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Anmerkung: Folgender Text ist bereits seit längerem Veraltet, da ich nun auch auf fleischlose Ernährung umgestiegen bin. Der, dass dieser Schritt eine Gewissens- und keine Modeentscheidung sein sollte bleiben jedoch immernoch die Selben!

Ich hab mir mal ein paar Gedanken zum Thema Vegetarier/Veganer gemacht, die ja v.a. in der Crustszene sehr stark vertreten sind. Grund für diese Kolumne hier ist, dass ich eben (zumindest noch) Fleischfresser bin und deshalb da teilweise schon mal von irgendwelchen Ultraveganern recht schief angeschaut werde.
Als erstes mal will ich mal aufzeigen warum ich bis jetzt mich nicht zum Schritt Vegetarismus entschieden habe:

1.) Ich liebe Fleisch! Ich finde es ist eins der bestschmeckendsten Nahrungsmittel das es gibt!
2.) Ich wohn noch daheim und bei uns ist keiner Vegetarier und deshalb bin ich auch jeden Tag Fleisch "ausgesetzt" und es wird auch ziemlich oft Fleisch gemacht. Daher ist es schon aufgrund des ersten Punktes extrem schwer für mich mit dem Fleischessen aufzuhören.
3.) Ich hasse die meisten Arten von Gemüse! Es gibt ein paar Sachen die ich essen kann, aber der Rest schmeckt mir wirklich absolut nicht (zumindest hat es bis jetzt keiner geschafft es so zuzubereiten, dass es mir schmeckt...). Genauso gehts mir mit irgendwelchen veganen Brotaufstrichen bzw. Tofu. Ich hab das Zeux schon ab und zu gegessen und es schmeckt mir einfach nicht.
4.) Zum Veganertum: Ich finde es absolut unnatürlich auf tierische Produkte ganz zu verzichten. Der Mensch hat schon seit jeher tierische Produkte (wie Milch, Honig) gegessen und diese Produkte enthalten sehr viele lebenswichtigen Mineralstoffe, Vitamine etc. wobei ich bei veganer Nahrung so vielseitig und abwechslungsreich essen müsste, dass es kaum möglich ist und somit nicht gesund sein kann. Sich die Nährstoffe mit irgendwelchen Pillen zu holen ist in meinen Augen völliger Schwachsinn zumal man damit schon wieder die Pharmaindustrie unterstützt und das kann doch auch nicht der Sinn und Zweck des ganzen sein. Ausserdem werden Nährstoffe in Pillen sowieso nicht richtig vom Körper aufgenommen und verarbeitet. Ebenso ist es unnatürlich auf Fleisch zu verzichten, wobei ich diesen Schritt durchaus noch verstehen kann und ihn auch für unterstützenswert halte...es ist auch nicht so, dass ich Veganer nicht akzeptiere, es ist schon ok vegan zu leben, nur muss das wirklich die Entscheidung jedes einzelnen sein und ich weiss jetzt schon, dass ich wohl nie vegan sein werde. Vegetarisch wohl schon, aber nicht vegan...

So, aus diesen Gründen hab ich mich noch nicht zu dem Schritt entschieden Vegetarier zu werden. Ob es jemals so weit kommt, weiss ich noch nicht, das wird man sehen, ich denke aber schon. Ich finde vom moralischen Aspekt her müsste eigentlich jeder Mensch Vegetarier sein. Wie diese Tiere gehalten und transportiert werden ist absolut unmenschlich und man sollte so etwas wirklich nicht unterstützen. Auch der Aspekt, dass diese Tiere nur leben um von uns gefressen zu werden trägt zu dieser Überlegung kräftigst bei. Ich bin wirklich Tierfreund und ich liebe Tiere, kein keiner Fliege irgendwas zu leide tun, nur bis jetzt ist mein Wille irgendwie noch nicht stark genug das ganze auch durchzusetzen.

