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Ein Leben mit weniger Zwängen - ein anderes Leben: das was Marxisten verharmlosend den Überbau nennen, ist ein unendlich weites Feld. Es umfasst Kunst und Kultur ebenso wie weite Bereiche des Alltagslebens. All das wird sich komplett verändern; wenn das Leben nicht mehr "Arbeit" ist, Zeit für "alles Übrige" sein. Wahrscheinlich hat in einer herrschaftslosen Gesellschaft Mode einen viel geringeren Stellenwert als heute. Ganz sicher wird der Schönheitswahn von vielen in Frage gestellt werden, weil niemand sich mehr selbstbestätigen muss - jeder und jede sowieso ist - und nicht in Frage gestellt werden kann.
Wahrscheinlich wird der Zulauf zu sinnstiftenden Religionsgemeinschaften abnehmen: wenn's im Diesseits ziemlich leiwand ist, wer will sich da noch auf's Jenseits vertrösten lassen!? Wahrscheinlich verliert die Kultur den Status des Aussergewöhnlichen und wird Kunst etwas das ganz einfach viele machen.
Und ganz sicher wird es zu einem anderen Umgehen der Menschen miteinander kommen. Vielleicht auch einem Mehr an Nähe, weil der ganze Druck und die Hetze nicht mehr existieren. Eines ist sicher: auf diesem Terrain wird es die grösstmögliche Freizügigkeit geben, alles was niemand anderen behelligt, gebilligt werden.
 

Der Vollständigkeit halber - eine nötige Abgrenzung >>