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Es war mal wieder so ein Tag dessen Hitze sämtliche Körper- und Hirnfunktionen gänzlich lahmlegte. Eigentlich Grund genug sich von einem schön ruhigen, gemütlichen und auch gar nicht anstrengenden HC/Punk Festival anlocken zu lassen. Der Ort des Geschehens sollte das Feierwerk in München sein und zehn Bands waren dazu auserwählt der Masse den Schweiss aus den Poren zu treiben.
Angekommen erstmal erste leichte Ernüchterung: zwei Bands hatten abgesagt. Zum einen die Deutschpunx von SCHWARZE WITWE weil der Bassist ausgerechnet an jenem Tag allein (!) mit dem Fahrrad (!!) in Urlaub fahren musste, zum anderen COSTA'S CAKE HOUSE wegen Krankheit ... na gut, da warens also nur noch acht!?
Los gehen sollte es um 17³° Uhr, die erste Band fing dann aber erst ca. zwei Stunden später an. Davor also noch geredet, verhandelt, gegessen, getrunken und 'n bißchen in der Sonne gelegen. Als die ersten Töne erklangen und ich die ganze Atmosphäre noch für ca. 20°C zu heiss empfand beschloss ich erstmal noch ein bißchen draussen zu warten. KRAUTCOP spielten sich inzwischen innen die Finger wund, fragt mich jedoch nicht in welche Richtung die soundtechnisch so marschieren - keine Ahnung!?
Als nächstes waren dann ALLE UMBRINGEN aus Regensburg am Start: Mischung aus punkigem Geknüppel, Gekreische, Gebrülle, Geschrammel und Gemetzel. Klangen von draussen ganz witzig, allerdings konnte ich mich auch hier noch nicht dazu aufraffen die geheiligten Hallen zu betreten bzw. mich überhaupt aus meiner Sitzposition zu lösen.
Auch der nächsten Band lauschte ich nur durchs Fenster: KITTY EMPIRE. Emo-Punk-HC von früheren STAGNATION'S END Leuten. Nicht unbedingt meine Sache, deshalb also weiter im Text. Folgende Kapelle bestand ebenfalls aus ex-STAGNATION'S END Members und schimpfte sich PARANOIA KEEPS CRAWLING. Sie boten ihren gewohnt geilen, düsteren HC und gaben wieder mal alles - was v.a. auch am debilen Gesichtsausdruck des Sängers beim Kreischen sehr gut zum Ausdruck kommt. Sehr geil und atmosphärisch das Ganze - immer wieder cool anzusehn!?
Nach kurzer Verschnaufpause traten dann SLAMDAMN mal wieder fett in den Arsch. Gefielen mir noch besser als bei ihrem letzten von mir besuchten Gig: supergeiler, punkiger HC mit Melodie, aber trotzdem einer gehörigen Portion Aggression, die auch schonmal in schönem Geknüppel enden kann. Teilweise mit weiblichem Gesang und auch der Partyfaktor kam nicht zu kurz. Auf jeden Fall wieder 'n cooler Auftritt und auch den Leuten hats gefallen ...
Nun zum letzten HC-Act des Tages: MA'S STARS. Mamis Lieblinge prügelten wieder sehr geil drauf los. Mal eher langsam und schleppend, dann wieder in wildes Geknüppel ausbrechend. Tibor am Gesang ging wieder wie in Trance völlig ab. Er kugelte und wälzte sich am Boden, sprang durch die Gegend, stand wie völlig abwesend einfach nur da, machte irgendwelche zuckende Bewegungen und hatte ständig einen komplett irren, durchgedrehten Blick drauf. Sehr geil die Show, mindestens genauso geil der Sound. Sollte man sich wirklich mal antun ... hoffe man hört von denen bald mal mehr!?
Die nächste Band wurde dann ihrem Namen komplett gerecht: SOZIALMASSAKER. Schlechter Deutschpunk, unspektakulär vor sich hingeschrammelt - schlicht und ergreifend zum flüchten. Einige Punx hatten jedoch trotzdem ihren Spass und das ist ja sowieso die Hauptsache.
Danach kam dann nochmal ein absolutes Highlight: SLEIM aus Regensburg, welche ihre Seelen komplett an die alte Hamburger Legende SLIME verkauft haben und 14 Sonx inklusive original Ansagen und Karlsquell Freibier von der 'Live - Pankehallen 21.01.1984' spielten. Das Bier spritzte gleich nach den ersten paar Sätzen ("Es ist uns scheissegal ...!" haha ...) und sie legten gleich mit 'A.C.A.B.' los. Es folgten Klassiker wie 'Störtebecker', 'Legal, illegal, scheissegal', 'Bullenschweine' oder 'Alle gegen alle'. Die Leute gingen ab ohne Ende, die Band war besoffen ohne Ende und der ganze Gig war schlicht und ergreifend spassig ohne Ende. Man hatte teilweise wirklich das Gefühl SLIME original auf der Bühne zu sehen - war schon sehr geil! Nach drei Zugaben und einem durch die Gegend geschmissenen Schlagzeug hörte die Band dann leider viel zu früh auf. Abschliessend führte der Drummer dann noch seinen berüchtigten Eierdreher auf und entliess danach die ganze Meute sichtlich amüsiert nach Hause.
Da war ich dann nach einer mehr oder weniger langen Irrfahrt auch endlich gegen 05°° Uhr, fiel erstmal noch für zwei Stunden vor den Fernseher bevor ich endlich einschlief und um 10°° Uhr bereits wieder vom ekelhaftem Glockengebimmel der Kirche geweckt wurde, argh!!! Fazit: geiles und auch trotz der leider viel zu hohen Bierpreise und dem mit 8,- € relativ hohen Eintritt (zumindest wenn man so pleite ist wie ich!) lohnendes Festival, das unbedingt in naher Zukunft mal wiederholt werden sollte!