Ich hab mir auch noch Gedanken über Widersprüche gemacht, die ich sehr oft schon gesehen und gehört habe und die es mir schwer machen diese Leute wirklich ernst zu nehmen, bzw. deren Vegetarismus/Veganertum wirklich als Überzeugung zu akzeptieren. So gibt es z.B. veganische Punks, die mit einer Lederjacke und Lederstiefel rumrennen. Allerdings fressen sie aus "lauter Tierliebe" keine tierischen Produkte wie Milch oder Honig. Wo ist da die Logik? Es ist eine absolute Sauerei, dass Tiere getötet werden damit wir ihre Haut tragen können! Das ist genauso Quälerei und die werden genauso schlecht behandelt wie die Tiere die zum gefressen werden bestimmt sind. Wenn jetzt ein angeblicher Veganer eine Lederjacke trägt, dann ist sein Veganertum für mich ganz einfach nur geheuchelt und er macht das ganze nur aus Imagegründen!
Genauso ist es bei Leuten, die vor 'nem halben Jahr noch extra in 'ne Wirtschaft gelatscht sind und sich für über 20,- DM 'nen Schweinebraten gekauft haben weil er so lecker ist, jetzt plötzlich aber das Fleischessen total ablehnen und sagen, dass ihnen Fleisch gar nicht schmeckt, sondern, dass es total ekelhaft sei. Tschuldigung, aber ich weiss echt nicht ob ich ihnen das so abnehmen kann. Dass sie das aus moralischen Schritten machen kann ja sein, aber dass ihnen Fleisch ganz plötzlich nicht mal mehr schmeckt, da machen sie sich selbst was vor, denke ich. Ich finds dann noch komischer wenn die Leute sich dann noch Haustiere wie Ratten oder Mäuse - die im Grunde für sie nur ein Gebrauchsgut sind - in kleinen Käfigen einsperren. Wenn man mal Zeit und Lust hat kümmert man sich drum sonst sind sie halt im Käfig, eingesperrt hinter Gittern. Da können sie noch so viele Spielsachen für sie kaufen, das bringt ihnen auch nicht die Freiheit. Man kann noch so sehr meinen wie sehr man sie verwöhnt, aber man kann sowas ganz einfach trotzdem nicht mit Freiheit vergleichen, sie sind schlicht und ergreifend eingesperrt. Nach 'nem Jahr sterben alle an Krebs weil sie so überzüchtet sind. Ich kenn jemanden, da sind die Mäuse sogar in Glaskäfigen eingesperrt, was an sich schon Quälerei ist, weil sie an den Gitterstäben vom Käfig wenigstens noch ein bißchen klettern könnten (und das ist sehr wichtig für solche Tiere!!!). Aber so ist das die reinste Qual, auch wenn er ihnen wirklich viel Zeux kauft, aber trotzdem!!! Die Tiere sind für die Freiheit geboren, nicht dafür in Einzelhaft von irgendwelchen Menschen angegafft zu werden!!! Wenn die Leute mir dann sagen, in der Crustszene ist es für viele eine Selbstverständlichkeit zumindest sich vegetarisch zu ernähren, dann klingt das für mich wirklich teilweise nur so wie ein Klischee das man erfüllen muss. Wahrscheinlich meinen sie es auch wirklich ernst und haben ihre Meinung wirklich soooo schnell um 180° gedreht, aber zumindest sollten sie dann respektieren, dass ich eben noch nicht so weit bin und da will ich dann auch nicht irgendwelche Sticheleien und blöden Kommentare!!! Versteht mich jetzt bitte nicht falsch! Ich finde es absolut gut, dass sich die Leute zu diesem Schritt entscheiden, nur sollten sie mir jetzt auch Zeit und das meine eigene Entscheidung sein lassen wann, wie, ob und aus welchem Grund ich diesen Schritt gehe!!!!!

In meinen Augen geht die Tierquälerei schon vor der eigenen Haustüre los und man sollte wirklich erstmal selbst schaun was man falsch macht und was man verbessern könnte. Nur aus Imagegründen Vegetarier/Veganer zu werden ist in meinen Augen völliger Blödsinn. Wenn sollte man das aus Überzeugung machen. Ich bin eigentlich auch ziemlich überzeugt davon, dass der Schritt zum Vegetarier richtig ist, weil die Tiere ganz einfach wirklich unter Bedingungen "gelagert" werden, die unter aller Sau sind (im wahrsten Sinne des Wortes...), aber im Moment hab ich noch nicht die Kraft dazu diesen Schritt zu machen. Ich hab schon aufgehört bei Fast Food Konzernen wie Mc Donalds oder Burger King zu fressen obwohl mir die Chicken Mc Nuggets wirklich superlecker geschmeckt haben ;-) Und es kam wirklich aus Überzeugunug und nicht weil ich irgendwem irgendwas beweisen will. Ich prahl damit auch nicht wie manch andere dauernd in der Öffentlichkeit wie scheisse ich Mc Donalds finde und ich deshalb nicht bei ihm fresse, ich tu's einfach nicht! Vielleicht geh ich den anderen Schritt auch noch, mal sehen. Aber im Moment kann ich der Versuchung noch nicht widerstehen. Wer so intolerant ist und mir aus diesem Grund 'nen Strick drehen will, kann das machen, mit solchen Leute will ich dann eh nix mehr zu tun haben, weil die viel zu verblendet sind um noch in irgendeiner Weise objektiv zu sein...