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Aus-Rotten können wohl ohne schlechtes Gewissen als eine der wichtigsten, bekanntesten und besten Anarchopunk/-HC Bands heutzutage bezeichnet werden: es werden politische und gesellschaftliche Missstände auf direkter Art angeprangert, ohne in irgendwelches patriotistisches Gesülze zu verfallen, wie das ja bei viel zu vielen Amipunkbands der Fall ist. Das folgende Interview mit ihnen, ist aus der Plastic Bomb # 24 geklaut ...

Standardfrage: Bandgründung, Geschichte etc.

  • Es gibt Aus-Rotten seit 1991 mit mehreren Besetzungsänderungen. Wir waren '96 schon mal da und sind jetzt zum zweiten mal in Deutschland, v.a. wegen dem Antifa-Festival in Northeim, das ist es, wir sind eine Punkrockband, wir mögen keine Nazis und wir sind auch sonst für Freiheit und Gleichheit.


Macht Ihr viele Benefizgigs für Mumia Abu Jamal?

  • Ja, ziemlich viele. Wir haben auch ein Lied darüber, "No justice, no peace", das über politische Gefangene, nicht nur in den USA, sondern in der ganzen Welt geht.


Warum habt Ihr die Band gegründet?

  • Die Band geht bis '91 zurück. Eric und ich, Dave, gehören zur Originalbesetzung. Wir haben uns sehr stark verändert, aber wir haben beschlossen eine mehr oder weniger extrem politische Band zu sein. Es gab vorher niemanden in unserer Stadt, der eine wirklich starke, politische Botschaft hatte.


Echt? Ich hab immer gedacht Pittsburgh...

  • Ach, ich prahle hier nicht rum, aber wir sind wohl die erste Band, die ernsthaft Position zu politischen Themen bezieht. Naziskins wurden ziemlich stark in unserer Szene akzeptiert und wir waren die erste Band, die was dagegen sagte: "Ihr gehört nicht auf unsere Shows!". Für uns gibt es keine Grauzone, entweder Du bist ein Nazi oder nicht, es gibt kein dazwischen.


Oder Du tolerierst einen Nazi oder halt nicht.

  • Richtig, entweder, oder. Wir waren die ersten in Pittsburgh, die sowas sagten. Das war 1992 und weisst Du, in Pittsburgh gibt es seit Ende der 70er Punkrock und wir waren die erste Band in, sagen wir 15 Jahren. Ziemlich traurig.


Es gibt auch nette T-Shirts: "Pittsburgh, City of Punkrock".

  • Es gibt eine grosse Szene, aber eben auch wieder, ich möchte jetzt nicht die Mehrheit sagen, aber einen ganzen Haufen Leute, der Rassisten und Faschisten akzeptiert und mit ihnen rumhängt. Viele in Pittsburgh hassen uns dafür, sie denken wir sind zu extrem. Echt beschissen. Ich halte aber viel von PB und mag es. Ich mag dort viele Leute, es ist eine der Städte, die ich mir zum Leben aussuchen würde.


Wieviele Einwohner hat PB?

  • Wohl ungefähr so viele wie Bremen, etwa 750.000 Menschen. Es war einmal eine Arbeiterstadt, aber jetzt ist sie eine Industriestadt und alles automatisch. Es gibt eine sehr niedrige Beschäftigungsrate. Die Stadt hat ziemlich grosse Probleme mit Rassismus. Die halbe Stadt besteht aus Rassisten. (Anm. v. Diavolo.: Ja, sehr toll zum leben, da will ich auch hin...)


Wie ist es denn allg. mit den Leuten in den USA?

  • Nun, PB ist stark untergliedert, ethnisch und rassenbezüglich geteilt. Der Teil in dem ich lebe ist sehr klein, eines der kleinsten Viertel und der einzige der nicht untergliedert ist, verschiedene Volksgruppen leben nebeneinander, vermischt. Es gibt Viertel in der Stadt, in denen nur Schwarze leben und es gibt eben Viertel wo nur weisse leben. Aber auch die weissen Bezirke sind wieder aufgeteilt, es gibt Italiener, Polen, etc. Und wahrscheinlich wird es immer so bleiben. PB ist keine Arbeiterstadt und was ich damit meine ist: Als viele Menschen nach PB eingewandert sind, war die Stahlindustrie stark und bestimmte Situationen der einzelnen Volksgruppen und deswegen leben bestimmte Gruppen in bestimmten Bezirken. Es tut weh, das zu sagen: Unsere Eltern haben uns so aufgezogen. Viele unserer Eltern waren für eine bestimmte Ordnung.


