Home // Politik // Nazis
 

So, jetzt ist es also soweit. Nachdem sich die Medien, geplagt vom alljährlichen Sommerloch, dank Nachrichtensperre oder einfach bloss Korruption (?) nicht mehr auf die Chaostage in Hannover stürzen durften, waren jetzt mal die Anderen dran: Die Nazis. Nicht, dass schon seit ewigen Zeiten immer wieder Ausländer, Punks (man denke da z.B. an Lampe, den wohl bekanntesten Fall) und sonstige "undeutsche Kreaturen" Opfer feiger Attentate durch die braune Brut wurden, das interessiert gar nicht! Man ist im hier und jetzt und man brauch jetzt Schlagzeilen. Nachdem sich die Kampfhunde-Hysterie ziemlich schnell wieder verflüchtigt hat, sei es jetzt aus dem Grund, dass es ganz einfach bei ein, zwei Vorfällen geblieben ist oder aber deshalb, dass sich Hunde gar nicht wehren können und man sie nicht in billigen allnachmittäglichen Talkshows vermarkten kann, brauchte man neue Opfer und die waren in Kurzhaarträgern leicht gefunden. Nicht, dass mich jetzt wer falsch versteht, es ist schon gut, dass die Gesellschaft endlich mal aufwacht (tut sie das?) und was gegen den Abschaum unternehmen will (oder zumindest hofft, dass jemand anderes was unternimmt, man selbst will sich schliesslich nicht aus seinem vollgefurzten Sessel bewegen...), nur wieso erst jetzt? Ist der rechte Terror wirklich schlimmer als sonst? Ich denke er war schon immer so schlimm, nur wurde er weitestgehend ignoriert. Und man siehe da: "aufgerüttelt" durch die Medien (oder besser: gezwungenermassen zur Handlung genötigt...) fing sogar die CSU an zu schreien! Kling! Da stimmt doch was nicht, stellt da der gemeine aufgeklärte Punker verwundert fest!? Hat die CSU jetzt eine 180° Wandlung vollzogen? Oder leidet sie gar an Schizophrenie??? Spekulationen über Spekulationen. Gerade die Partei, die eine Unterschriftenaktion gegen Ausländer durchführt, deren einzelne Mitglieder gemeinhin von einer nicht-hinnehmbaren durchrassten Gesellschaft sprechen, von der die DVU sagt, sie verzichte auf Antritt zur Wahl in Bayern, weil die CSU ja sowieso schon eine Politik in ihrem Sinne führt, die Partei, deren oberster Chefideologe offenkundig mit der Heiderschen FPÖ sympathisiert, diese Partei will also jetzt allen ernstes plötzlich gegen die Rechtsradikalen vorgehen? Diese Partei fordert als erstes ein Verbot der NPD? Da ist doch irgendwas faul im Staate Dänemark (bzw. aus unserer Sicht im Freistaate Bayern...). Spekuliert wird viel: Die Verschärfung der Gesetze soll v.a. in Umkehrung dann auf Linke angewand werden (und dass sie das werden ist so sicher, wie das Übergewicht des Dr. Helmut Kohls...) oder Das schafft der CSU Wählerstimmen, weil sie somit die unmittelbare Konkurrenz aushebeln: Wer die NPD nicht mehr wählen kann, wählt halt dann die CSU. Es gibt tausende von Theorien. Und ich denke mal in jeder steckt ein Stück Wahrheit. Naja, aber ich will hier jetzt keine Abhandlung über die Machenschaften der CSU schreiben...
