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Am 07.04.2001 sollte in Landshut das "legendäre" "Beats against fascism"-Festival stattfinden, welches vom Antifa-Sofa veranstaltet wurde. Nett wie ich bin hab ich mich als Arbeitssklave zur verfügung gestellt und deshalb von irgendwelchen, angeblich dort spielenden Bands quasi nix mit mitbekommen. Ab 15°° Uhr war Aufbau-Phase ... ich hab mich - um jeglicher körperlicher Arbeit auszuweichen - erstmal zum Kochen gemeldet. So wurde also erstmal nach kurzem faul in der Gegend rumsitzen angefangen zu schnipseln, zu brutzeln und zu kochen. Auf dem Speiseplan stand lecker Reis mit Gemüse, Tomatensauce und Brot. Naja, halt irgendwas, was man schnell und unkompliziert für ca. 60 Personen kochen kann ohne eine ganze Küchenmannschaft einstellen zu müssen. Nachdem ich mir dann erstmal 'n Bier genehmigt hatte ist erstmal ein anwesender SozPäd halb Amok gelaufen (kein Bierausschank vor 20°° Uhr - naja, staatliche Räume halt) und schickte mich zurück hinter die Theke um dort weiter dem goldenen Erfrischungsgetränk zu huldigen. Naja, war ja auch kein Problem. In der Zwischenzeit waren die anderen Leute lecker am Bühne dekorieren und aufbauen. An Bands kamen (nach Auftrittsabfolge sortiert) DJ Perial, La Mouvement + Guests (HipHop), Cyanotic (DeutschPunk), Medassi Selassi (Raggae), Vibrant (Acid-Jazz/Dub), Soylent Green (Grunge/Indie), Sandkin (HC/New Metal) und Scab (Skatepunk) ... der Eintritt lag bei lächerlichen 5,- DM und das Festival fand im Rahmen der Kampagne gegen den örtlichen Naziladen/-versand statt. Irgendwann beim Soundcheck lauschte ich mal der einen oder anderen Band und half noch hier und da bei irgendwelchen anstehenden Jobs. Endlich trafen dann auch die Kameraleute ein, die über die Münchner Antifa von den Bavaria Filmstudios kostenlos angeheuert wurden. Nachdem dann auch alle Bands endlich mal anwesend waren und auch alle (?) ihr vorgesetztes Futter vertilgt hatten gings dann erstmal mit DJ los. Nach und nach füllten sich die Räume und als der HipHop Block anfing war dann schon gut voll. Bereits um 20³° Uhr war das 200 Leute fassende JuZ restlos ausverkauft. Kein Hinderungsgrund aber noch weiterhin Leute reinzulassen. Im Laufe des Abends wurde dann viel gelabert, gesoffen und gelacht ... und ein bißchen Smalltalk mit anwesenden Dingolfinger Punx betrieben. Leider wurde ich immer wieder dazu verdonnert aus dem Keller neue Bierkästen zu holen wobei ich mir dann allerdings ab und zu - gegen alkoholische Bezahlung - Hilfe aus dem Publikum abgeordert habe. Dann bei Cyanotic kam ich dann endlich mal in den Genuss ein bißchen den punkigen Klängen zu lauschen. Ganz witziger, melodischer Deutschpunk und die anwesenden Punks freuten sich auch wie'n Schnitzel. Ab und zu leichtes rumgepoge und rund um gute Stimmung. Irgendwann nach 10 min bin ich dann wieder runter - kein Plan warum - und hab mich dann erstmal in's Cafe gehockt und da mit ein paar Leuten gesoffen. Den Rest der Zeit hab ich dann abwechselnd hinter der Theke, im Keller beim Bierkästen schleppen und beim saufen mit irgendwelchen Leuten verbracht. Endlich auch mal wieder alte Bekannte getroffen ... war schon geil!!! Nachdem schon ca. 600 Leute anwesend waren wurde mal ein Einlaßstop beschlossen und für einige Zeit durften keine neuen Leute mehr rein. Ein grosses Manko kam auf uns zu, als bekannt wurde, dass das Helle und kurz darauf auch noch das Dunkle komplett ausverkauft war ... zum Glück liess sich die Meute aber mit Pils und Weissbier beruhigen. Kurzzeitig trotzdem so was ähnliches wie Massenpanik *haha*. Gegen kurz vor 02°° Uhr enterten dann Scab die Bühne, wobei ich dann auch erst ziemlich zum Schluss dazustiess. Jetzt wurden erstmal alle Dorfener und noch ein paar Landshuter mobilisiert um gemeinsam das obligatorische "Schwarz-Roter Widerstand" vorzutragen und nachdem Scab dann ihre Instrumente beseite gelegt hatten, stürmte ich erstmal die Bühne um mir die Gitarre unter den Nagel zu reissen. Schlagzeuger war auch vorhanden, der vergass aber offenbar sich hinters Schlagzeug zu setzen, was daraufhin dann ein HipHopper tat, der sichtlich begeistert und planlos mit den Sticks