Eingetrichtert?

  • Ja, genau. Wir wurden so aufgezogen, zu denken die einen wären besser als die anderen, weil sie hier leben, weil die Volksgruppen bestimmte Lebenssituationen haben. In diesem Alter kannst Du nicht selbst entscheiden was richtig oder falsch ist. Wenn man älter wird macht man seine eigenen Erfahrungen. Ich glaube deswegen sind wir so sehr gegen jede Art der Unterdrückung. Wenn Du siehst, was richtig ist und siehst, dass das was Dir beigebracht wurde, scheisse ist, dann begreifst Du, dass es scheisse ist. Man entscheidet selbst, wie man handelt und das geht auch wieder in der Punkszene so, so auch in PB. Viele Menschen akzeptieren Rassismus als einen Teil des Punkrocks.


Es gibt in der deutschen Szene einen Teil der sich unpolitisch nennt, mit teilweise recht zwiespältigen Skins zusammenhängt usw.

  • Gibt es in Pittsburgh auch. Gießen ist die erste Stadt, in der ich Punks und Skins zusammenhängen seh', die offensichtlich für die gleiche Sache kämpfen wollen. In unserer Stadt passiert das bis zu einem gewissen Grad, aber nicht annähernd so, wie es die Leute hier tunm sie sind unpolitische Punks. Die East Coast Punk Szene ist ziemlich so. Es gibt sehr wenige Skins die politisch sind.


Unpolitisch oder rechts?

  • Gar nix. Ich würde nicht sagen, dass sie rechts sind. Die meisten sind unpolitisch. Ich selbst wurde von einigen von ihnen angegriffen. Ich mag Skins einfach deswegen nicht, weil ich schlechte Erfahrungen mit ihnen gemacht habe. Als ich hier in Giessen angekommen bin, habe ich mich nicht in der Nähe von irgendjemanden nervös gefühlt. Diese Typen zeigen mir was es heisst Skinhead zu sein und ich habe Respekt vor den Leuten in diesem Haus und auch für die Leute, die zu unserer Show gekommen sind, einfach für die ganze Szene. Da hat's keine dumme Scheisse gegeben und ausserdem können sie auch unglaublich gut kochen, ach vergiss es. Es schockiert mich wirklich, weil ich sehen muss, dass es so sein sollte und diese Leute beweisen, dass es gemacht werden kann und auch gemacht wird.


Spirit of 69!

  • Yeah, diese Typen machen es wirklich und kämpfen zusammen für die gleiche Sache. Punks und verdammte Skinheads.


Glaubst Du dass es einen Unterschied gibt ob man in Deutschland oder in den USA Punk ist, weil die BRD doch wohl das bessere soziale System hat?

  • Ich könnte nich von der Fürsorge lebenm es ist das Äquivalent zum Stempelgeld in England, es ist wirklich anders, wir arbeiten um leben zu können.


Was arbeitet Ihr?

  • Corey ist Trucker, Eric ist Fahrradkurier ich fahre Betten aus und unser Drummer arbeitet für einen Helloween Store. Das alles ist Arbeit, ansonsten kriegt man nicht genug. Es ist sehr hart in Amerika nicht zu arbeiten. Als wir nach Europa kamen und jemand sagte "Ich hab keinen Job, ich muss morgen nicht arbeiten.", waren wir sehr überrascht. Hier haben die meisten Leute keinen Job, aber was uns am meisten schockierte war, dass sie Tag für Tag einen Haufen Geld bekommen. In Amerika muss man arbeiten.


Was machen die Punks, die keine Arbeit haben? Sind sie kriminell?

  • Nein sie schnorren. Aber es wird überhaupt nicht respektiert. Arbeitslosengeld und Wohlfahrt wird in Amerika als Betrug angesehen. Es ist das gleiche mit dem Rassismus. Eine rassistische Standartaussage ist, dass die Schwarzen Kinder haben. Sie sagen damit, dass Schwarze viele Kinder haben, um mehr Wohlfahrt zu bekommen. Texas ist der einzige Staat mit Sozialhilfe, deswegen ziehen viele Leute nach Texas.


Wie siehts denn mit der Punkszene in den USA aus?

  • Es ist stark geteilt, soviel kann ich Dir sagen: Es gibt den Eastcoast Punk - die ganze Band und Jim Broken schreit: "The Best!!! East Coast is the truest Punk!!!" - Und dann gibt es noch den Westcoast Punk. Der Unterschied zwischen den beiden: Für mich sindsie wie Tag und Nacht in gewissen Punkten, in der Einstellung. Westcoast ist wie Californien und Wast Coast wie New York City. Ich würde sagen, East Coast ist die härtere Seite, sowohl musikalisch als auch inhaltlich. West Coast steht für Party, fröhlich, das melodische Ding. East Coast kommt aus einem brutaleren Umfeld, einem Working Class Backgroundm weil die meisten Städte Hafenstädte sind.


