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Asyl – Crustie #1

Vom From Ashes Rise – Konzert oder als der Chris Ayran kennenlernte

Piep, Piep, Piep, Piep - Augen auf. 06.°° Uhr. Kann nicht aufstehen, bin noch so geschafft vom Vortag. 08.°° Uhr Vorlesung? Scheiß drauf, Wecker auf  neun gestellt und weitergeschlafen.
Piep, Piep, Piep, Piep – Augen auf. 09.°° Uhr. Frisch und munter (na ja, noch nicht so ganz, aber is' wurscht) aus dem Bett, sehr kurzer Abstecher ins Badezimmer und rein in die Klamotten. Noch schnell mit meiner Freundin einkaufen gehen, dann gleich noch die sieben Sachen gepackt, das Pferd gesattelt, und im nächsten Augenblick schon befindet man sich auf der Autobahn Richtung Landshut, genauer gesagt in Richtung der Fachhochschule, schließlich will man wenigstens zu einer Vorlesung  pünktlich erscheinen..
Nach 1 ½  Stunden  nervlich am Ende, da einem mitgeteilt wurde, welch' doch so einfache Dinge wir in diesem Semester in Praktikas absolvieren dürfen: "Schließt Euch in Gruppen zusammen und programmiert einen Roboter, am Semesterende gibt es eine Wettkampf, wessen Roboter gewinnt bekommt eine Tüte Gummibärchen!" (anscheinend eine neue Masche des Kultusministeriums um den Notendurchschnitt anzukurbeln). Das kann ja heiter werden.
Oh, schon 13.45 Uhr, jetzt komm' ich auch noch zu spät zu meinem Date um zwei Uhr mit Diavolo aka Chris ("Herr des Internets, Meister der Bits und Bytes" und Macher dieser Seite, auf der du gerade, wahrscheinlich sowieso nur zufällig, gelandet bist :-). 15 Minuten zu spät komme ich dann an der Martinskirche an, ein bisschen außer Atem, aber noch rechtzeitig, und so beschließt man wegen der Arschkälte draussen, irgendwo eine geeignete Aufwärmstube zu suchen. Gesagt, getan, und nur kurze Zeit später befindet man sich in einer gemütlichen Dönerbude.
Kurz die Getränkekarte studiert, dann die Bestellung aufgegeben. Meiner einer entschied sich für Nummer sicher und bestellt eine Spezi, mein gegenüber, Liebhaber exotischer Getränke, einen Ayran ( (Butter-) Milch mit Salz). Wohl bekommt`s (lecker, Chris, oder? hehe). Geraume Zeit später erschallen aus befeuchteten Kehlen im Zuge der vorgezogenen Midlifecrisis ("Ja, wir sind schon so alte Säcke") Hits aus unsrer Jugend, Sonx von Slime, Wizo, Fuckin' Faces und der weiteren füllen die Dönerbude und steigern unsere Laune noch mehr. Was wohl auch dem Wirt nicht entging, und so fand man sich einige Zeit später beim Zahlen ziemlich perplex wieder, als sich der eben genannte Wirt einen Scherz erlaubte und beim Abkassieren von Mr. Diavolo zusätzlich zum Ayran noch einen (von ihm nicht bestellten) Döner berechnen wollte. Nach kurzer Zeit später glitt ihm dann doch das von uns herbeigesehnte Lächeln über das Gesicht und es wurde erst einmal tief durchgeatmet ("Ich meinte schon, der holt jetzt seine Brüder!"). Gleich darauf fand man sich in einer netten Unterhaltung mit dem besagten Wirt wieder, der sich sehr für meine Dreads interessierte (er konnte nicht glauben, dass das alles echt ist), aber auch für türkische Punkmusik, und als Mr. Ayran noch meinte, er hätte einen Haufen MP3's von türkischen Punkbands auf dem Rechner, war die Sache komplett,  jetzt müssen wir ihm das Ganze mal vorspielen, denn er möchte unbedingt mal so was hören. Noch schnell zwei Fladenbrote gekauft, die Dönerbude als Lieblingstreffpunkt ausgerufen und dann in Richtung Infoladen aufgemacht.
Dort über diese und jene politische Themen diskutiert und guten Sound (Malignant Tumour, Pungent Stench) gehört, kurz noch einer Entscheidungswahl zweier weiblichen Individuen zugeschaut, die auslosten, ob man auf das Konzi mitfahren, oder lieber in Landshut bleiben und essen gehen sollte. Die Entscheidung war gefallen, und so fand man sich kurz darauf  zu zweit im zwölf Jahre alten Opel Corsa (der aber im Laufe des Abends seine Arbeit mit Pravour ableistete) auf dem Weg ins geheiligte Kafe Kult zum Konzert unserer Wahl wieder. 
