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Erste kulturelle Station meines zweiten Trier-Aufenthaltes sollte ein Konzert im Ex-Haus darstellen, wo LEWD PRANK ihr 10-jähriges Jubiläum feierten und aus diesem Grund ein Zwei-Tages-Festival organisierten. Am Ort des Geschehens angekommen wurde erstmal gesoffen, lauter lecker Zeux gefressen und vor der Location bei einer Halfpipe rumgeflackt. Die zahlreich anwesenden Ausländer aus Luxemburg bewirkten zwar, dass ich nicht grossartig viel verstand (zumindest wenn in Einheimerisch gesprochen wurde), das war dann aber spätestens nach ein bis zwei Stunden sowieso egal da es mir mit den besoffenen deutschsprachigen Kollegen auch nicht anders ging.
Nach einiger Zeit wurde es dann leicht hektisch um mich herrum und DISSOAP machten sich für ihren Auftritt klar. Da ich davor noch keine Kapelle gesehen oder gehört hatte und ich ja eh eben erwähnte Band sehen wollte, trottete ich mal in den Konzertsaal und erlebte (wie von DISSOAP zu erwarten war! *schleim*) ein geniales Krustengewitter. Ultraschneller Dis-Sound, gespickt mit etlichen anderen Einflüssen aus den Bereichen Crust, HC und Power-Violence und dazu zwei Sänger, sowie eine Sängerin (die vor dem Auftritt übrigens ganz gewaltiges Lampenfieber hatte, haha ...) die sich ihre Seele aus dem Leib kreischten. Erich Fliegenbein machte noch vor (und nach) jedem Song zumeist gute politische Ansagen (und so Hippiekacke über freie Liebe halt, höhö!) und die Meute (inklusive Hund) war am pogen, rumhüpfen und von mir Bier über's Shirt geschüttet bekommen. Geiler Auftritt, welchem zum Schluss noch Koch's etwas eigenwillige, aber von den Groupies fanatisch gefeierte Akustikinterpretation von "Marmor, Stein und Eisen bricht" folgte.
Als nächstes erstmal wieder Bier her und rumgeflackt wobei ich von einer (angeblichen) Fee stundenlang über Trierer Verhältnisse und Beziehungsgeschichten aufgeklärt wurde. Von den ganzen, psychologisch betrachtet, hochkomplizierten Ausführungen und Zusammenhängen kann ich mich allerdings nur noch an eine gewisste, immer wieder auftauchende Erbse erinnern. Naja, besser is das wohl!?
Irgendwann erfuhr ich dann mal so ganz nebenbei, dass die Ausländer jetzt ihren grossen Auftritt mit der Anarchopunkband REJECTS hatten, was mich dann doch dazu veranlasste mal wieder in's innere des Ladens zu schauen, wo diese auch schon kräftig am rumkrusten waren. Volles Crustpunk-Brett mit politischen Texten (natürlich wieder von Herrm Fliegenbein) und genialen Riffs. Auch hier war Pogo ohne Ende angesagt und die Luxemburger auf der Bühne gaben ebenfalls alles. Sehr, sehr geil! Kann ich auch jedem nur empfehlen der auf Anarcho-/Crustpunk steht (sollten hier doch ein paar dabei sein, oder?) ... irgendwann hatte dann leider auch dieses Kapitel ein Ende und ich wankte wieder nach draussen und wurde mit weiteren Trierer Erbsengeschichten zugeschissen, äh beglückt, hehe.
Kurz darauf gab's dann direkt neben mir einen kleinen Tumult aus dem der gute Erich Fliegenbein von euerm Lieblinxzine SVAVELDIOXID mit einem blauen Auge wieder auftauchte. Was war passiert? Der Gute war aus Versehen auf den Schwanz eines rumlaufenden Hundes getreten was zur Folge hatte, dass eine schätzungsweise 1,20 m grosse Punkette aus Braunschweig reflexartig ausholte (wahrscheinlich noch etwas hochsprang, weil der Grössenunterschied doch gigantisch war) und unserem Erich mit einem gezielten Schlag in die Fresse die Brille von der Nase drosch.
Die Stimmung erstmal (genauso wie die Brille) für kurze Zeit am Boden, das näxte Bier auf und weiter gings für die nächsten paar Stunden. Immer mal wieder drinnen und draussen Party gefeiert, irgendwann den Barkeeper dazu überredet den Tequila zum halben Preis zu verkaufen und weitergesoffen. Irgendwann gegen 03°° Uhr fing dann noch plötzlich eine völlig abgedrehte IRON MAIDEN Coverband an durch die Gegend zu moshen und zu jaulen, was den Partyfaktor doch noch um einige Stufen erhöhen konnte. Gegen 05°° Uhr machten sich die meisten von uns dann auf den Heimweg in's "Haus wo man so gut saufen kann" (Definition der Braunschweiger Deutschpunkfraktion, haha ...) wo Koch sofort auf der Couch einschlief und die anderen noch ein bißchen auf der Treppe sassen bzw. im Wohnzimmer HARUM SCARUM hörten bis auch sie im Land der Träume durch die Gegend torkelten. Fazit: geiler Abend, geile Party, Erbsen sind komplizierter als die meisten Menschen sich überhaupt vorstellen können und it's really ok to stink!