Du meinst damit oben vs. unten, Class War?

  • Yeah, Class War. In Amerika bist Du entweder arm oder reich, es gibt keine Mittelschicht mehr.


Ist die Punkszene in den USA offener für neue Leute als die Deutsche?

  • Schwer zu sagen, weil ich noch nicht viel von der deutschen Szene gesehen habe. Jungpunks haben eine Einstellung und ältere Punks - Zwischenruf: "Wie ich!" - sind eher frustiert, so "Ich habe das alles schone einmal gesehen, es langweilt mich, wo wart ihr vor 15 Jahren, usw." Ich glaube sie haben den richtigen Zugang zum Punk verloren und dann sehe ich die Kids, frisch und voller Energie und sie werden Eifersüchtig auf sie: "Du dummes Kind was weisst Du schon?" Ich mag die Jüngeren ich hasse die alten Leute in meinem Alter. Ich sehe diese 15 - 16 jährigenund ich erkenne mich selbst in ihnen wieder, es ist ihr Spirit und sie sind unsere Zukunft. Wenn ich einmal tot bin in meinem Grab liege ider was auch immer werden sie das Erbe antreten und diese alten Leute - Zwischenruf "Wie wir!" - in einer Bar sitzen und Koks rauchen. Scheiss auf sie.


Aber ist Punk in den letzten paar Jahren nicht sehr kommerziell geworden?

  • Es ist die alte Sache, wie schon bei Clash. Es wiederholt sich einfach, es passierte in den 70ern, es passierte in den 80ern und es passiert(e) in den 90ern. Punk wird populär und die Majorlabels, die Musik Industrie nützt es aus. Turning rebellion into money. Es wird zur Mode. Vor ein paar Jahren wollten Dir die Leute noch aufs Maul hauen, Dich angreifen, wenn Du irgendwie wie ein Punk ausgesehen hast. Heute wird es akzeptiert. Wenn Du in Amerika ein Piercing oder ein Tattoo hattest, warst Du ein Subculture Freak. Heute laufen 17 jährige Schüler damit rum. Das gleiche ist es mit dem Punk: Du warst früher ein Subculture Freak und heute ist es ziemlich normal.


Ich habe gehört, dass es eine ziemlich grosse Crust Szene in den USA gibt.

  • Es sieht manchmal so aus, als ob die jungen Punks in den alten Zeiten von 82 leben, Chaospunks. Sie versuchen so zu leben. Es ist beinahen wie in den frühen 80ern in Amerika, diese Kids, die Grateful Dead gefolgt sind und versucht haben Hippies zu sein.
  • Und ich sehen es. Es ist immer noch frisch, schockend. Und Bands wie Blanks 77, Casualities, haben es zurückgebracht, nicht nachfragen, nur zusaufen. Manche treiben es wirklich bis zum Exzess, wir sollten wirklich darüber sprechen. Weisst Du, Jan (von SOMA) ist Straight Edge, er fährt uns er ist ein Spitzentyp, wir mögen ihn. Er trinkt nicht oder nimmt sonst was, es ist völlig egal. Diese Kids haben Ideen wie: "Damals hat sich jeder total betrunken." Jetzt reiben es diese Kinder wirklich wild und ihre Leber geht total kaputt. Wenn sie 23 oder 29 sind, werden sie rot und sterben. Und immer dieser Exzess. Die Flasche verschliesst Deinen Kopf. Sie wachen am Morgen auf und brauchen etwas zu trinken. Sie saufen die ganze Zeit. Es ist wirklich traurig. Wenn Du säufst und Spass hast und Dich amüsierst, dann ist es so wie es sein sollte, aber wenn es zum dominanten Faktor wird, dann ist es lächerlich. Es gibt so viele andere Dinge.

Sind HC und Punk bei Euch das gleiche Ding oder ist es wie in Deutschland?
  • HC ist so ein weitläufiger Begriff. Als ich das erst mal zu HC kam, was ich ein Punk und man hörte Bands wie Black Flag und DOA, die sich selbst HC nannten, aber es war beinahe das selbe. Mitte der 80er, 85 - 86 begann es sich vom Punk zu entfernen und das HC Label zu bekommen. Und Punkrock war immer noch Iros usw. Ein Teil sagte es wäre eine Punkband, andere meinten, es wäre eine HC Band (Gelächter aus dem Hintergrund: "Wieder andere meinten es wäre ein Metalband.").


