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// Chaosrock 2000
Wir schreiben den 16.09.2000 und ich folge den Rufen des grossartigen
Chaosrocks nach Furth. Gegen 15°° Uhr auf den Weg gemacht, find
ich im Zug richtung Plattling natürlich gleich mal so keine Sau mit
Wochenendticket. Fuck, naja, wenigstens noch einer ist da, der auch keins
hat, also beschliessen wir uns eins zu kaufen. Verdammt, so 'ne scheisse,
schon wieder Geld weg. Naja, der Typ stellt sich als Philosophiestudent
raus, der früher schon mal Ethnologie studiert hat. Hmmm, klang sogar
ziemlich interessant was man da macht. Man fährt in die verschiedensten
Länder der Erde (z.B. Brasilien, Chile etc.) und lebt dort für
'ne Weile und lernt somit die Kultur kennen. Wenn man dann wiederkommt
und auch noch Fotos oder gar 'nen Film hat, ist man angeblich so 'ne Art
Übergott und bekommt die Jobs nur so nachgeschissen. Das also in Kurzform.
Als ich ihn fragte, wo man denn als Philosoph arbeiten könne, schein
ich ihn ziemlich verwirrt zu haben, ihm fiel dann nämlich nach einigem
Überlegen auf, dass ihm auch nix einfiele. Hehe, da hab ich ja mal
wieder jemanden die Augen geöffnet. Weiter gings dann von Plattling
mit der Waldbahn nach Regen. Dort wurde ich dann schon vom Indikation-Kreischer
Forrest erwartet, der mich dann mit in die ziemlich gemütliche Teestube
schleifte. Dort erstmal ein leckeres Malzbier getrunken (da herrscht wohl
Alkverbot aufgrund des caritativen Einflusses der Betreiber :-) und den
anderen beim Pizzaessen zugeschaut. Dann gegen 18°° Uhr gings mit'm
Robbie (dem Gitarrero von Indikation) auf zum Chaosrock Gelände. War
trotz des miesen Wetters doch so einiges los. Paar Hundert Leute waren
wohl schon da. Ich steuerte dann erstmal auf den Stand eines Headshops
zu und wen sah ich dann unter dem schützenden Zeltdach stehen? Die
Jungs von First World Suicide. Man kann machen was man will, egal wo man
hinkommt, die sind auch schon da :-) Naja, erstma bißchen begrüsst
und ein Bierchen getrunken (was netterweise der Robbie gesponsort hat.
Danx nochmal!!!). Was mir schon gleich negativ auffiel war ein kleines
Mädchen, was da ziemlich hyperaktiv durch die Gegend hüpfte.
Naja, eigentlich war sie ja ganz witzig. Auf jeden Fall hatte die 'ne rotzfreche
Klappe (wir sicher noch mal 'ne gute Punkrockerin!!! ;-) Die hüpfte
also und beschimpfte und schlug alle Leute die ihr in die Quere kamen.
Plötzlich fragte sie mich was ich denn im Ohrläppchen stecken
hatte. Ich erzählte ihr dann, dass ich Krätze hätte und
mir deshalb 'ne Sicherheitsnadel aus dem Ohr wächst. Naja, sie ging
dann verwirrt weiter und kam nach fünf Minuten wieder. Sie erklärte
mir, dass ich doof sei, holte aus und versetzte mir einen fetten Haken.
Dann verschwand sie wieder. Sehr freundlich. Naja, ich ging dann mal in
die Halle, wo eine Band namens Gehörsturz spielte. Am Eingang angekommen
stand schon wieder das freundliche, kleine Mädl im weg, holte mal
wieder aus und drosch mir mit ihren Schuhen ziemlich treffsicher in meinen
Sack. Schön langsam wurde sie lästig. Ich ging dann kurt vor
richtung Band, diese konnte mich allerdings mit ihrem Deutschpunk nicht
wirklich überzeugen, weshalb ich mich wieder nach draussen verflüchtigte.