Also zurück zum Thema. Was soll also ein Verbot der NDP bringen??? Ich meine, die Aktionen werden sicher nicht innerhalb der NPD geplant. Da wird auf keinem Parteitag entschieden, jetzt mal eben schnell 'nen Ausländer umzubringen. Da sind die führenden Köpfe leider viel zu schlau für. Diese Köpfe sind sogar so schlau, dass sie auf Demos jetzt schon ehemals (?) linke Parolen verwenden um als "sozial" hingestellt zu werden. Damit der gemeine Bürger sagt: "Jo, da hamse ja gar nich' so unrecht!" Die Aktionen, wie "Zecken bashen" und "Kanaken jagen" gehen von dem Pöbel ohne Hirn aus. Und davon ist nur ein kleiner Teil in der NDP. Deshalb werden solche Morde oder Körperverletzungen auch selten aus politischen Gründen gesehen, da die Täter ja "in keiner rechtsradikalen Partei" waren. Hm, dazu fällt mir der Kommentar eines Faschos ein: "Wir brauchen keine Parteien um Punks zu töten!" Soviel zu dem Thema. Also bringt jetzt das Verbot der NPD was? Keine Ahnung muss die klare Antwort heissen. Sicher, die NPD ist weg und kommt mit ihren Ideologien nicht mehr so leicht an die Menschheit (und ganz speziell an die Jugend...), aber die Mitglieder werden sich in kleinen unkontrollierbaren Splittergruppen wieder zusammenfinden. Und aus dem "Untergrund" heraus ist es viel leichter und für uns gefährlicher, Straftaten zu begehen...
Was ist jetzt mit dem Verbot der "Blood & Honour" (also der Blut & Eiter, äh, und Ehre) Organisation??? Da kommt ja der ganze dumme Pöbel zusammen und knechtet sich danach durch die Strassen Deutschlands. Hm, einerseits gut wenn die Faschos niemanden mehr haben, der für sie denkt, aber andererseits können sie sich natürlich immer noch treffen und Aktionen planen bzw. brauchen sie ja auch diese Organisationen gar nicht um schwächere anzugreifen. Wozu denn auch? Ein paar Bier geschüttet, was das Hirn dann völlig ausschaltet und dann auf die Strasse auf Menschenjagd. Hm, was soll ich sagen? Ich bin etwas ratlos ob all das was bringt. Es ist sicherlich mal ein Anfang, aber der reicht noch in keinster Weise. Der Terror wird weitergehen, auch mit den Verboten da bin ich mir sicher und das meiste was z.Zt. gemacht wird ist sich in irgendwelchen dämlichen Talkshows treffen um zu diskutieren. Da fällt mir auch schon wider die Linke ein...
...die ist ja angeblich tot. Und wenn ich mir die so in meinen Breiten anschau, dann kann ich die Aussage durchaus unterschreiben. Ich meine jetzt wäre doch die Zeit an die Öffentlichkeit zu gehen um dieser die Ideen und Ideale zu vermitteln, aber damit ist die (organisierte) Linke schlicht und ergreifend überfordert. Die sitzen jetzt alle wie gelähmt da und staunen Bauklötze, dass sich die Gesellschaft auf einmal mehr oder weniger auf ihre Seite schlägt! Und dann wird natürlich erstmal diskutiert. Da sitzt man dann in seinem Infoladen und diskutiert und diskutiert und diskutiert. Und draussen werde Menschen zusammengeschlagen und abgestochen, so wie bei uns passiert. Als ich den Autonomen davon erzählt habe sind sie aus allen Wolken gefallen und wussten natürlich mal wieder über nichts bescheid. Grund: Sie sassen im Infoladen und haben diskutiert. Ob es die Linke noch rechtszeitig schafft an die Öffentlichkeit zu gehen (beim antifaschistischen Grenzcamp waren die Anwohner ganz plötzlich auch total freundlich und selbst die Medien zeigten Interesse, man sieht also: der richtige Zeitpunkt!) steht in den Sternen, im Moment geht aber nach meiner Einschätzung keine grosse Gefahr von ihnen aus. Naja, irgendwann wird dann der Medienrummel um die Faschos auch bald wieder vorbei sein (schliesslich schliesst sich das Sommerloch ja demnächst wieder entgültig...) und die Diskussionen werden heimlich, still und leise im Sande verlaufen. Dann spricht man wieder von den linken Chaoten und fragt sich, was die überhaupt wollen. Na dann träumen wir noch ein bißchen vor uns hin. Revolution ist grossartig, nur viel zu anstrengen...