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// Gatterberg 2002
Wir schreiben das Jahr nach Gatterberg 2001. Wieder soll vom 24. - 26.05.
das Festival durchgezogen werden und wieder sind wir mit dabei - zumal
ich für dieses Jahr die sensationellen SIN DIOS verpflichten konnte,
aber dazu nachher mehr.
Es war also Freitag mittag. Nach stundenlanger Isomattensuche kam ich
endlich gegen 13°° Uhr im Infoladen an, wo die restlichen Personen,
sowie natürlich Gepäck und Bier verladen wurden. Jetzt noch schnell
zum Copyshop um die Cover für 'ne Antifa Soli CD abzuholen und dann
endlich mit Vollgas (was die Karre immerhin auf mindestens 70 km/h hochtreibt
- 45 PS rulen!!! hehe ...) in Richtung Gatterberg. Der Wetterbericht liess
schon wenig gutes erwarten. In ganz Deutschland Regen, Hagel und Sturm.
Teilweise hats an einem Tag so viel wie sonst in 'nem ganzen Monat gepisst
- die perfekte Vorraussetzung also für eine gelungene Fortsetzung
des Gatterschlamms 2001.
Angekommen erstmal Zelt aufgebaut, eingeräumt und runter zur Bühne.
Dort fingen dann auch die Dorfener Lokalmatadore von SCHWARZE WITWE an
zu spielen. Fetziger Ökopunk mit sozial-politischen Texten und seinem
einmaligen, schrammelig-rotzigen Sound. Partystimmung kam auf jeden Fall
schonmal auf, zumal das Wetter noch ziemlich erträglich und v.a. trocken
war. Nach kurzem Umbau dann die Death-Grinder von SUCKING LEECH. Die holzten
auch gleich supergeil und Horror-Masken tragend durch die Gegend - meist
von der Snare her nicht zu schnell und mehr auf Double Bass setzend, dann
aber doch wieder schön nach vorne grindend. Der Sänger war absoluter
Hammer und konnte echt gurgeln wie 'n Schwein - hab mich wirklich gewundert
aus welchen Körperausgängen der solche Geräusche hervorzaubert!?
Nach 'nem HAEMORRHAGE Cover und einem abschliessenden Grind'n'Roll Stück
konnte ich mich dann sichtlich begeistert und zufrieden erstmal anderen
Sachen widmen. Diese bestanden dann v.a. aus saufen, rumgammeln, Bier trinken,
saufen und ab und zu beim Antifa Stand Marktschreier spielen - was die
Leute aber aufgrund meines doch schon recht alkoholisierten Zustandes angeblich
eher verschreckt als angezogen hat. Ich seh das natürlich komplett
anders, zumal ich sogar noch 'ne mindestens dreiviertelstündige Diskussion
über Antifa Arbeit, Anarchie und Politik/Wirtschaft im Allgemeinen
relativ unbeschadet überstanden hab.
Im Hintergrund spielten dann wohl erstmal BLINDSPOT von denen ich nicht
viel mitbekommen hab. Machen Skatepunk und sind aus Haag. Jo, waren laut
den Aussagen anderer gar nicht schlecht ... na dann!? Danach kam die Ska-Truppe
THE MELLERS. Die machten ziemlich geilen, melodischen Ska mit 'ner guten
Prise Punk. Richtig geile Partymucke zum abgehen und lieb haben. Als nächstes
dann die ungarischen AURORA die ich leider auch irgendwie verpasst hab
- keine Ahnung warum. Was ich im Unterbewusstsein mitbekommen hab und auch
noch von früheren Konzerten und Platten weiss haben sie den Leuten
auf jeden Fall fett in den Arsch getreten und geradewegs nach vorne tretenden
Punkrock gespielt. Warn sicher ziemlich geil!
Danach dann das absolute Festivalhighlight: SIN DIOS!!!!! Boah und
die haben getreten wie Seuche. Superschneller, wütender und absolut
ehrlicher, anarchistischer, spanischer Anarcho-Hardcore der aber trotzdem
stark auf Melodien setzt. Gespielt wurden viele Hits und auch viele Sachen
die ich noch nicht gehört hatte. Im Hintergrund flatterte die CNT-Fahne,
zwischen den Songs gabs immer geile politische Durchsagen auf Englisch
und die Leute sind nur noch abgegangen. Harter aber extremst fairer Pogo,
ständiges Zujubeln und Applaudieren nach den Durchsagen und einfach
'ne supercoole Party mit politischem Anspruch. Trotz mindestens 10 minütigen
Zugabe- bzw. Flughafenforderungen konnte sich die Band offenbar nicht mehr
dazu überwinden noch was draufzulegen. Echt schade! Der Band selbst
muss es supergut gefallen haben, was ja total positiv ist nachdem sie offensichtlich
bei früheren Konzerten eher weniger gute Erfahrungen gemacht haben
(?).
