerer Rumba oder feuriger Salsa. Aber irgendwann hat alles mal ein Ende und das Konzert endete so wie's angefangen hat: 'Negro' und mächtig viel gute Laune ... insgesamt ein absolut geiler Konzertabend mit zwei genialen und dennoch völligst verschiedenen Bands. |