rumfuchtelte. Sänger hatten wir dafür ca. 10 Stück ... allerdings kam wohl keiner wirklich auf die Idee das Mikro einzuschalten ... mittlerweile wird versucht die Situation mit Ausreden wie "Der Mischer hat's abgedreht!!!" zu retten. Naja, mir war's erstmal egal und ich fing an die drei Akkorde rauf und runter zu schrubben. Gesungen - bzw. geschrien - wurde dann auch, wobei unten wohl nix zu hören war. Nachdem ich erst im sitzen spielte, stand ich dann irgendwann der dynamischen Ausstrahlung halber auf und schrammelte so weiter ... naja, nach wirklich sehr kurzer Zeit lag ich dann komischerweise mit auf dem Rücken und spielte so weiter. Irgendwann wurden mir dann die Beine auseinandergerissen und ich mit voller Wuchte gegen die Monitorbox gezogen - das setzte dann meiner Bühnenshow ein jähes Ende. ;o)
Erschöpft gings dann noch an die Aufräumarbeiten um die ich mich allerdings geschickt (?) drückte. Währenddessen gabs dann noch 'ne kleine Auseinandersetzung zwischen uns und drei so Esotheriker Heinis. Einer war Monarchist und lebte im früheren Leben als Aristokrat im alten Wien - naja, seiner Meinung nach halt. Nachdem die drei dann auch noch anfingen mit Sprüchen wie "Die linke und die rechte Brut - is doch alles das selbe. Gehört alles weggemacht!!!" hat's mir und 'nem Kumpel dann doch schon ziemlich gereicht und es gab dann so'n bißchen ein Wortgefecht. Das verlegte sich dann bald nach unten und wenig später ganz nach draussen. Dort kamen dann zu guter letzt natürlich auch noch Faschos an, die zuvor schon einige allein rumlaufende Leute mit Schreien wie "Auf die Fresse!" durch die Gegend gejagt hatten. Als wir dann erstmal anfingen "Scheiss Faschos!" zu schreien, fingen dann die Esotherik Fuzzies an sich aufzuführen und meinten, dass die lieben Faschos doch gar nichts machen und die doch nur Politik machen wollen, das stört doch keinen. Wir dagegen hätten zu viel Hass in uns - diese Hippieverschnitte redeten sich dann mit ihrer Liebe-/Friedenscheisse so dermassen in Rage, dass sie auf einen von uns losgingen worauf ich dann erstmal einen auf die Strasse schubste und wir alle zusammen ziemlich lautstark anfingen uns die angestaute Wut aus dem Bauch zu schreien. Solche Spacken...die Faschos zogen dann irgendwann auch weiter und die Stimmung war leicht aggressiv. Die Esotherik Fuzzies wollten dann noch mit in Infoladen wogegen aber dann nicht nur ich mich lautstark wehrte und so zogen sie dann auch ab und wir eben in richtung Laden.
Dort wurde dann noch gefeiert und gesoffen, wobei dann irgendwer jeder Hunger bekam und wir uns an's Werk machten zu "kochen": alles was es so gab wurde zusammengeschüttet. In einen Topf Reis, Lasagneplatten, Trockenzwiebeln und irgendwelche komischen Gewürze und in den anderen als Soße Gewürzketchup, Bier, Semmelbröseln, Kokosraspeln, Marmelade, Mehl und natürlich auch noch ewig viele Gewürze. Es war zum Schluss dann sooooo 'ne eklige Pampe, das glaubt ihr gar nicht. Als Nachspeise gab's dann Nutella + Marmelade mit Kokosflocken, Mehl, Semmelbröseln und ewig viel Öl. Wurde einem dann nach zwei - drei Löffeln auch reichlich schlecht drauf. Irgendwann gegen 08°° Uhr is dann der letzte eingepennt und ich habs dann auch noch versucht, habs aber nicht so wirklich geschafft. Irgendwann gegen 11°° Uhr bin ich dann wohlverdient heimgefahrn und hab erstmal 22 Stunden durchgepennt. Fazit: absolut geiler Erfolg, wir dürfen im JuZ keine Konzis mehr machen, weil wir zu viele Leute ziehen, der Naziladen existiert immernoch (was sich hoffentlich bald ändert), aber dafür war die Party saugeil. Freu mich schon auf's näxte mal ...
Zeitgleich zu dem Konzert veranstaltete der VVN ebenfalls im JuZ in der Disco eine Ausstellung zum Thema: "Neofaschismus in der BRD". Diese war ebenfalls mit ca. 250-300 Leuten ziemlich gut besucht und zeigte auch, dass viele Leute nicht alleine wegen der Bands sondern auch auf Grund des Mottos zu dem Konzert gekommen sind, was ja doch nicht selbstverständlich ist. Die Ausstellung zeigte Fotos von Skins, bekannten Neonazis, neofaschistischen Verbrechen usw. mit Texten unterlegt. War wirklich interessant und hat anscheinend auch so manche Leute zum nachdenken angeregt ...