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Nun ist sie also vorbei, die Wehrkundetagung bzw. die NATO Sicherheitskonferenz,
wie sie mittlerweile genannt wird, in München. Eine Frage über
die sich im Vorfeld so oft der Kopf zerbrochen wurde und deren angebliche
Antwort dann letztendlich zum Demonstrationsverbot führte ist folgende:
Was ist mit den gewaltbereiten Autonomen Horden passiert? 3.000 sollten
kommen, anwesend waren laut Polizei Bayern dann letztendlich nur 43 Stück,
wobei 30 Leute bei Verhaftungen im Umkreis von München zur Strecke
gebracht wurden. Haben sich also die gewalttätigen Autonomen von dem
Demoverbot abschrecken lassen und sind zu Hause geblieben? Wohl kaum, wenn
man bedenkt, dass selbst tausende friedliche Gegner der NATO sich nicht
von den staatlichen Einschränkungen der Demokratie entmutigen liessen.
Kurz gesagt: 73 Kriegsgegner von insgesamt, laut Polizeiangaben 7.000
Demonstranten (laut Veranstalter sogar 10.000!) waren potentielle Gewalttäter.
Rechtfertigt diese Zahl in unserer ach so hochgelobten, mit allen Rede-
und Meinungsfreiheiten versehenen Demokratie tatsächlich eine Entscheidung
die verbietet, dass sich tausende Menschen treffen um friedlich ihre Ablehnung
gegen eine machtbesessene und imperialistische Kriegs- und Interventionspolitik
zum Ausdruck zu bringen? Offensichtlich ja, denn in der gegenwärtig
gespannten und umstrittenen (von den Zuständen in Guantanamo zusätzlich
angefachten) Situation können Kritiker der Vorgehensweise der zivilisierten
Welt offenbar nicht geduldet werden!?
Dass jetzt nicht akzeptiert werden kann, dass die Demonstranten schlicht
und ergreifend friedlich waren und nicht nur durch das "konsequente Durchgreifen
der Polizei mit niedriger Einschreitwelle" ruhiggestellt wurden, ist klar:
zu teuer, aufwändig und überzogen war der Einsatz, der laut Presseberichten
Kosten in Höhe von 2 - 3 Mio. € verursacht hat.
Die oft weitaus weniger friedlichen Absichten der Polizei jedoch zeigten
sich an etlichen Beispielen: der oft gewaltsame Abtransport der friedlichen
Kessel, sowie das wahllose Herausgreifen einzelner Demoteilnehmer; der
Abtransport der nur in Unterhose und gegebenenfalls BH bekleideten DemonstrantInnen;
das erstmals seit 1933 wieder umstellte Gewerkschaftshaus, von dem sich
erst spät in der Nacht zurückgezogen wurde, obwohl dort die an
dem Wochenende einzigst genehmigte Veranstaltung stattfand; die Festnahme
der Sprecher des NATO Bündnisses Claus Schreer und Hans-Georg Eberl
usw. lassen durchaus darauf schliessen, dass hier gezielt Konfliktsituationen
verursacht wurden, welche allerdings trotzdem zu keinerlei gewalttätigen
Reaktionen der Demonstranten führten.
Möglichkeiten für Plünderungen und Randale gab es genügend,
zu chaotisch liefen meist kleinere Grüppchen von Demonstranten, abseits
der grossen Kessel durch die Stadt. Trotzdem dachte keiner im Traum daran
solche von Medien und Politikern geschürten Vorurteile auch wirklich
zu realisieren. Bis auf ein paar beschmierte Polizeiwannen passierte dennoch
nichts! Dieser Eindruck wurde übrigens auch von zahlreichen Passanten
bestätigt, wobei eine Frau bspw. einen Polizisten mit der Aussage,
sie fühle sich nur durch die massive und völlig überzogene
Polizeipräsenz belästigt. Seine kompetente Antwort: "Dann gehen
Sie halt nicht vor die Tür - können ja daheim bleiben, oder?"
Wieder also hat sich gezeigt, dass demokratische Prinzipien nur für
bestimmte Gruppen von Menschen gelten, dass jedoch politische Oppositionen
ihre Grundrechte meist nicht zugesprochen bekommen. Schon weit vor der
Demo wurde ich auf meine Anfragen, wieso denn Fussballspiele - bei denen
ja auch potentielle Hooligans anwesend sind - nicht ständig verboten
werden, nur müde belächelt. Trotz oder gerade wegen allem stelle
ich diese Frage jedoch nochmal: tja, warum? Warum wird angebliche Sicherheitsgefährdung
nur bei politisch oppositionellen Aktionen für Entscheidungen ausschlaggebend?
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die 3000 Gewalttäter wohl
schlicht und ergreifend von der Polizei erfunden wurden. Die Demonstranten
waren absolut friedlich was sie auch durch immer wiederkehrende Sprechchöre
in Richtung der verbeamteten Kampfroboter untermauerten. Diese Friedfertigkeit
zu kriminalisieren und zu zensieren scheint zwar wohl demokratisches Grundprinzip
zu sein, darf aber dennoch keinesfalls akzeptiert werden!
Dass eine legale Demonstration mehr als nötig und auch gerechtfertigt
gewesen wäre, zeigt sich bestens an den dort getroffenen Entscheidungen,
welche klarmachen, dass es der "zivilisierten Welt" eben in erster Linie
doch um die Koordination ihrer Kriegspläne ging: Aussagen wie "Die
beste Verteidigung ist ein guter Angriff" von US Vizeverteidigungsminister
Paul Wolfowitz und das die Bezeichnung Iraks als die "nächste Front
nach Afghanistan" sagen wohl alles. Forderungen wie die Erhöhung des
Verteidigungsetats, Vergrösserung der Bundeswehr oder die Verabschiedung
eines Parlamentsbeteiligungsgesetzes für die Vergrösserung der
Vollmachten der Bundesregierung von deutschen Politikern tun ihr übriges.
Lassen wir uns unsere Meinung nicht verbieten! NEIN zur kriegsfördernden
Interventionspolitik der NATO Staaten! NEIN zum Krieg! FÜR eine friedliche
Lösung im Nahen Osten und anderswo! |