Kaum den herrlichen Sonnenuntergang aus dem Auto heraus bewundert, waren wir auch schon am Ziel. Anscheinend doch ein wenig zu früh, denn als wir auf eine Person weiblichen Wesens trafen, die anscheinend die Theke bewachte, wurde uns im wohl freundlichsten Ton (oh, welch' Ironie!)  den sie herausbekam, gesagt: "Ihr seit um gut eine Stunde zu früh da, Beginn ist erst um halb neun!!". Als wir uns erdreisteten, im Gegenzug darauf, um etwas zu trinken (aber dieses mal keinen Ayran, gell Chris, hehe!!) zu bitten, ertönte uns wieder diese herzerfrischend nette Stimme: "Das Konzi beginnt um halb neun, dann gibt`s auch was zu trinken!!". Also, nix wie weg von dieser Person, und so okkupierte man einen im Gang herumstehenden  Biertisch und machte es sich es sich mit erfrischenden Getränken (Gruß und Dank an Tibor) so richtig gemütlich. Mr. Diavolo bekam Hunger und wollte unbedingt "kanadische Erdnüsse" aus dem Automaten uns gegenüber. Es stellte sich aber heraus das, es sich erstens um "kandierte Erdnüsse" handelte, und zweitens, nicht mal dieser Automat die von unserer alten Währung übriggebliebenen 10 Pf. Stücke von Chris nehmen wollte. Die Bands und einige Besucher kamen mit der Zeit und nach ein paar Smalltalks mussten wir unseren Sitzplatz räumen, da darauf ein Plattenstand Platz nehmen sollte, den wir kurz darauf auch gleich unter die Lupe nahmen.
So, mit Platten war man nun versorgt (wenn`s jemanden interessiert: Amen81 - "Zurück aus Tasmanien", Wartoys - "Nachzehrer") und so wartete man nun gespannt und schon ein wenig müde auf den Konzertbeginn. Paranoia Keeps Crawling machten den Anfang, gefiehlen mir wie immer sehr gut und gaben sogar noch zwei Zugaben, obwohl man dem Schlagzeuger die Erschöpfung schon richtig ansehen konnte. Unhold aus der Schweiz interessierten mich nicht die Bohne, ihr Sound war mir persönlich einfach zu langweilig. Dafür aber From Ashes Rise, wegen denen man ja schließlich gekommen ist. Zu kurz erschien mir ihr Auftritt, obwohl sie mit Sicherheit gut über 45 Minuten alles gegeben haben und der Schlagzeuger beim besten Willen nicht die vom Publikum noch so sehr geforderten Zugaben (obwohl sie eh eigentlich schon zwei oder drei gegeben hatten) spielen konnte (der Typ war echt am Ende, glaubt's mir einfach). Noch schnell eine CD von den Jungs aus Nashville gekauft, und schon ab in das Auto und rauf auf den mittlerweile ersehnten Heimweg (mehr zum Konzi unter Live-Reviews).
Da der Opel vom Chris doch einiges mehr schluckte als wir dachten, mussten wir noch eine kurzen Umweg machen, um an einer Autobahnrastätte den Tank noch ein wenig aufzufüllen. Wäre eigentlich auch ein ganz normaler Tankstop geworden, wenn uns da nicht noch zwei eifrige Zivilfahnder von der noch eifrigeren bayrischen Polizei belästigen mussten. Ich weiß zwar nicht, was die beiden Heinzelmännchen suchten, aber sie fanden es jedenfalls nicht. Nachdem das Auto ausgeräumt, alles durchwühlt und nichts mehr eingeräumt wurde, verließen uns das Wolfgang Petry - Double (ihm fehlten nur die Freundschaftsbändchen zur Perfektion) und sein frisch von der Polizeischule kommender Kollege in Richtung Restaurant, um wahrscheinlich das kalte Büffet zu inspizieren. Kurz über den Saustall geärgert und dann endlich Richtung Heimat aufgebrochen ( zu dem ganzen fällt mir spontan nur Amen 81 ein: "Hopp, hopp, hopp, hopp, Schweinegalopp"! Wer das Lied kennt, weiß, was ich meine).
Der Rest dieses langen Tages warf nicht mehr so viel Erzählbares ab, Chris und ich verabschiedeten uns noch, ich stieg in mein Auto um, düste noch schnell knapp eine Stunde heim, und fiel nach dem Genuss von einigen süßlich-duftenden Kräutern ins Bett und schlief ein.

Ende.

Meine Top 6 für diese Ausgabe:
1. Amen 81 - "Zurück aus Tasmanien"
2. Mind - "...your own business"
3. Aus-Rotten - "The Rotten Agenda"
4. From Ashes Rise - "Silence"
5. Hippies of Today - s/t
6. Stagnation's End - "Gedankenlautwerden"