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Es ist schon viel über derartige Auswüxe geschrieben und geredet worden, aber geändert hat sich nix und es wird sich auch nix ändern, trotzdem, die Hoffnung sollte nie aufgegeben werden.

Warum eigentlich fühlen sich soviele Punks und Punketten so hart und stark, dasse auf übelste Art Macho-Dancing abziehen müssen? Ist es so geil anderen auf die Fresse zu schlagen, noch dazu den "eigenen" Leuten? Ich bin nicht gerade von schmächtiger Statur, aber bei manchen Konzerten gehe ich auch nicht nach vorne, weil ich keinen Bock habe in die Schnautze zu bekommen. Isi wurde beim Stunde X Abschiedsgig übelst weggetreten und ich unterstelle hier einfach Absicht. Komischerweise passieren diese Auswüxe entweder nur bei "angesagten" Bands oder Deutschpunk Kapellen, die scheinbar immer mehr dummes Gepöbel anziehen, die sich nur noch durch Bettelei in den eigenen Reihen oder durch "Ficken Oi!" - Geschrei artikulieren können. Das geht natürlich nicht gegen alle Bands, es fällt nur auf, auf welchen Konzerten Macho-Pogo zum Standart gehört.

Auf Crust Konzerten kommt dies eigentlich sehr selten vor und wenn, wird zumeist auch 'ne Ansage von der Band gemacht mit diesem respeklosen Müll aufzuhören. Im "Libertad o Muerte" Nr. 6 vom Winter 97/98 habe ich dazu 'nen ganz interessanten Artikel gefunden. Hier Auszüge:

"Auf einem Konzert einer politischen Punkband verwechselten wieder einmal einige Obermacker Tanzen und Spasshaben mit Kickboxen und Muskelshow. Egoistische Selbstprofilierung und übelste machistische Zurschaustellung prallten auf ein gänzlich anderes Selbstverständnis von Punk. Konzerte sind nicht nur zum kollektiven Besäufnis und zum Kickboxen da. Wer dies immer noch glaubt ist besser bei einer x-beliebigen Burschenschaft oder einem Boxverein aufgehoben. Es gibt viele Leute, die zu Konzerten kommen und die sich auch mal gerne ein wenig bewegen würden, auch mal vorne eine Band erleben würden. Viele werden aber eben durch diese stupiden Ringkämpfe davon abgehalten. Somit dividiert sich die ZuschauerInnenschaft in einen aktiven (fast ausschliesslich Männer) und einem eher passiven Teil, wobei letzterer entweder aus total abgesoffenen Leichen oder eben aus Frauen und "Weicheiern" besteht, die nach Ansicht vieler sogenannter Punx nicht wissen wo es wirklich langgeht."

Dem gibt's eigentlich kaum was hinzuzufügen. Natürlich ist Pogo kein Foxtrott und gegen einen fairen Pogo, bei dem auch Frauen mittanzen können, bei dem Gestürzten wieder aufgeholfen wird ist auch nix zu sagen, aber mehrmals die Faust mit voller Absicht ("Dat is Punk, Alder!") in die Fresse zu kriegen und mit Boots in die am Boden liegenden treten ist kein Pogo sondern 'ne Schlägerei!

Dazu habe ich dann noch aus MY CHOICE #4 in einem Konzerbericht vom Sick on the Bus Gig in Limburg geschrieben:

... Die Stimmung war auch sehr gut und über zwei Prolls, die sich gegenseitig wie wild am Shirt durch die Gegend zogen und den harten Punka markierten konnte mensch auch hinwegsehen. Bis dann zwei Typen der Sorte "ultraharter Oberpunker ohne wie einer auszusehen" durch hirnlosen Macho-Gewalt-Pogo auffielen. Ballo (Harmony Rec.), der wohl den Ellbogen von einem in die Fresse bekam wollte diesen "beruhigen" und musste sich anhören: "Warum gehst Du überhaupt auf Punkkonzerte?" ...

Dazu gibts auch nix mehr weiter zu sagen. Hört Euch mal genau den Song "Phoenix" von den ACTIVE MINDS (Anm.: oder "We wanna dance not fight" von VIKTORS HOFNARREN (CH), oder "Punk as fuck" von ROT) an. Danke!

JERK / GOETTERWIND + MY CHOICE.