Home // Live-Reviews // D.H.I.B.A.C.
 

Eigentlich hätte an diesem Abend ja QUATTRO STAGIONI aus Trier in Frankfurt/Main spielen sollen, aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Gitarrero hatte Schüttelfrost und deshalb war nix mit der schnellsten Band der Welt und ihrem Grindviolencegebolze. Kein Grund jedoch das Konzert ausfallen zu lassen, also machten wir uns irgendwann abends, nach lecker Falafel, mit zwei Autos auf den Weg von Trier in's Cafe Exzess. Während der Fahrt durften wir uns dann schubweise immer mal wieder das Gejammer des Herrn Rotten anhören, welcher laut eigenen Aussagen doch eher in's Bett gehörte und wohl ziemlich müde und am Ende war. Insgesamt muss ich sagen hat er dann aber doch noch ganz tapfer durchgehalten! ;o)
Das Ding wurde eigentlich dann also nach paarmaligem Nachfragen auch relativ schnell gefunden und ab ging's erstmal in den Keller wo das Spektakel stattfinden sollte (drüber is übrigens noch 'n Infoladen, der zumindest von aussen ziemlich vielversprechend aussah!). Plattenstand vom Herrn Adler aufgebaut und 'n Bierchen geschnorrt. Als erstes musizierte eine Band namens B-ABUSE aus Saarbrücken. Gespielt wurde schwerer HC mit kreischendem Gesang und auch etlichen Emo- und Neurosiseinflüssen. Sind ziemlich gut angekommen, mir waren sie für den Abend allerdings zu langsam und langatmig da ich ebenfalls nicht mehr wirklich fit war und doch eher was brauchte was mir ein bißchen in den Arsch kickte.
Als nächstes enterten dann die Frankfurter SCHMERZ die Bühne und boten ein verdammt geiles Grind/HC/wasweissich-Gebräu. Mal vor sich hinknüppelnd, dann wieder langsamer, mit abwechselnd Frauen- und Männergesang. Wie gesagt, sehr cool und abwechslungsreich das Ganze, was mich dann doch dazu veranlasste das eine oder andere Mal ein bißchen durch die Gegend zu hüpfen bzw. zumindest meinen Schädel hektisch auf und nieder zu schleudern (je nach momentaner Kondition, haha ...).
Zum Abschluss waren dann noch die als Notband eingesprungenen D.H.I.B.A.C. aus Frankreich, welche mir von der Trierer Fraktion schon wärmstens an's Herz gelegt wurden am Start. Und hier ging's dann letztendlich völlig ab. Fanatische (überwiegend männliche) Groupies in den ersten Reihen welche wild ihre abrasierten Mähnen auf und nieder schwangen und Plattitüden wie "Voulez-vous couchez avec moi?", "Allez les bleus!" und "Vive la France!" durch die Gegend gröhlten, etwas zurückhaltenderes aber dennoch abgehendes Publikum auf den billigen Plätzen. D.H.I.B.A.C. bolzten dann auch mit lecker geradlinigem und rausgerotzten Grindcore durch die Gegend. Gitarre, Schlagzeug, Bass, megaschnell mit gut gesetzten Breaks, keine oftmals nervigen Deathmetal-Einflüsse, einfach nur so wie's sein sollte, mit französischen Texten und geilem Wechselgesang. Nach dem Set wurden dann noch einstimmig mindestens "two more" gefordert, was zum Entsetzen der Franzosen nicht auf die Lieder, sondern auf Stunden bezogen war. Nach harten Verhandlungen gaben sie dann noch einen weiteren Song zum besten und verliessen danach völlig fertig die Bühne.
Nach dem Verspeisen einer imaginären, von Koch entdeckten Gemüse-Lasagne, einigen plumpen Anmachversuchen einer stockbesoffenen Frau an die Adressen von Erich Fliegenbein und Adler, meinem vergeblichen Versuch Koch mit einem netten, dynamischen und bodenständigen jungen Mann zu verkuppeln (welcher leider nur polnisch sprach ...) und dem ebenfalls vergeblichen Versuch Clausi's auf dem oralen Weg seinen Magen zu entleeren machten wir uns auf zu Fonsy's (der Veranstalter des Abends) Wohnung, welche uns freundlicherweise als Schlafgelegenheit zur Verfügung gestellt wurde.
Dank der offenbar perfekten Wegbeschreibung ("Gleich beim Zoo! Der is dann schon ausgeschildert!") erreichten wir nach ewig langer Irrfahrt als erste noch vor dem Bewohner der Bude (!) die Wohnung und wurden nach Ankunft desselbigen auf zwei Zimmer plus eine Küche aufgeteilt (bei mindestens 20 Personen - man stelle sich die enorme Bewegungsfreiheit vor, haha!). Nach weiterem Bier, Absinth und etlichem Dummschwätzen plus einem enorm geistreichen Poesie-Album-Eintrag (über den von einigen Personen immernoch philosophiert wird, höhö ...) schlief ich dann endlich irgendwann als es hell wurde mehr oder weniger schnell ein. Auch hier wieder ein genialer Abend - sowohl auf dem Konzert (in 'nem sehr, sehr geilen und angenehmen Laden!), als auch noch in Fonsy's Wohnung (Danx nochmal für die Gastfreundschaft!).