Was haltet Ihr von SOIA?

  • Eric: Als das Zeug zum ersten mal rauskam, hat es mir gefallen, ich war auch gerne auf den Shows. Es war wie bei irgendwelchen Punkgigs: Ein Club, Keller, 5$ um reinzukommen. Es waren Iros und HC Kiddies da. Es war nicht geteilt. Weisst Du, ich mochte es. Ich mag nicht wozu es sich entwickelt hat. SOIA wurden Rockbands ziemlich ähnlich, sie bekommen Geld, wie viele andere Bands, sie waren Straight Edge. Manche waren religiös, christlich oder Hare-Krishna, was mich wahnsinnig abturnte.

  • Jim: Ja ich denke auch so. Für mich bedeutet Punkrock und HC nicht Mauern einzureissen, ich sehe das an extremen Crustbands, es scheint beinahe als ob sie sich wieder drehen und neue Regeln aufsetzten. Wir spielten mir Broken in Boston, in einem ziemlich akzeptierten Club, wie New Yorks CBGB und ein Typ kam her und machte uns Vorhaltungen von wegen: "Warum spielt Ihr diesen grossen Rock?" Wir mögen es sehr, was in dieser Szene gesagt wird, diese Leute behandeln mich wirklich gut und ich habe nicht das Gefühl, dass ich beim Ausverkauf mitmache, weil es ein kleiner Rockclub ist. Und weil wir in etwa die selbe Ethik hatten wie er, versuchte er uns von all seinen Ansichten zu überzeugen. Ich weiss, dass ich nichts böses tue, ich handle nicht gegen das, wofür ich bin.

    Eric: Wir müssen uns viel mit solchem Zeug auseinandersetzen. In bestimmten Clubs, Shows oder von bestimmten Leuten hören wir: "Oh nein dieser Typ hat das gemaht und die haben das getan..." Es kann wahr sein oder auch nicht, wir wissen es nicht. Andere Stadt, andere Szene. Wie eine kleine Soap Opera. Das beste ist, man versucht mit jedem zu reden. dann hört man beide Seiten der Geschichte und dann kann man seine Entscheidung treffen, vielleicht sogar ein bißchen schlichten.

Wie alt seid Ihr?
  • 25 oder 26, unser Drummer Doug ist 21.


Wie siehts mit Faschismus und Rassismus in den USA aus?

  • Ein sehr grosses Problem in Amerika. Es gibt Leute, auf in einem kleinen Grad so eingestellt sind, die keine Schwarzen, Juden oder so mögen, aber keine extremen Organisationen unterstützen und von denen manche nicht begreifen, was sie tun. Aber es gibt auch extreme Sachen, wie Naziskinhead Organisationen oder den KKK. Es gibt so viele verschiedene Arten. Es gibt so viele verschiedene Stufen. Es ist auch überall: Schwarze mögen keine Weissen, Weisse keine Schwarzen, Hispanics mögen keine Schwarzen, Weisse keine Hispanics, Juden keine Christen.


Was ist mir den Abtreibungsgegnern, -beführwortern?

  • Ein weiteres grosses Problem. Aber die Leute sind mehr an irgendwelchen Hollywood Problemen interessiert. Zum Beispiel sagen sie: "Oh was für ein Tragödie, was mit Diana passiert ist." Sie stehen um 4°° Uhr auf, um ihre Beerdigung im Fernsehen zu sehen. Die Leute achten auf's Showbusiness, die Welt der Stars. Zurück zu den Abtreibungen. Es ist ein grosses Thema und sehr viel religiöses mischt da mit und Kirche und Staat sind in Amerika getrennt. Es gibt viele rechte Repunlikaner, die normalerweise gegen Abtreibung sind und es gibt die demokratische Linke, die nicht für Abtreibung sind, aber die Wahl haben möchten (pro-choice). Anders als das Christentum hier in Europa hat es in Amerika immer noch die puritanische Mentalität wie die der frühen Siedler. Deswegen sehen viele Leute in anderen Ländern der Erde es anders als die Christen Katholiken in Amerika. Vor allem die Katholiken sind sehr stark gegen Abtreibung.


Sind sie radikal militant?

  • Manche sind radikalm Abtreibungskliniken werden angegriffen, Bomben gelegt, Leute oder Ärzte erschossen. Eine krasse Sache ist, dass eine Frau, die in eine Klinik will, an Protestierenden vorbei muss und deswegen Leute engagieren muss, die sie beschützen. Man sieht beispielsweise auch Leute mit Autoaufklebern oder Ansteckern.