Nach einer konisch gedrehten Zigarette (auch hier: danx an Robbie :-) und
noch dem einen oder anderem Bier gings mir dann doch recht gut und ich
stand mal hier labernd und mal da tratschend in der Gegend rum. War ziemlich
witzig, zumal das Mädchen auch ab und zu was von sich hören (bzw.
spüren) liess. Einmal bildete sie sich zum Beispiel ein sie müsse
jezt alle Leute mit so kleinen Werbeaufklebern bepappen. Ich hielt sie
dann erstmal fest um weitere Schritte zu planen worauf ich dann ihr Gebiss
in meinem Oberarm wiederfand (wo jetzt noch eine bedrohlich blau-rote Wunde
vor sich hinklafft). Sie ging dann schlagend und klebend durch die Gegend
und als sie mal wieder einem eine klebte schüttete der ihr kurzerhand
sein volles Bier über den Kopf. Erstmal hörte man gar nichts
aber dann ging das Gekreische und Geschreie los. Heul, schrei, durchdiegegendschlag.
War ziemlich köstlich mit anzusehen zumal die Mutter sich gar nicht
wirklich dafür zu interessieren schien was denn nun mit der Tochter
genau passiert war. Naja, ich verzog mich wieder nach draussen und gesellte
mich mal wieder zu First World Suicide. Irgendwann traf ich dann jemanden,
den ich in Laufen auf'm Open Air kennengelernt hatte ganz zufällig
wieder. War recht witzig mal wieder ein paar Leut zu treffen. Ein bißchen
Smalltalk und die Leute von den Wohlstandskindern belästigt (naja,
eigentlich bloss den Schlagzeuger, der Rest war schon geflüchtet...)
und dann musste ich schon wieder hinters Haus um 'ne Kippe zu rauchen,
ähm, oder so ähnlich. Irgendwann fingen dann die Crusties von
den W$K an, was ich mir in Erinnerung an meine frühere Deutschpunk
Zeit doch geben musste. Und ich fing dann auch lecker mit an zu pogen und
hörte auch so schnell nicht mehr auf. Die Jungs brachten wirklich
ganz gut Stimmung in den Laden und es machte schon mal wieder Spass sie
zu sehen. Nichtsdestotrotz wurden mir zu wenige ältere Sonx aus der
Poppxapunk Zeit gespielt. Tjaja, man wird halt alt ;-) Nach einem weiteren
Bier, welches mir Forrest's Freundin sponsorte (big thx!!!!) fingen dann
endlich die Bürscherl von Indikation an zu spielen. War ja eigentlich
auch der Grund weshalb ich gekommen bin! Und die gingen auch ziemlich gut
ab!!! Lecker Crustcore mit abwechselnden Kreisch- und Grunzgesang und ich
begann wieder das Tanzbein zu schwingen. Gefiel mir echt gut. Bei einem
Song kam dann noch der First World Suicide Drummer zum Zug und durfte hemmungslos
"Beckstein, du Dreckschwein!" durch die Gegend kreischen und dann irgendwann
nach ca. 5 Sonx hörten sie dann plötzlich unerwartet auf. Was
war los? Na toll, Bullen standen vor der Tür und hatten wohl 'ne Beschwerde
wegen Ruhestörung im Schlepptau. Was für'n scheiss. Es wurde
dann beschlossen noch zwei Sonx zu spielen, wobei bei einem die beiden
First World Suicide Sänger kreischten und grunzten. Das letzte Lied
war dann wieder ein regulärer Indikation Song, der nochmal gut abging!
Naja, leider war dann schluss, was ich irgendwie überhaupt nicht einsah,
war aber wohl nix zu machen :-( Hinter der Bühne muss sich dann noch
eine Band ziemlich aufgespielt haben, die eigentlich nach Indikation dran
gewesen wäre und beschwerte sich, dass sie die letzten zwei Sonx nicht
mehr spielen durften. Naja, was solls, lass die Meute schreien. Ich fuhr
dann mit zum Robbie und da machten wir uns dann noch 'ne gemütlichen,
verräucherten Abend, bei abwechselndem Dub- und The Doors Sound. Bei
den Doors bekamen wir dann irgendwie 'nen ziemlich heftigen Lachflash,
was ich auch schon länger nicht mehr geniessen durfte. Irgendwann
pennten wir dann weg...
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