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Natürlich sind es reale Personen die diese gesellschaftlichen Verhältnisse
wollen und von diesen profitieren. Dies sind gemeinhin die Mitglieder der
Kapitalistenklasse und ihre Schergen und Büttel. Diese leben zwar
auch in der ganzen Warenscheisse, sind aber wesentlich bersser gestellt,
können sich sozusagen "die Rosinen aus dem Kuchen picken".
Die Staatsform und ihre Proponenten sind Resultat der Auseinandersetzungen
innerhalb der herrschenden Klassen, wie die Ausbeutung am besten zu organisieren
sei. Die Vertreter der bürgerlichen Demokratie meinen z.B., dass sich
Ausbeutung dadurch am Besten organisieren kässt, indem man den Leuten
vorspiegelt sie könnten selbst darüber entscheiden, wer ihnen
am Schädl scheisst. Und man gibt den Leuten etwas von den Brosamen
ab, die bei der Herstellung des grossen Reichtums abfallen. Das kurbelt
die Produktion an, schafft Mehrwert und Profit und verstellt den Blick
auf's Elend.
Der Kapitalismus ist aber durchaus flexibel genug, bei gegebener Sachlage
andere Staatsformen zu kreieren. Insbesonders, wenn droht, dass sich die
Leute nicht mehr so reinlegen lassen, beginnen sich zu wehren, sind die
Kapitalisten sehr schnell mit autoritären Modellen bei der Hand. Von
einer grossen Liebe für Freiheit und einen Sinn für Gerechtigkeit
kann bei dieser Klasse im Allgemeinen nicht ausgegangen werden.
Natürlich steht ein Staat nicht mit seiner politischen Form, sondern
mit den Gewaltmitteln über die er verfügt um seine Politik gegen
den Willen anderer durchzusetzen. Die Anderen, das ist meistens die Bevölkerung.
Auch wenn's oft nicht so aussieht sind die meisten Leute dennoch dagegen
ihr ganzes Leben lang tagtäglich geschunden zu werden, um dann mit
irgendeinem minderwertigen Krams abgespreist zu werden. Sie fügen
sich diesem "Schicksal" weil sie ansonsten mit Repressalien zu rechnen
haben. Die Leute kaufen die Sachen, die sie selbst in ihrer Arbeit hergestellt
haben, anstatt sie sich einfach zu nehmen, weil es eine Polizeit gibt,
die - recht oder schlecht - die Leute einknasten würde. Weil es eine
Justiz gibt, die sich das Recht herausnimmt über die Leute zu verfügen
- sie einsperren zu lassen oder auch umzubringen.
Einen Staat, egal welche politische Form er hat gibt es nur, weil er
das Gewaltmonopol beanspruchen kann. Seine ganze Räson liegt darin,
dass er allein über das Glück und das Leben der Menschen verfügen
kann. Jedes Verbrechen ist immer auch eine Infragestellung dieses Gewaltmonopols
und wird auch deswegen gestraft. Der Staat kann es nicht zulassen, dass
etwas oder wer andere als er dieses gottgleiche Recht ausübt. Der
moderne Staat ist eine Maschinerie, der seine Gewalt nur sehr dosiert einzusetzen
braucht. Normalerweise begegnet einem das Gewaltmonopol in Form von irgendwelchen
Bürokraten. Herrschaft wird ausgeübt, indem der Zugang zu Ressourcen
über wohlfälliges Verhalten - im allgemeinen das richtige Formular
auszufüllen - gesteuert wird. Nur wer sich den formalen Gegebenheiten
fügt, kann damit rechnen Zugang zu den existenziellen Zuwendungen
zu haben. Da bedarf es weder des Gummiknüppels noch des Pfeffersprays:
die meisten Leute verhalten sich "richtig", weil sie sonst im Arsch sind.
Und für die Zweifelsfälle gibt's noch immer die Keule in petto.
Und neben Gewalt, Ausbeutung und Entfremdung ist noch ein riesen Rattenschwanz
an Ideologieproduktion tätig, der die Gehirne der Leute verkleistert,
der Zustimmung produziert.
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