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1986 haben Razzia schon davon gesprochen: „Wer Freitag morgens in der
S-Bahn fährt weis, warum wir aussterben müssen...“ Diese Zeile
kommt mir immer öfter in den Sinn in letzter Zeit. Nun, ich will meine
diesbezüglichen Momente nicht auf den Freitag morgen oder die S-Bahn
kastrieren, es kommt halt einfach so, nicht etwa von MIR, sondern von außen...
Ich treffe auf Menschen, zumindest würde ich sie in diese Gattun einordnen,
doch ihr verhalten erzeugt in mir ein Gefühl; ja, Abscheu? Verachtung?
Das kommt meißtens erst am Schluß, wenn ich alleine in meinem
Zimmer sitze und den Tag reflektiere, die Woche oder eine dieser jämmerlichen
Existenzen, denen ich heute zuteil wurde (wobei das eigentilch wohl nur
auf gegenseitigkeit beruht, zu meinem Mißfallen). Man kann diese
Erfahrungen auch in relation setzen, vielleicht ein kleines Beispiel? Vielleicht
sollte ich versuchen, mich in meine Mitmenschen hereinzuversetzen - zack
- gescheitert.... Wenn ihre Vernunft ein Mensch alleine wäre, wäre
er aufgrund dessen, daß ihm alles fehlt, nackt. Nein, nicht etwa
als reduzierung auf das äußerliche, sexuelle Moment, denn dabei
wären sie schon fast negativ behaftet, oder etwa nicht?
Durchstreunen die fatalen bürgerlichen Verhältnisse und tauchen
voller Wonne in den defizienten Modus des „man“ ein, Rechtfertigung als
erste Bürgerpflicht?! Bürger? Staats-bürger... Nun gut,
abgehakt... Aber ich kann nicht von ihnen lassen, gebe die Hoffnung nicht
auf! Ich warte sehnsüchtig auf den Augenblick, wann endlich Gehalt
in ihre leeren Phrasen eintritt und sie am eigenen Schopf aus ihrem eigenen
Leben ziehen... Leben? Oh nein... Das ist kein Leben, die pure Existenz
berechtigt noch nicht dazu, diese Fahne zu hissen. Und taucht doch mal
Gehalt auf, ergreift den Kopf und zieht kräftig, was kommt dabei heraus?
Da fallen die Klischees, da ein propagiertes Modebewußtsein und endlich,
endlich auch die „Bestimmung“, Arm in Arm mit der Gruppe, worin man auch
immer so stark war....
Ich spitze unwillkürlich die Ohren: „Zipp“ macht es wohl nicht,
und da ich dieses Geräuch auch nicht in weitere Worte fassen möchte,
bleibt es euch überlassen, dem letzten bewußten Ton des Individuums
Leben einzuhauchen, wenn der Kopf vom Rumpf gerissen wird. Es ist fast
schon pervers, in diesem Moment von Leben zu sprechen, aber vielleicht
geht es dem puren Instinktgesteuerten Körper ohne die „Denkmaschine“
besser, und so bleiben ihm ein paar magere, unbewußte Augenblicke
um zu rekapitulieren: Das war ich.....
Roland/PJR
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