Warum habt Ihr Eure Band Aus-Rotten genannt?

  • Die englischen Übersetzungen haben sich dumm oder gewöhnlich angehört, wie z.B. "Auslöschung einer Masse", deswegen benutzen wir es auf eine offensivwe, schockierende, augenöffnende Punkweise. Aber wir sagen: "Das ist es, wogegen wir sind. Lasst es uns nicht nocheinmal passieren, wir wollen keinen weiteren Naziholocaust, es ist eine sehr grosse Sache, die Massenmorde oder Kriege einer Regierung." Wir benutzen es schockend, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Hört Euch unsere Texte an oder lest ein Interview mit uns und Ihr wisst, wie wir drauf sind. Es ist ein bißchen widersprüchlich, aber das ist Punk meistens, wie Extinction of Mankind.


Seid Ihr Vegetarier?

  • Wir sind alle Vegetarier, Dave versucht sogar Veganer zu sein, aber er hat einen schweren Stand. Wir sind seit Jahren Vegetarier.


Erzähl mir was über die Polizei in PB und in den USA.

  • Sie sind ein grosses Problem in PB. Vor ein paar Jahren wurde ein Schwarzer von der Polizei umgebracht und es war eine ziemlich grosse Sache. Man hat sogar hier was mitbekommen.


Gab es Aufstände?

  • Nein, nein, keine Aufstände. Er war der Cousin eines Mitglieds der PB Stealers eines American Football Teams. Und das erhöhte die Aufmerksamkeit drastisch. Und die Bullen kamen davon. Sie wurden nicht wegen Mord verurteilt, sondern sie kamen frei. Der eine Haupttäter wurde befördert, er bekam einen höheren Rang und es wurde versucht, eine Bürgerüberwachung, genannt "Citizens review board", für die Bullen einzurichten. Einige normale Leute würden über die Polizei berichten und sie beobachten und nachforschen. Eine Organisation, um die Polizei zu kontrollieren, aber bis jetzt nicht so erfolgreich. Die PB Polizei hat einen schlechten Ruf wegen Brutalität, Rassismus und lauter solchen Sachen. Wir haben Ärger mit der Polizei, wir haben nix gemacht und eigentlich dürfte nichts passieren. Du läufst auf der Strasse und ein Polizist kommt und will Dich wegziehen oder Dir ein paar mirgeben, dann lacht er Dich aus und wird Dich für eine Weile festnehmen. Auf einem Punkgig wie heute Nacht, da hätten sie nicht auf der anderen Strassenseite gewartet, sie wären reingekommen. Wenn Du zu ihnen "Verpisst Euch!" oder irgendwelche Schimpfwörter gerufen hättest hätten sie Dich weggeprügelt.


Was würden sie tun wenn man mit Steinen nach ihnen wirft?

  • Sie würden schiessen.


Wirklich?

  • Ja, manchmal holen sie das Militär. Es heisst die "National Guard". Aber es ist das gleiche wie das Militär. In einigen Fällen holen sie auch SWAT's (Special Weapons and Tactics = Spezialeinheit, vielleicht so was wie die GSG9?), das passierte nach den Aufständen in L.A., nachdem Rodney King geschlagen wurde. Es gab Aufstände und sie holten SWAT's, Militär und sogar die Army-Reservisten. Wenn in Amerika mit Flaschen und Steinen auf die Bullen geworfen würde, würden sie mit Hubschraubern und Panzern kommen, es gäbe ein Massaker. Wenn Du irgendwo von Aufständen hörst, sind es keine Aufstände sondern normalerweise Leute, die Ihr Viertel zerstören und Geschäfte plündern (Anm.: Und was ist dann das?). Auch die ganze Rassensache würde rauskommen. Schwarze würden Weisse angreifen und umgekehrt, nur wenige Leute würden die Bullen angreifen, weil sie nicht die Courage dazu hätten, die Polizei anzugreifen, die MGs hat. Als DIRT aus England in L.A. spielten, waren viele Punks da, aber es gab keine Schlägereien, gar nichts. Auf einmal tauchten aus dem Nichts die Cops auf, mit Ausrüstung, Helmen und Schildern, Hubschraubern, mit Scheinwerfern, die das ganze Gebiet ausleuchten, ohne irgendeinen Grund, es gab überhaupt keinen Grund. Und das ist der Unterschied zwischen Amerika und hier.


Gibt es in Amerika mehr Bullen als hier oder gehen sie einfach krasser ab?

  • Ich denke, es gibt wohl mehr. Einer von Präsident Clintons Hauptversprechen war es die Polizei zu verstärken.