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Lange, lange durfte ich drauf warten, nachdem ich es zu keinem Gig der letzten Tour geschafft hatte, doch was lange währt wird endlich Kot (oder so ähnlich?!): @PATIA NO aus Venezuela sollten in der Danz in Regensburg 'nen lecker Gig spielen.
Nachdem wir keinen Plan hatten wann's los geht, ging's mit vollem Auto schon relativ früh von daheim weg. Da wir uns natürlich mal wieder (wie bisher eigentlich immer) irgendwo in Regensburg verfahren hatten kamen wir gegen 20°° Uhr an der Danziger Freiheit an und stellten erstaunt fest, dass das Fest (wow, das is doch jetzt sicher irgend 'n tolles grammatikalisches Stilmittel, oder?) schon in vollem Gange war. Also rein in die Bude, Bier in Hals und in den kleinen, niedlichen Konzertraum gezwängt der schon mächtig am vor sich hinköcheln war.
Auf und vor der Bühne standen dann drei Gestalten die sich mächtig die Kehle aus dem Leib schrien und mit ihrem supergeilen, crustigen Anarchopunk perfekt zu überzeugen wussten (auch wenn nach dem Konzi durchaus auch andere Stimmen, die der Band zu wenig Proberaumaufenthalte attestierten, zu hören waren ...). Schnelle Riffs und Schlagzeugparts, spanischer Gesang, das mir immer mega-sympathische Südamerika Feeling und eine Sängerin die sowas von in's Mikro grunzte, dass es eine wahre Freude war und ihre Stimme nicht mehr unbedingt als weiblich zu erkennen war! Einziges Manko waren im Grunde die Ansagen, die leider überwiegend auf spanisch gemacht wurden und somit vom grössten Teil des Publikums wohl nicht verstanden wurden - schade eigentlich, denn die Band hat mit Sicherheit so einiges zu sagen! Soweit es in der Enge ging wurde getanzt und nach viel zu kurzer Zeit (wie das eigentlich immer ist) und einigen Zugaben war dann leider auch schon wieder Schluss.
Nach dem Gig noch 'n paar Bier, bißchen gelabert, ein paar neue, sehr nette Menschen aus Regensburg kennengelernt, knapp einer Enthauptung entkommen und bis spät in die Nacht noch mit der Band unterhalten bzw. durch die Gegend gelallt.
Zwei Tage später entschlossen wir uns dann kurzfristig das @PATIA NO Konzert in München im Rülps - Kirchheim auch noch mitzunehmen - zum einen weil die Band sehr angenehm, nett und natürlich auch soundtechnisch absolut geil ist, zum anderen weil wir mal wieder 'n paar Leute aus München treffen wollten. Gesagt, getan, rein in's Auto, ab nach München und diesmal zum Glück früher als in Regensburg und ohne Verfahren angekommen. Im Rülps natürlich erstmal Bier und sauleckeres CousCous konsumiert und Leute getroffen.
Irgendwann gings dann mit der ersten von zwei Bands los (die MA'S STARS hatten "unverschämterweise" kurzfristig abgesagt!). Den Namen weiss ich leider nicht mehr sicher, ich glaub aber, dass sie S.D.C. hiessen und aus München waren. Gespielt wurde wider erwarten kein Punk oder Crust, sondern harter, lauter Metalcore im Stil von Bands wie CALIBAN und Konsorten. Nach kurzem Schreck konnte ich mich dann doch auch zum fleissigen Kopfnicken bewegen lassen und schaute amüsiert dem @PATIA NO Sänger zu wie er erst ziemlich hilflos auf die Band schaute und ab und zu für zwei, drei Sekunden seinen Kopf auf und ab bewegte und mit den Armen rumfuchtelte um dann mit einem breiten Grinsen wieder den Klängen zu lauschen. Hatte wohl auf alle Fälle seinen Spass! Die Band selbst ging auch ziemlich ab. Vertrackte, schnelle, metallische Gitarrenriffs, sehr breakreiche und mit Tempowechseln gespickte Schlagzeugsalven und ein brutaler Gesang von 'nem Typen der aufgedreht kreuz und quer über die Bühne fetzte. Waren auf jeden Fall cool und werden wohl noch öfter von sich hören lassen?!
Nachdem dann die Venezolaner erfuhren, dass sie nun doch schon als Zweites zu spielen hatten gings zwar erst ein bißchen hektisch, dann aber doch recht schnell zur Sache. Equipment und Bandmitglieder auf die Bühne und ab die Post. Wie auch schon in Regensburg der selbe, geile crustige Anarchopunk mit politischer, in spanisch vorgetragener Aussage, viel Power und Wut und vom Spielen her auf jeden Fall noch 'nen Tacken besser als in der Danz (war auch weniger stickig und eng). Vor der Bühne wurde getanzt und gemosht und die Stimmung war, trotz nicht unbedingt allzu vieler Zuschauer, der Wahnsinn. Auch hier gings wieder viel zu früh zu Ende und die Band konnte trotz viel Applaus nichtmal zu 'ner Zugabe motiviert werden, weil sie sich wohl zuvor schon genug verausgabt hatte. Auch in München noch gesoffen, gelabert, philosophiert und den Timo vom 'Alerta Antifascista' Label kennengelernt bis wir dann irgendwann von 'nem Mitfahrer, nach stundenlangen Überzeugungsversuchen, gewaltsam zum Aufbruch gezwungen wurden.
Fazit: geile zwei Konzerte, super Stimmung, mega nette und sympathische Band die allen, sowohl live, als auch auf Platte hemmungslos empfohlen werden kann. See you next time - anarchy and peace!