Als nächstes wurde dann die österreiche HipHop Kombo TEXTA
auf die Bühne geschickt, welche natürlich nicht so in mein Gebiet
fallen. Fand sie trotzdem ganz cool (was daran liegen könnte, dass
ich inzwischen wirklich rotzedicht war) und brachte sie sogar dazu unserem
Antifa-Sklaven von der Bühne aus zum 26. Geburtstag zu gratulieren.
Als letztes dann noch SUNDANCE die Reggae machten. Nicht mehr und nicht
weniger. Ein paar Bier und Tütchen weiter fiel ich dann endlich gegen
03°° Uhr ins Zelt und rülpste sichtlich glücklich und
zufrieden durch die Gegend.
Neuer Tag neues Glück. Wie auch schon teilweise am Vortag schien
überraschenderweise die Sonne als ich aus dem Zelt kroch. Nach dem
Frühstück war dann erstmal stundenlanges rumflacken, labern und
warten angesagt. Die erste Band fing dann glaub ich erst gegen 15°°
Uhr an und hatte da auch ihren ersten Auftritt. Wie man diese Musikrichtung
nennt weiss ich nicht - genauso wenig wie ihren Namen, aber da ich mir
jetzt sowieso lieber jeglichen Kommentar verkneife ist das vielleicht auch
besser so!? Es folgten CHRISTOPH & LOLLO aus Österreich die stundenlang
irgendwelche dämlichen Lieder über Skispringer sangen und dabei
nur von Gitarre begleitet wurdne ... super geil, Funaki hier, Funaki da,
bitte hört auf!!!
Inzwischen konnte ich mich aber zum Glück mit 'nem witzigen Punk
ablenken. Dieser hatte am Tag zuvor drei von vier Dixi-Klos umgeschmissen
und wurde dabei erwischt. Wie die Teile aussahen könnt ihr euch vorstellen
- wie göttlich er aber beim putzen derselben vor sich hinstarrte dürfte
einmalig sein, haha. Hach wie ist das schön Sklaventreiber zu spielen
- war echt 'ne Scheissjob, höhö ...
Als nächstes folgte dann der politische Teil des Festivals. In
einem Extrazelt wurder erst ein Video von der Münchner Sicherheitskonferenz
im Februar 2002 gezeigt und danach von Claus Schreer (u.a. Pressesprecher
des 'Münchner Bündnis gegen Rassismus') ein Referat über
eben jene Konferenz und v.a. über die Militarisierung Europas gehalten.
War superinteressant und die Leute scheinen auch wirklich zugehört
zu haben!?
Draussen gings danach mit zwei Raggaebands und v.a. Regen weiter. Nachdem
irgendein Arsch unser Zelt zum Einsturz brachte mussten wir erstmal unser
Zeug in Sicherheit, sprich ins Auto bringen und waren danach natürlich
komplett durchnässt. So harrten wir noch bis gegen 20³° Uhr
aus und beschlossen dann heim zu fahren - waren nur noch am bibbern und
zittern und es sah eigentlich nicht so aus als würde die Kacke überhaupt
nochmal aufhören!? Spielen sollten eigentlich noch TUT DAS NOT, NO
RESPECT und DRITTE WAHL, die mich ja schon alle mal interessiert hätten,
aber naja ... war wohl erstmal nix!? Sonntag wär dann noch ein bißchen
HipHop, Crossover, Nu-Metal und Ska gekommen, aber naja ... scheiss Regen!
Fazit: ohne Regen wars wieder supergeil, danach hats nur noch genervt
weils Arschkalt war. Trotzdem hab ich 'nen fetten Sonnenbrand im Nacken,
es ist superwitzig 'nem Punk beim Kloputzen zuzusehen, Punks die mir gegens
Zelt pissen sind voll für'n Arsch, Punks die auf Autos von Kühlerhaube
zu Kühlerhaube springen auch irgendwie. Sin Dios waren der absolute
Hammer und ich hab jetzt Hunger und hol mir was zu fressen. Werd nächstes
Jahr auf jeden Fall wieder dabei sein - dann aber wohl nur mit Ganzkörperkondom
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