Home // Live-Reviews // From Ashes Rise
 

Endlich konnten Forrest und ich uns am 25.03.02 mal wieder aufraffen den Weg zu einem lecker Konzert im Kafe Kult anzutreten. Nachdem in anderen Bereichen ja die obligatorische autonome halbe Stunde (die zu spät gekommen wird, hehe) ein nicht selten auftretendes Phänomen ist pendelt sich bei uns das Ganze offenbar so ein, dass wir grundsätzlich mindestens 'ne Stunde zu früh irgendwo erscheinen. So wars auch an diesem Tag was uns ein freundlich herausgeblöktes "Wäh ihr seids viel zu früh, hockts euch irgendwo hin!" der Wächterin der noch nicht vorhandenen Kasse einbrachte. Verschüchtert wurde dieser Aufforderung nachgekommen und wir trauten uns erst nach offiziellem Beginn der Tanzveranstaltung wieder den Fuss auf den geheiligten münchner Boden zu setzen.
Nach 'ner lecker Shoppingtour durch die aufgebauten Plattenstände ging's dann nach mindestens ein-stündiger Verspätung auch pünktlich mit PARANOIA KEEPS CRAWLING los. Und die semmelten gleich von Anfang an richtig gut mit ihrem Emoviolence/HC-Gekreische los. Ziemlich geniale Gitarrenparts, kreischender Wechselgesang zwischen Gitarrist und Bassist und abwechslungsreiches Schlagzeug, das nach einigen geknüppelten Passagen immer wieder gut die Kurve in Richtung langsame, schleppendere Parts kriegt. Alles ziemlich atmosphärisch, mit gut gesetzten Tempowechseln und dem typischen Sound aus diesem Bereich. Gespielt wurden erst v.a. Stücke von der Split mit STAGNATION's END, dann aber auch relativ viel neue, die mir sogar noch besser gefallen. Das Publikum ging auf jeden Fall bei allen Lieder ganz gut mit! Im August geht's dann wieder in's Studio und die kleine Kostprobe hier lässt positives erwarten! Nach wohl 'ner knappen halben Stunde und zwei Zugaben war das Spektakel dann auch vorbei und die Junx verliessen völlig abgekämpft die Bühne.
Nach kurzem Umbau kamen dann die Schweizer von UNHOLD auf die Bühne, die mich gleich mal vorne weg nicht grossartig begeistern konnten. Ihre erste grössere Tour, die ihnen Spass macht, was ja eh die Hauptsache is! Das erste Lied war noch einigermassen flotter mit einigen European-HC Einflüssen, spätestens beim zweiten Song dann aber wurde es schon bedeutend langsamer und zäher. Den Sound zu beschreiben is 'ne ziemlich schwierige Aufgabe, der Forrest hat aber gemeint, dass sie ihn extrem an HELMET erinnert haben. Da ich noch nie im Leben 'nen Song von HELMET gehört hab kann ich dazu nicht recht viel sagen. Sehr rhythmusbetonter betonter, langsamer und metallisch-(stoner-)rockiger Hardcore (wobei die Macher sicher auch schonmal was von NEUROSIS gehört haben!?) beschreibts vielleicht ganz gut!? Der Gesang ist zwar rausgeschrien, allerdings noch relativ deutlich und eher wenig aggressiv in dem Sinne - alles in allem kommt der Sound ziemlich düster und schwerfällig rüber. Für Leute die auf so 'nen Sound stehen sind UNHOLD sicherlich verdammt geil, weil sie dank 11-jähriger Erfahrung doch schon relativ professionell klingen - mir konnten sie jedoch bis auf vereinzelte Kopfnicker und Beinwipper nicht viel entlocken - not my cup of tea. Zum Ansehen waren sie dennoch recht witzig, zumal die Ansagen im schweizerischen Dialekt einfach kultig waren! Der Gitarrist versuchte sich desöfteren vergeblich im Spagat und beim Sänger hatte man ständig das Gefühl er leide, seinem Gesichtsausdruck nach zu schliessen, an übelsten Verstopfungen die er gerade versucht durch extremes Rauspressen der Sangesparts zu lösen!? Nix für ungut, unseren Spass hatten wir auf jeden Fall ...
Zum Schluss dann enterten endlich die Amis von FROM ASHES RISE die Bühne, die mindestens in Lichtgeschwindigkeit ihr ganzes Zeug aufgebaut hatten. Und dann ging's auch schon vom ersten Song an total ab! Total derber, dreckiger und aggressiver HC in Richtung HIS HERO IS GONE. Mal sehr schnell, einfach nach vorne weg in die Fresse, dann wieder eher langsam, schleppend und düster ohne jedoch irgendwie in Metalgewichse abzudriften. Die Crowdsurfer waren natürlich auch mal wieder unterwegs, ohne sich von der eher nicht so dicht besiedelten Menge bzw. der Gefahr einfach auf dem Boden zu fallen abhalten zu lassen - naja, das eine oder andere Mal 'nem in Richtung meines Gesichtes fliegenden Fuss ausgewichen und ansonsten eher da rausgehalten, hehe! Ansonsten waren die Leute wirklich am Abfeiern, was dazu führte, dass man die Band noch nicht mal gehen lassen wollte, als schon längst abgebaut war. Alles in allem kann ich FROM ASHES RISE nur jedem wärmstens an's Herz legen, der auf aggressiven HC steht - v.a. live der Renner!!!
Nach kurzer Verabschiedung, einem Not-Tankstop und einer damit verbundenen, relativ amüsanten Bullenkontrolle bzw. Autofilzerei war ich dann doch so gegen 03°° Uhr im Bett. Durchaus gelungener Abend, geile Bands, cool Party - was will man mehr? Einziges Manko: ich habe erfahren, dass mitte April drei geniale Konzerte (Oi Polloi, Amen 81, Tumult) an drei aufeinanderfolgenden Tagen sind, was wohl 'ne ziemliche Ebbe in meinem Geldbeutel zur Folge haben wird - aber das solls mir wert sein ...