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Dieser Text, verfasst von drei Leuten aus dem Infoladen-Umfeld, soll
als Diskussionsgrundlage über unsere Vorstellungen von Selbstverwaltung
im Infoladen für die VV am 06.10. dienen.
Da seit dem Bestehen des Infoladens, die VV als Selbstverwaltungsorgan
nur geringe Beteiligung erfährt, stellte sich uns wiederholt die Frage
weshalb sich hier trotz wachsendem Organisierungsgrad der Landshuter Linken
keine Veränderung ergeben hat.
Anfangs wurde versucht diese Situation zu verbessern indem die Leute
durch "Erziehung" zu selbstbestimmtem Laben gebracht werden sollten. Die
damalige Vorstellung war, dass sich durch Regeln eine Veränderung
des Bewusstseins vollziehen würde. Dieses Konzept bewirkte jedoch
sogar das Gegenteil und hatte zur Folge, dass sich aufgrund eines eintretenden
Gefühls von Zwang noch weniger Interessenten fanden.
Ein weiteres Problem stellt sich unserer Meinung nach in der mangelnden
Transparenz des Infoladens dar. Diese ergibt sich aus:
-
der Konzentrierung von Aufgaben auf einzelne Personen, sowie ...
-
... mangelndem Informationsfluss zwischen der VV, den Aufgabenbereichen
und den BesucherInnen.
Dazu kommt die konzeptionelle Trennung des Infoladens in organisatorische
und politische Bereiche. Das Ladenteam übernimmt hierbei den organisatorischen
Part während sich die Gruppen auf ihre politische Arbeit beschränken.
Ein in unseren Augen wichtiger Schritt zur Verbesserung der Situation
ist die schon beschlossene Auflösung des Ladenteams in seiner jetztigen
Konzeption und die Übertragung der Aufgaben auf die einzelnen Gruppen
und BesucherInnen.
So haben wir uns im Vorfeld der VV dazu entschlossen folgende Lösungsversuche
zu verfassen. Als zentrale Frage stellte sich uns dabei was Selbstverwaltung
eigentlich ist und welche Bedeutung ihr für unser politisches Verständnis
beigemessen werden kann.
In unserer daraufhin stattfindenden Diskussion sind wir zu dem Schluss
gekommen, dass Selbstverwaltung weder erlernt, noch erzogen, sondern nur
durch persönliche Erfahrung erfasst werden kann. Durch kontinuierliche
Entwicklung des selbstbestimmten Handelns und der vollen Übernahme
der daraus resultierenden Verantwortung entsteht in unserer Augen ein gänzlich
neues Gefühl von Unabhängigkeit, welches uns ermöglicht
unser Potential uneingeschränkt zu erfahren und auszutesten, sowie
einen Freiraum in dem wir uns ungehindert selbstverwirklichen können
zu schaffen. Nur diese Erkenntnis sehen wir als den Schlüssel zu einer
befreiten Gesellschaft, weshalb sich somit die Selbstverwaltung als zentrales
Moment unseres politischen Verständnisses herauskristallisierte.
Essentielle Bestandteile der Selbstverwaltung sind unter anderem:
-
Basisdemokratie
-
ausschliessliche Selbstvertretung der eigenen Interessen
-
volle Übernahme der Verantwortung, die aus dem eigenen, selbstbestimmten
Handeln resultiert
-
respektvoller Umgang untereinander
Dementsprechend ergeben sich folgende Konsequenzen für den Infoladen:
-
Abschaffung des Ladenteams => volle Übernahme der Verantwortung durch
die einzelnen Personen bzw. Gruppen und somit die Aufhebung der Trennung
zwischen politischer Arbeit und "Alltäglichem".
-
den Leuten die Basis bieten, den Infoladen als Raum zu erfahren in dem
sie ihre Ideen selbst realisieren können, hierfür aber auch die
Initiative selbst ergreifen und die volle Verantworung übernehmen
müssen, ohne sich darauf zu verlassen, dass Andere ihnen diese Arbeit
abnehmen.
-
den Leuten im Idealfall bei Interesse bereits nach dem ersten Besuch einen
Durchblick der Strukturen ermöglichen und somit die Grundlage zur
sofortigen Mitarbeit und Teilnahme schaffen (z.B. durch durchgängiger
Beschriftung aller Bereiche des Infoladens und das Verfassen einer Art
"Gebrauchsanweisung"). Diese Maßnahme verhindert desweiteren, dass
sich informelle Machtstrukturen bilden, da Leute nicht mehr die alleinige
Kontrolle über einzelne Aufgabenbereiche besitzen.
Dieser Text ist lediglich Ergebnis unseres gedanklichen Austausches und
beansprucht weder das Recht auf Vollständigkeit, noch repräsentiert
er die Meinung des Infoladens - er soll ausschliessliche als Anreiz zur
Diskussion dienen!
Andi, Chris, Maxi.
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