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Eine anarchistische Gesellschaft kennt weder Strafe noch Gefängnis. Sie muss ihre Konflikte anders lösen. Sie muss die Ursachen beseitigen aus denen heute "Verbrechen" entstehen. Das ist von zentraler Wichtigkeit: wenn heute 80% Gefängnisinsassen wegen Eigentumsdelikten inhaftiert sind muss sie die Armut abschaffen. Und: welches Gewaltdelikt hat sich je durch Einsperren wieder gutmachen lassen? Wer fragt überhaupt danach wieviel Lieblosigkeit, Stress und Hetze es widerspiegelt? Wieviel Unvermögen mit dieser Welt fertigzuwerden, das Drogenelend!? Der fatale Kreislauf von Schuld, Sühne und Strafe muss durchbrochen werden.
Niemand hat es verdient, die ganze gewalttätige Routine bei der Polizei. Niemand hat es verdient eingesperrt zu werden. Niemand. Völlig egal was er getan hat.
In einer Gesellschaft die ihren Reichtum unter den Menschen verteilt wird wohl niemand stehlen gehen.
In einer Gesellschaft die Drogen legalisiert, werden nicht mehr Menschen für den nächsten Schuss eine alte Frau umbringen. Vielleicht werden auch nicht mehr so viele Süchtige jämmerlich krepieren: an den verdreckten Spritzen, den ganzen Lebensumständen. Vielleicht ist auch hier die Wahrheit eine ebenso einfache, wie traurige: wer Drogen nimmt weil er unglücklich ist, der wird damit nicht glücklicher. Und wer sich in seinem Leben relativ wohlfühlt für den sind sie keine Drogen. Vielleicht wird in einer herrschaftslosen Gesellschaft das Unglück nicht ganz so gross sein.
Die Gewaltdelikte werden wahrscheinlich in einer Gesellschaft die nicht so verrückt wie unsere ist deutlich weniger, aber ein gewisses Quantum wird es weiterhin geben? Auch gegenüber Frauen?
Ja, aber gerade hier gilt, dass nur und genau das seitens der Gesellschaft statthaft ist, was weitere Gewalttätigkeit oder eine Wiederholung der Tat verhindert. Ohne sinnlose Quälerei. Beispielsweise wenn einzelne Personen eine andauernde gewalttätige Bedrohung darstellen, Beschränkung der Freizügigkeit nur bei grösstmöglichem Komfort und nur so lange diese Bedrohung dauert.
 

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